Fußball
„Schwerer Fall des Landfriedensbruchs“: Ausschreitungen beim Westfalenpokal in Rhynern
Beim Finale des Westfalenpokals zwischen der Spvgg. Erkenschwick und dem FC Gütersloh in Rhynern kommt es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzt Pfefferspray und Schlagstöcke ein.
Update vom 04. Juni, 11.37 Uhr: Zuerst stand noch der Fußball im Vordergrund, am Ende aber setzte ein Teil der Fans beim Westfalenpokal-Finale in Rhynern zwischen der SpVgg Erkenschwick und dem FC Gütersloh andere Prioritäten und zettelte eine große Schlägerei an. „Das soll ziemlich zur Sache gegangen sein“, sagte Rhynerns stellvertretender Vorsitzender Matthias Lütkhoff im Gespräch mit wa.de. „Das war des Fußballfests, das wir organisiert haben, nicht würdig und war leider der unrühmliche Höhepunkt“, erklärt er.
Anhänger von Gütersloh und Erkenschwick prügeln sich – und greifen die Polizei an
90 Minuten lang hatten sich der Aufsteiger zur Westfalenliga und der Aufsteiger zur Regionalliga vor fast 2.500 Zuschauern ein nicht gerade hochklassiges, dafür aber umso spannenderes Duell geliefert, in dem der Favorit aus Gütersloh letztlich mit 4:3 im Elfmeterschießen – eine Verlängerung gab es nicht – die Oberhand behielt und den Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals schaffte. Dann aber prügelten sich Anhänger beider Vereine und griffen auch die Polizei an – wobei einige Chaoten extra zu diesem Zweck nach Rhynern gereist sein sollen.
Nicht nur für die Rhyneraner Verantwortlichen, sondern auch für die vielen Fans, die einfach nur das immer wieder in Einblendungen live in der ARD gezeigte Spiel verfolgen wollten, hat das Event dadurch einen bitteren Beigeschmack erhalten. „Auf der Anlage bei uns war richtig was los, und das, was in unserer Einflussnahme stand, war auch top organisiert“, betont Lütkhoff und fügt hinzu, dass der verspätete Anpfiff der Partie aufgrund des langen Staus vor der Autobahnabfahrt in Rhynern nichts mit dem gut funktionierenden Verkehrskonzept, das die Westfalia-Verantwortlichen im Vorfeld ausgearbeitet hatten, zu tun hatte. Umso ärgerlicher waren diese unrühmlichen Begleiterscheinungen der gewaltbereiten Fans, die wohl nur aus dem einen Grund nach Rhynern gefahren waren – um für Randale zu sorgen.
„Schwerer Fall des Landfriedensbruchs“: Ausschreitungen beim Westfalenpokal in Rhynern
Erstmeldung: Hamm – Rhynern stand am Samstag im Fokus des deutschen Amateurfußballs. Das neue Stadion des SV Westfalia Rhynern in Hamm (NRW) diente als Austragungsort für das Finale des Westfalenpokals. Der FC Gütersloh hat die Spvgg. Erkenschwick im Elfmeterschießen besiegt – am Ende des Tages stand aber nicht mehr der Sport im Vordergrund. Chaoten griffen offenbar die Polizei an, es folgten kleinere Scharmützel. Die Polizei zieht Bilanz.
Finale im Westfalenpokal von Ausschreitungen überschattet
Etwa 2.200 Zuschauer, ungefähr 1.100 pro Fanlager, seien laut Angaben der Polizei live vor Ort gewesen, um ihre Mannschaften anzufeuern und das Spiel zu verfolgen. Gegen 16.30 Uhr drohte die Situation dann aber wohl zu eskalieren. Etwa 30 gewaltbereite Personen hätten nach Ende der regulären Spielzeit während des Elfmeterschießens den Block der Spvgg. Erkenschwick verlassen und sollen beabsichtigt haben, in den Gästeblock des FC Gütersloh einzudringen, wie die Polizei mitteilt. Eine größere Schlägerei konnten die Einsatzkräfte demnach aber verhindern.
„Während Einsatzkräfte der Polizei das Eindringen verhinderten, wurden sie aus der Störergruppe heraus mit Reizgas besprüht. Hierdurch wurden drei Polizeibeamte leicht verletzt, verblieben aber dienstfähig“, heißt es in der Mitteilung. Daraufhin habe dann auch die Polizei Pfefferspray eingesetzt.
„Trotz mehrerer Provokationen gelang es der Polizei mit weiteren Unterstützungskräften und unter dem Einsatz von Pfefferspray und des Einsatzmehrzweckstocks ein Aufeinandertreffen der beiden Fanlager weitestgehend zu verhindern. Ein Anhänger der Spvgg. Erkenschwick wurde leicht verletzt“, erklärte die Polizei. Die Auseinandersetzungen hätte sich dann auf den Parkplatz verlagert.
Erkenschwick- und Gütersloh-Anhänger prügeln sich in Rhynern auf dem Parkplatz
„Vereinzelt kam es an verschiedenen Stellen auf dem Parkplatz des Westfalia Sportparks zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Anhängern beider Mannschaften. Während der Abreisephase hielten Einsatzkräfte einen mit Erkenschwick-Fans besetzten Bus an und stellten die Personalien der Insassen fest“, heißt es.
Angeforderte Kräfte der Bereitschaftspolizei und benachbarter Behörden unterstützten die Einsatzmaßnahmen der Hammer Polizei. Für einen Beamten endete der Einsatz in einem Krankenhaus – er sei durch den Wurf einer Glasflasche am Kopf verletzt worden.
„Es wurden mehrere Strafverfahren wegen des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung eingeleitet“, teilt die Polizei abschließend mit.
Rubriklistenbild: © Reiner Mroß
