Bald bekommt er Gesellschaft

Neuzugang: Tiger Kasimir gewöhnt sich im Wuppertaler Zoo ein

Kasimir, der junge Tiger, bereitet sich auf ein neues Leben im Wuppertaler Zoo vor. Bald soll er Gesellschaft von einer Tigerdame aus Polen bekommen.

Wuppertal – Noch versteckt sich der kleine Tiger Kasimir. Besucher des Zoos in Wuppertal (NRW) müssen sich ein bisschen gedulden, bis sie ihn im Außengehege sehen können. Momentan gewöhnt sich der sibirische Tiger hinter den Kulissen noch an sein neues Zuhause. Den Umzug von Duisburg nach Wuppertal hat er aber gut überstanden, berichtet der Zoo. Zuletzt hatte es im Zoo Wuppertal bereits Neuzugänge bei den Erdmännchen gegeben.

Wuppertal: Tiger Kasimir bekommt bald Gesellschaft von einer Tigerdame

Seiner Artgenossin Mymosa ist Kasimir aber nicht mehr begegnet. Sie starb mit 18 Jahren am 4. September. Wegen einer Tumor-Erkrankung musste die Tigerdame eingeschläfert werden. Kürzlich hatte sich der Zoo Wuppertal von einigen älteren Tieren verabschiedet. Mit dem Einzug des zweijährigen Kasimir habe es im Wuppertaler Zoo einen Generationenwechsel gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung. Denn er soll demnächst auch Gesellschaft durch eine sibirische Tigerdame kriegen.

„Noch ist Kasimir unser einziger Tiger“, sagt Antonia Colán Bräunig auf Anfrage von wa.de. Das soll sich bald aber ändern. „Wir sind momentan in der Planung eines Transportes von einer Tiger-Katze aus dem Zoo Płock zu uns.“ Damit reist Kasimirs neue Artgenossin sogar aus Polen an. Auch sie wird sich dann einige Zeit hinter den Kulissen eingewöhnen, bis sie auf Kasimir trifft. Bestenfalls verstehen sich die beiden Tiger dann auch gut, denn sie sollen Nachwuchs bekommen. „Wuppertal hat eine Zuchtempfehlung für das junge Tigerpärchen erhalten“, sagt Bräunig.

Tiger Kasimir soll bald im Außengehege des Wuppertaler Zoos zu sehen sein.

In einem Zuchtbuch werden jährlich Empfehlungen ausgestellt, welche Tiere sich so verpaaren lassen, dass eine genetisch diverse und gesunde Reservepopulation einer Tierart erreicht werden kann. Das Zuchtbuch für den Amurtiger, der auch als sibirischer Tiger bekannt ist, wird im Tierpark Berlin koordiniert. Wegen der Empfehlung aus Berlin habe man sich entschieden, mit dem baldigen Tigerpärchen Nachwuchs zu planen. „Der Nachwuchs kann dann, im angemessenen Alter, wiederum an andere Zoos zur Zucht abgegeben werden, sodass die Reservepopulation weiter gestärkt werden kann“, sagt Bräunig.

Zur Eingewöhnung war Kasimir anfangs noch „schüchtern und zurückhaltend“

Doch bevor es so weit ist, muss Kasimir sich erst in Ruhe eingewöhnen. Zu Beginn sei er noch etwas schüchtern und zurückhaltend gewesen, berichtet Bräunig. Der Tiger kam im Zoo in Duisburg auf die Welt und ist dort auch aufgewachsen. „Somit kannte er keine neue Umgebung und braucht etwas länger als vielleicht so manch ein anderes Individuum zur Eingewöhnung.“ Doch mittlerweile laufe die Eingewöhnung besser, berichtet Bräunig. Kasimir mache sich immer schneller mit den Pflegerinnen und Pflegern vertraut.

Sibirische Tiger

► Sibirische Tiger, auch Amur-Tiger genannt, sind die größten lebenden Katzen weltweit.

► Ursprüngliche waren diese Tiere in weiten Regionen in Asiens verbreitet. Heute leben sie vorwiegend in Russland und im Nordosten Chinas.

► Von den sibirischen Tigern gibt es in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet nur noch weniger Tiere. Grund hierfür sind Wilderei und Lebensraumzerstörungen. Daher stehen sie beim Weltnaturschutzunion auf der Roten Liste und gelten als „stark gefährdet“.

Grundsätzlich setze sich der Zoo bei der Eingewöhnung von neuen Tieren keinen Zeitplan, um ihnen alle Zeit zu geben, die sie benötigen. Gerade bei bedrohten Tierarten gebe es aber dennoch einige Ziele. Die Interaktion zwischen den Pflegern und den Tieren müsse sicher sein. „Uns ist wichtig, dass sich der Tiger gut an die Pflegerinnen gewöhnt, sich von diesen trainieren und in verschiedene Stallungen „positionieren“ lässt“, sagt Bräunig. Es müsse möglich sein, das Tier, wenn es sich in der Außenanlage aufhält, bei Notfällen zurückzurufen. Gegenseitiges Vertrauen ist die Voraussetzung dafür. Und die braucht eben etwas Zeit. Bevor Kasimir nach draußen darf, müssen an der Außenanlage noch Verbesserungsarbeiten gemacht werden. Laut Bräunig sind die aber so gut wie abgeschlossen. „Wir sind zuversichtlich, dass Kasimir bald in seine Außenanlage darf.“ (cj/ebu)

Rubriklistenbild: © Claudia Philipp

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare