Wirtschaftskraft von 850 Millionen Euro

Kölner Karneval trotzt Flaute: 42 Prozent Wachstum in sechs Jahren

Was so bunt und lustig aussieht, spülte zuletzt 850 Millionen Euro in die Kölner Wirtschaft.
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Was so bunt und lustig aussieht, spülte zuletzt 850 Millionen Euro in die Kölner Wirtschaft.

Während die deutsche Wirtschaft ächzt, legt der Kölner Karneval zu. In der Session 2024/25 erreichte das närrische Treiben eine Wirtschaftskraft von 850 Millionen Euro – ein Plus von 42 Prozent.

Köln – Wachstum gegen den Trend: Die Zahlen lesen sich wie ein Gegenentwurf zur allgemeinen Wirtschaftsstimmung. 470.000 Übernachtungen in der Stadt, ausverkaufte Säle, volle Züge und Straßen – der Karneval ist einer der wenigen Bereiche, in denen die Nachfrage nach der Pandemie noch einmal gestiegen ist, wie eine Studie der Boston Consulting Group und der Rheinischen Hochschule Köln zeigt: Besonders stark wuchs der Bereich „Tourismus und Veranstaltungen“ mit rund 70 Prozent, aber auch Gastronomie und Einzelhandel legten deutlich zu, schreibt yeswe.koeln.

Kölsch kostet im Schnitt 2,30 Euro

„Die Wirtschaftskraft des Karnevals hat sich stark weiterentwickelt und ist ein Aktivposten für die Stadt“, sagt Dennis Utzerath von der Boston Consulting Group. „Fast alle Formate sind besser besucht denn je – aber auch die Kosten sind kräftig gestiegen.“ Dazu kommt die Inflation, die das Gesamtvolumen zusätzlich nach oben treibt. Im Karneval wirken sich höhere Preise direkt aus: Ein Kölsch kostet in der Kneipe inzwischen im Schnitt 2,30 Euro (2022 waren es noch unter 2 Euro) und Hotelzimmer sind zu Spitzenzeiten rar. Trotzdem bleiben die Kneipen voll.

Kölns oberster Karnevalsboss Christoph Kuckelkorn (r.) mit Dr. Dennis Utzerath und Prof. Silke Schönert von der RH Köln

Zwischen Euphorie und Aufwand

Rund 6.500 Arbeitsplätze hängen inzwischen direkt oder indirekt am Karneval – von der Gastronomie über Hotels bis zu Sicherheitsdiensten und Veranstaltern. Über zwei Millionen Menschen kamen zu den Umzügen, eine weitere Million besuchte Sitzungen und Bälle. Etwa 30.000 Ehrenamtliche halten das System am Laufen, von der Tanzgruppe bis zum Wagenbau.

Für Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees, zeigen die Zahlen zwei Seiten: wirtschaftliche Stärke und strukturelle Belastung. „Die Masse des Karnevals wird nach wie vor von Ehrenamtlichen getragen, während die Kosten für Personal, Security und Gebühren weiter steigen. Wir brauchen Lösungen, um das Brauchtum langfristig abzusichern.“ Trotz steigender Preise, Sicherheitsauflagen und Kritik an Kommerzialisierung wächst der Karneval weiter. Laut Studie bleibt er nicht nur ein kulturelles Aushängeschild, sondern auch einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt.

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