Klinik

Krankenhaus in Warendorf ist insolvent – rund 940 Mitarbeiter betroffen

Das Josephs-Hospital in Warendorf hat eine Insolvenz in Eigenverwaltung angeordnet. Betroffen sind etwa 940 Mitarbeiter. Wie es weitergehen soll.

Warendorf - Derzeit kämpfen viele Unternehmen in Deutschland mit einer Insolvenzwelle. Zahlreiche Arbeitgeber sind daher gezwungen, Arbeitsplätze zu streichen. Betroffen sind unter anderem Traditionsunternehmen, wie ein Hersteller von Schokolade, der nun nach der dritten Insolvenz endgültig Schluss macht. Jetzt trifft es auch ein Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen, das einen wichtigen Schritt zur Neustrukturierung und Zukunftssicherung gehen muss.

„Das Josephs-Hospital Warendorf (JHW) hat gestern beim zuständigen Amtsgericht in Münster einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt. Das Gericht hat dem Antrag stattgegeben und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet“, teilt das JHW in einer Mitteilung vom 17. Dezember mit. Das JHW ist ein regionaler medizinischer Versorger in der Region Münster-Bielefeld-Osnabrück sowie akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster. Derzeit arbeiten rund 940 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Klinik.

Klinik in NRW ist insolvent – rund 940 Mitarbeiter betroffen

Peter Goerdeler, Vorstandsvorsitzender des JHW, erklärt, dass die notwendigen und sinnvollen Investitionen der letzten Jahre die Klinik stark belastet hätten. Dabei geht er jedoch nicht ins Detail. „Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der zunehmenden Probleme im Gesundheitssystem und der unzureichenden gesetzlichen Krankenhausfinanzierung werden wir unser Haus unter Nutzung der uns zur Verfügung stehenden gesetzlichen Möglichkeiten neu ausrichten“, erklärt Goerdeler.

Das JHW plant eine Neustrukturierung in Eigenverwaltung. (Symbolbild)

Der Betrieb in der Klinik soll allerdings uneingeschränkt weiterlaufen. Die Klinik sei strukturell gut aufgestellt. „Unsere Patientinnen und Patienten, ihre Angehörigen sowie die Nutzer unserer Einrichtungen können sich darauf verlassen: Alles läuft weiter wie bisher und wird in vollem Umfang und in gewohnter Qualität fortgeführt“, betont Goerdeler.

Gerichtliches Sanierungsverfahren: JHW sei zukunftsfähig

Die Eigenverwaltung sei ein gerichtliches Sanierungsverfahren. Die Insolvenz läuft unter dem Aktenzeichen 77 IN 1014/24. Das Klinikum wolle damit die notwendigen Neustrukturierungsmaßnahmen zügig umsetzen, um für alle Beteiligten eine langfristige Perspektive zu schaffen.

Historische Motive von Barbaraklinik und St.-Josef-Krankenhaus

Historische Motive des St.-Josef-Krankenhauses und der Barbaraklinik in Hamm.
Historische Motive des St.-Josef-Krankenhauses und der Barbaraklinik in Hamm.
Historische Motive des St.-Josef-Krankenhauses und der Barbaraklinik in Hamm.
Historische Motive des St.-Josef-Krankenhauses und der Barbaraklinik in Hamm.
Historische Motive von Barbaraklinik und St.-Josef-Krankenhaus

Unterstützt wird das JHW von Rechtsanwalt Dr. Claus-Peter Kruth. Nach seiner Einschätzung sei das JHW klar zukunftsfähig. Die rund 940 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Josephs-Hospitals Warendorf seien bereits über die Situation und die jetzt folgenden, weiteren Schritte informiert worden. Die Gehälter werden für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gezahlt.

Auch das Deutsche Rote Kreuz in Hagen hat finanzielle Probleme. Ein Insolvenzverfahren in Eigenregie wurde gestellt.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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