Schließung

Räumungsverkauf bei Möbel-Laden nach Ärger mit Stadt: „Haben uns vertreiben lassen“

Eine „städtische Verordnung“ zwingt Uni-Polster dazu, seine Filiale zu schließen. In dem großen Dortmunder Möbelgeschäft läuft ein Räumungsverkauf.

Dortmund – In Dortmund steht ein großes Möbelhaus vor dem Aus. Uni-Polster an der Spicherner Straße im Stadtteil Dorstfeld wird schließen. Ein Räumungsverkauf läuft bereits. Kunden werden mit satten Rabatten gelockt. „Nach fast 20 Jahren schließen wir unseren Filialstandort in Dortmund-West“, bestätigt das Geschäft auf seiner Seite. Der Grund sei eine „städtische Verordnung“, die Uni-Polster dazu zwänge, „den Geschäftsbetrieb in dieser Filiale kurzfristig zu beenden“.

Riesiges Möbel-Geschäft vor dem Aus – Räumungsverkauf läuft

Es soll ein Problem mit dem Brandschutz geben. „Das ist eine sehr, sehr harte Auslegung. In meinen Augen hat die Stadt das schärfste aller Mittel gewählt“, sagt Uni-Polster-Geschäftsführer Frank Jankuhn im Gespräch mit wa.de. Konkret soll es um „ein Dutzend Rauchabzugsklappen“ gehen, die nachträglich installiert werden müssten. „Dabei hatten wir ja eine Genehmigung für die Immobilie bereits“, sagt Jankuhn.

Die Filiale in Oberhausen (Foto) bleibt erhalten. In Dortmund aber schließt Uni-Polster sein Geschäft.

Seine Schilderungen klingen nach Behörden-Irrsinn. Die Stadt Dortmund antwortete auf wa.de-Nachfrage lediglich: „Die Stadt Dortmund hatte eine bauaufsichtsrechtliche Ordnungsverfügung ausgesprochen, das in der ersten Instanz auch gerichtlich bestätigt wurde. Weil aber Beschwerde dagegen eingelegt wurde, handelt es sich noch um ein schwebendes Verfahren, sodass wir keine Auskünfte erteilen können.“ An der Schließung der Filiale ändert das offenbar nichts.

„Alles, wirklich alles, ist bis zu 70 Prozent reduziert – Sofas, Ecksofas, Relaxsessel, Boxspringbetten, Schlafsofas, Stühle, Tische, Teppiche, sowie viele weitere Accessoires wie Deko und viele Einzelstücke“, schreibt derweil Uni-Polster. An den Schaufenstern sind entsprechende Plakate angebracht. „Wir haben uns erfolgreich vertreiben lassen“, sagt Geschäftsführer Jankuhn, der nun nach Käufern für die Immobilie sucht. Auch Mietinteressenten hätten sich bereits gemeldet.

Ganz verschwinden wird Uni-Polster aus NRW und insbesondere der Region um Dortmund allerdings nicht.

Uni-Polster hat weitere Standorte in NRW

„Natürlich“, so heißt es auf der Seite weiter, sei Uni-Polster „auch nach der erzwungenen Schließung in Dortmund weiterhin für Sie an den Standorten in Bochum, Oberhausen und vielen weiteren da“. Das Unternehmen, das auch noch in Coesfeld und Münster vertreten ist, verspricht: „Dort wird Ihnen als Dortmunder-Kunde in allen Serviceangelegenheiten geholfen.“

Die acht Mitarbeiter der betroffenen Filiale in Dortmund-Dorstfeld verlieren glücklicherweise nicht ihren Job. „Wir konnten sie in unseren anderen Filialen unterbringen“, bestätigt Jankuhn gegenüber wa.de.

Der Dortmunder Westen verliert damit ein weiteres Möbelgeschäft. Erst Ende des Jahres 2024 hatte es einen Räumungsverkauf im Indupark gegeben. Bergneustadt verliert derweil eine Institution: Der „Schreibwarenladen“ im Ort schließt nach über 75 Jahren. Auch das Partnergeschäft, der „Spielwarenladen“, macht dicht.

Rubriklistenbild: © Andreas Buck/imago

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