Trotz vieler Interessenten
Hat schon als Welpe ihr Zuhause verloren: May zu vermitteln ist schwierig
Einige Hundearten, sogenannte Listenhunde, dürfen in NRW nicht ohne Weiteres gehalten werden. Das macht die Vermittlung oft schwierig – auch Hündin May wartet auf ein erfahrenes Zuhause.
Hückelhoven – Bei weitem nicht alle Hunde in NRW sind mit dem Glück gesegnet, in einem liebevollen Zuhause aufzuwachsen. Für sie ist die nächste Station dann oft das Tierheim. Auch die kleine Hündin May hatte einen schwierigen Start ins Leben. Jetzt ist sie bei den Tierschützern des Vereins Initiative Kampfhund in Hückelhoven untergebracht.
May ist zarte fünf Monate alt und kam zusammen mit ihren vier Geschwistern im Rahmen einer Sicherstellung zu den Tierschützern. Da war sie gerade zwölf Wochen alt. So früh schon das Zuhause zu verlieren, steckt nicht jeder Hund gut weg. May ist da wohl eine Ausnahme. Als American-Staffordshire-Terrier-Mix braucht die Hündin nämlich Halter, die bestimmte Anforderungen erfüllen.
Neue Besitzer müssen strenge Anforderungen erfüllen
May ist ein Listenhund – schon im Voraus müssen Besitzer, neben anderen Voraussetzungen, ein Führungszeugnis und einen Sachkundenachweis vorlegen. Und auch die Persönlichkeit und Erfahrungswerte der Menschen müssen stimmen. „Dann führen wir mit den Leuten ein Telefonat und kommen zur Vorkontrolle und gucken uns das Zuhause an“, erklärt Anke Krause von der Initiative Kampfhund im Gespräch mit wa.de. Da der Verein bundesweit vermittelt, kann das je nach Entfernung auch schon mal etwas dauern. Und auch das Führungszeugnis zu beantragen kann zwischen zwei und drei Wochen in Anspruch nehmen.
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May zu vermitteln ist also gar nicht so leicht. Dabei hat sie schon jetzt eine Flut an Interessenten. „Es haben sich schon bestimmt 500 Menschen gemeldet“, sagt Anke Krause. Das hört sich nach einer Menge an, muss aber nicht unbedingt was heißen: „Von 500 machen wir vielleicht bei 25 Interessenten Vorkontrollen“, so die Tierschützerin. An Hundeanfänger vermittelt der Verein überhaupt nicht. „Das sind zwar keine gefährlichen, aber dafür anspruchsvolle Hunde. Die haben so einen süßen Blick drauf, aber wickeln einen dann so um den Finger“, weiß sie. „In den falschen Händen wäre das eine Katastrophe.“
Vermittlung
Wer sich für Hündin May interessiert und die Anforderungen erfüllt, kann sich über die Website der Initiative Kampfhund melden. Dort müssen Interessenten einen Fragebogen ausfüllen.
Den süßen Blick hat auch May schon gemeistert. Sie sei intelligent, mutig und verschmust. „Die ist wirklich ein Traum“, sagt Anke Krause. May kenne die Grundkommandos, sei stubenrein und zeige viel Freude daran, Neues zu lernen. May brauche „erfahrene Menschen mit klarer, liebevoll-konsequenter Führung“, die ihr auch mal Grenzen aufzeigen – denn die bestimme sie ansonsten gern selbst.
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Rubriklistenbild: © FairyLusion / Jessica Görgens-Rieder
