Fußball
Rhynern steht am Samstag im deutschlandweiten Fokus
Live im Fernsehen wird am Samstag das neue Stadion des SV Westfalia Rhynern zu sehen sein. Die ARD überträgt am Pokalfinaltag aller Landesverbände auch in Einblendungen das Endspiel um den Westfalenpokal zwischen dem FC Gütersloh und der SpVgg Erkenschwick.
Hamm – Es ist eine Menge Arbeit, die der SV Westfalia Rhynern bereits verrichtet hat. Und die noch vor ihm liegt. Auch hatte der Fußball-Oberligist in den vergangenen Wochen eine Menge Kritik einstecken müssen. Trotzdem ist die Vorfreude beim Vorsitzenden Arnulf Kleine und seinen Mitstreitern riesengroß, wenn sie an den Samstag denken. „Das wird ein prächtiges Bild sein, wenn bei uns im Stadion 2500 Fußball-Fans sind. Darauf freue ich mich. Und natürlich darauf, dass das Spiel in der ARD übertragen wird und wir deutschlandweit wahrgenommen werden“, sagt Kleine im Vorfeld des Endspiels um den Westfalenpokal zwischen dem Westfalenligisten Spvgg. Erkenschwick und dem Oberligisten FC Gütersloh, das am Samstag um 14.15 Uhr in Rhynern angepfiffen und im „Ersten“ mit regelmäßigen Einblendungen in der siebenstünden Live-Sendung mit allen 21 Männer-Pokalfinals gezeigt wird. „In dem einen Jahr Regionalliga haben wir uns trotz des Abstiegs gut verkauft. Jetzt rücken wir und die Stadt Hamm, die uns beim Bau des Stadions super unterstützt hat, noch ein bisschen mehr in den Fokus“, freut sich Kleine.
Westfalia stellt 60 ehrenamtliche Helfer
Rund 60 ehrenamtliche Helfer des Klubs aus dem Hammer Süden werden am Samstag versuchen, dass der Ablauf in und außerhalb des Stadions ein reibungsloser sein wird. Kleine hat sogar seinen Urlaub extra verschoben. Verstärkt wird das Organisationsteam der Westfalia, das aus Akteuren der ersten und zweiten Mannschaft sowie der Alte-Herren-Abteilung sowie Jugendspielern besteht, durch einen professionellen Ordnungsdienst. „So etwas schweißt den Verein ja auch zusammen. Für viele bei uns ist das das Highlight“, sagt der Vorsitzende, der mit seinen Vereinskollegen aber auch in den vergangenen Wochen bereits viel Zeit für diese Partie, bei TV-Kommentator Hansi Küpper als Stadionsprecher fungieren wird, investiert hat.
So gab es mit dem übertragenden WDR, für den am Samstag rund 35 Mitarbeiter vor Ort im Einsatz sein werden, mehrere Ortsbegehungen, um optimale Bedingungen zu schaffen. So mussten die Positionen für die Kameras abgesprochen und auch Stromleitungen verlegt werden. Zudem wurden für die Zuschauer eine Zusatztribüne hinter einem der beiden Tore errichtet, Fluchtwege geschaffen, zusätzliche Toiletten und Verkaufsstände installiert sowie die Parkplatzsituation entschärft, indem ortsansässige Unternehmen Flächen zur Verfügung gestellt haben, von denen aus die Fans mit Bussen der Stadtwerke zum Stadion gebracht werden. Und auch die Werbebanden des Oberligisten dürfen nicht zu sehen sein, werden während der Partie durch mobile LED-Werbebanden ersetzt, die noch angeliefert und aufgebaut werden.
Zulassung für 2500 Zuschauer
Und dennoch ist die Stimmung bei den Rhyneranern ein wenig getrübt, denn sie hatten sich teilweise mit bösen Vorwürfen und einer Menge Häme auseinandersetzen müssen. Denn die Partie zwischen den beiden Traditionsklubs lockt eine Menge Zuschauer an – mehr, als das Stadion der Westfalia zu fassen vermag.
Eigentlich ist die Anlage nur für 1500 Fans zugelassen, nach einer Platzbegehung mit Verantwortlichen der Stadt Hamm haben die Rhyneraner eine temporäre Zulassung für 2500 Zuschauer erhalten, die sie in Zukunft gerne in eine dauerhafte umwandeln würden.
Doch auch damit können die Zuschauerwünsche von den Fanlagern der Spvgg. Erkenschwick, die die Rückkehr in die Oberliga geschafft hat, und des FC Gütersloh, dem der Sprung in die Regionalliga gelungen ist, nicht annähernd befriedigt werden – zumal es nicht nur um den Gewinn des Westfalenpokals geht, sondern auch um die lukrative erste Hauptrunde des DFB-Pokals. „Wir ziehen uns diesen Schuh aber nicht an“, stellt Kleine klar. „Wir haben uns für dieses Spiel nicht beworben, sondern sind gefragt worden. Der Westfälische Fußball- und Leichtathletik-Verband ist der Ausrichter des Spiels, wir stellen nur unser Stadion zur Verfügung. Natürlich hätten in einem anderen Stadion mehr Zuschauer diese Partie verfolgen können, aber der Verband wollte es nun mal bei uns ausrichten. Und jetzt freuen wir uns auch darauf.“