Tierschützer mit heftiger Kritik
Löwenbabys kurz nach Geburt in NRW-Zoo getötet – „grausam“ und „verantwortungslos“
Zwei Löwenwelpen wurden nach ihrer Geburt in einem NRW-Zoo eingeschläfert. Der Grund: Die Löwenmutter hatte bereits Nachwuchs. Tierschützer kritisieren die Aktion.
Köln – Normalerweise ist die Geburt von tierischem Nachwuchs in NRW-Zoos eine gute Nachricht. Im Fall zweier Löwenbabys war aber das Gegenteil der Fall: Sie wurden wenige Tage nach der Geburt eingeschläfert.
Der Zoo in Köln ist einer der ältesten in ganz Deutschland und hat beide Weltkriege überlebt. Erst im Januar 2024 waren im Kölner Zoo mehrere Löwenbabys geboren. Die Freude bei den Tierpflegern war groß, denn es war der erste Nachwuchs in 20 Jahren. Anfang Juli 2025 brachte Löwin Gina erneut zwei gesunde Löwenjungen zur Welt. „Sie mussten allerdings eingeschläfert werden, da Mutter Gina die Jungtiere auch nach mehreren Tagen nicht richtig angenommen und versorgt hat“, teilte der Zoo nun in einem Posting auf Facebook mit.
Löwennachwuchs nach der Geburt im Kölner Zoo eingeschläfert
Man habe nichts unversucht gelassen, die Mutter an ihre Jungtiere zu gewöhnen. So habe der Zoo auch versucht, die Löwin von ihren älteren Jungtieren zu trennen, damit sie Ruhe für den neuen Wurf habe. Doch alle Versuche schlugen fehl.
„Gina wollte immer wieder zu ihren älteren Jungtieren, die mit 1,5 Jahren ebenfalls noch nicht selbstständig sind und noch einige Monate mütterliche Fürsorge benötigen“, schreibt der Zoo. Das sei nicht ungewöhnlich, denn Löwen seien, wie viele wilde Tiere, evolutionär bedingt darauf fokussiert, sich nur um die Jungtiere zu kümmern, die die größten Chancen haben, durchzukommen, also in dem Fall um die noch nicht unabhängigen, älteren Jungtiere, so der Zoo.
Löwenmutter soll bald wieder zur Zucht eingesetzt werden
Eine Aufzucht der Löwenwelpen per Flasche sei nicht infrage gekommen, da dies zu einer Fehlprägung dieser Löwen auf Menschen führen würde. Deshalb habe sich der Zoo, nach Absprache mit den zuständigen Biologen, Tierärzten und dem Zuständigen des Zuchtprogramms für asiatische Löwen, dazu entschieden, die bereits stark entkräfteten Jungtiere einzuschläfern, „um ihnen unnötiges Leid zu ersparen“, schreibt der Kölner Zoo.
Sobald jedoch zwei der drei älteren Jungtiere den Zoo im Herbst verlassen haben, sei erneut Nachwuchs bei Löwin Gina geplant. „Wir hoffen auf eine dann wieder erfolgreiche Aufzucht, wenn eine soziale Abnabelung stattgefunden hat“, schreibt der Zoo.
Die Entscheidung sorgt bei Tierfreunden für Kritik: „Das ist der größte Schwachsinn, den ich höre. Man kann ja wohl eine Schwangerschaft verhüten, wenn man weiß, dass sowas passiert. Auch noch zwei gesunde Jungtiere. Sich dann gegen Handaufzucht zu entscheiden und die beiden einzuschläfern geht für mich leider gar nicht“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook.
Scharfe Kritik von Tierschützern: „Solche grausamen Vorgänge sind keine Ausrutscher“
Auch Tierschutzorganisation Peta kritisiert das Verhalten des Kölner Zoos scharf und fordert einen sofortigen Zuchtstopp: „Ihr 2024 geborener Nachwuchs war noch nicht einmal von der Mutter unabhängig, schon musste Löwin Gina erneut gebären – nur damit die Neugeborenen wenig später getötet werden. Solche grausamen Vorgänge sind keine Ausrutscher, sondern trauriger Alltag hinter den Mauern von Zoos. Die Zuchtpolitik ist verantwortungslos und muss beendet werden“, sagt Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta.
Andere loben den Zoo für seine Offenheit und zeigen Verständnis für die Entscheidung: „Ich denke, der Zoo wird sich genau überlegt haben, was zu tun ist, nachdem die Jungtiere nicht angenommen wurden! In der freien Natur wären die Jungen wahrscheinlich elendig zugrunde gegangen, statt sie friedlich einschlafen zu lassen…“, schreibt eine andere Nutzerin auf Facebook.
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