Fall macht fassungslos
Katzenbabys in blutverschmierter Plastiktasche ausgesetzt – „wären elendig erfroren“
Dieser Fall macht fassungslos: Passanten fanden in einem Gebüsch eine blutverschmierter Plastiktasche. Darin lagen drei Kätzchen. Sie waren maximal zwei Tage alt.
Düren – Tierschützer werden immer wieder mit schlimmen Schicksalen konfrontiert. Häufig müssen sie sich um verletzte oder ausgesetzte Tiere kümmern. Das Leid nimmt kein Ende. Ein Fall aus Düren macht in diesen Tagen besonders fassungslos. Passanten fanden in einem Gebüsch eine blutverschmierte Plastiktasche. Darin lagen drei Katzenbabys, die erst wenige Tage zuvor das Licht der Welt erblickt haben müssen.
Katzenbabys in blutverschmierter Plastiktasche ausgesetzt – „wären elendig erfroren“
„Wir sind einfach nur entsetzt“, so die Mitarbeiter des Tierheims Düren. Spaziergänger hätten Anfang April in der Nähe von Gut Weyern im Burgauer Wald eine Plastiktasche im Gebüsch gefunden. „In der Tasche lagen drei Katzenbabys, maximal zwei Tage alt und völlig unterkühlt“, schildert Heimleiterin Christina Albert in einer Mitteilung. „Hätten die Spaziergänger die Tüte nicht entdeckt, wären die Kleinen elendig erfroren.“
Die Kätzchen müssten nun mit der Hand aufgezogen werden. Laut Albert geht es ihnen aktuell gut. Ihr und dem Team des Tierheims würde eine Sache besonders bitte aufstoßen: „Die Tüte ziert ironischerweise ein glücklicher gelber Smiley“, sagt die Heimleiterin und versucht darin allerdings auch etwas Positives zu sehen. „Vielleicht sollte sie ja im Gebüsch gut auffallen und die Tiere dadurch gefunden werden.“
Tierschützer fürchten Flut an Kitten – neues Katzenhaus geplant
Für die Mitarbeiter des Tierheims sind die drei Katzenbabys „der Anfang“. Sie bereiten sich derzeit auf eine Welle von abgeschobenen Kitten vor, wie schon im vergangenen Jahr. „Besonders seit der Corona-Pandemie haben wir viele schlimme Beispiele von Tieraussetzungen erlebt, die Menschen schafften sich Katzen an, und viele lassen ihre Freigänger trotz gesetzlicher Kastrationspflicht im Kreis Düren nicht unfruchtbar machen. Unerwünschter Nachwuchs wird dann vielfach ausgesetzt“, wird der Vorsitzende des Tierschutzvereins im Kreis Düren, Jürgen Plinz, in der Mitteilung zitiert.
Deshalb sei die Population der Straßenkatzen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen – und mit ihr die Zahl der Katzen, die im Tierheim landen. Im Jahr 2024 hätte das Tierheim 147 Kitten aufgenommen. Die Kleinen seien mit und ohne ihre Mutter, oft krank und verwahrlost im Heim gelandet. In Essen war Ende Januar, Mitten im Winter, eine Katzenfamilie in einem Karton ausgesetzt worden. Jürgen Plinz weist noch einmal darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren „kein Kavaliersdelikt ist, sondern mit einer Geldstrafe geahndet werden kann“.
Der Tierschutzverein baut wegen der Flut an Kitten aktuell ein neues Katzenhaus auf dem Tierheimgelände – mit Hilfe von Spenden und Fördermitteln. „Gegen Ende Mai wird das Gebäude nach Voraussicht des Vereins vielen zusätzlichen verstoßenen Kätzchen in Not eine sichere Unterkunft bieten können“, heißt es. Wer helfen möchte, kann sich auf der Internetseite des Tierschutzvereins über das Projekt und Spendenmöglichkeiten informieren.
Rubriklistenbild: © Tierheim für den Kreis Düren

