Kosten-Statistik

Gefährliche Hunde: NRW-Städte erhöhen Steuer – oder führen sie neu ein

Hunde können je nach Wohnort teuer werden. Wo die Hundesteuer in NRW besonders hoch ist, zeigt eine neue Liste. Es kann aber auch sein, dass der erste Hund gratis ist.

Hamm - Alles wird teuer; so war es in den vergangenen zwölf Monaten in fast allen Bereichen des Alltags. Auch der beste Freund des Menschen ist von Kostensteigerungen nicht ausgenommen. Etliche Städte in Nordrhein-Westfalen haben die Hundesteuer erhöht, wie eine Aufstellung des Bundes der Steuerzahler (BdSt) NRW zeigt. Besonders deutlich haben zum Teil die Tarife bei den „gefährlichen Hunden“ angezogen, wie wa.de berichtet.

Viele Städte in NRW erhöhen Steuer für gefährliche Hunde – andere führen sie neu ein

Die Hundesteuer ist eine feine Sache für Städte und Gemeinden. Sie bringt ihnen Geld, das nicht zweckgebunden ist, also frei verwendet werden kann. Der Bund der Steuerzahler wettert seit langem gegen Bagatellsteuern wie diese. Die Städte halten jedoch daran fest, und wer will es ihnen verdenken? Viele Kommunen haben kaum Geld, der jüngste Tarifabschluss im öffentlichen Dienst wird die Finanzlage noch schwieriger machen.

Eine neue Übersicht zeigt, dass etliche Städte an der Steuerschraube gedreht haben. 19 Städte haben nach Informationen des Bundes der Steuerzahler in NRW entweder Hundesteuern erhöht oder neu eingeführt:

  • Barntrup
  • Bedburg-Hau
  • Bergisch Gladbach
  • Erkrath*
  • Geilenkirchen
  • Geldern
  • Hemer
  • Hövelhof
  • Lage
  • Langenfeld
  • Leverkusen**
  • Lübbecke*
  • Mettmann
  • Neuenrade*
  • Neuss
  • Nordkirchen*
  • Reichshof
  • Willebadessen
  • Kalkar

* gesonderte Steuersätze für gefährliche Hunde neu eingeführt.
** Steuern für normale Hunde gesenkt, aber gesonderte Steuersätze für gefährliche Hunde neu eingeführt.

Hundesteuer in NRW: Fünf Städte erhöhen Tarife für gefährliche Hunde

Auffällig in diesem Jahr: Die Steuern für sogenannte gefährliche Hunde steigen, fünf Kommunen haben sie neu eingeführt: Erkrath, Leverkusen, Neuenrade, Nordkirchen und Lübbecke. Nach Paragraph 3 des Landeshundegesetzes von NRW gelten Pittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier „und deren Kreuzungen untereinander sowie deren Kreuzungen mit anderen Hunden“ als gefährliche Hunde. Zudem gibt es Einzelfallregelungen.

Am günstigsten hält man einen solch „gefährlichen Hund“ in Legden im Münsterland mit einem Steuersatz von 120 Euro. In Solingen und Heimbach muss man hierfür bereits das Zehnfache zahlen: 1.200 Euro. Diese beiden Städte führen die Liste der Hundesteuersätze in NRW an. Doch auch danach wird es nicht schlagartig günstiger. Die 20 NRW-Städte mit den höchsten Hundesteuern für gefährliche Hunde:

Städte/GemeindenHundesteuer
Heimbach1200 Euro
Solingen1200 Euro
Hürtgenwald1161,6 Euro
Siegburg1100 Euro
Nörvenich1000 Euro
Schwelm1000 Euro
Swisttal1000 Euro
Wuppertal1000 Euro
Mettmann970 Euro
Hilden960 Euro
Kreuzau960 Euro
Monheim960 Euro
Langenfeld950 Euro
Langerwehe900 Euro
Sprockhövel900 Euro
Marsberg880 Euro
Lüdenscheid864 Euro
Kürten860 Euro
Neunkirchen-Seelscheid856 Euro
Essen852 Euro

Prozentual fallen die Steigerungen unterschiedlich aus. Kalkar erhöht die Steuer für den ersten gefährlichen Hund von 400 auf 600 Euro, also um 50 Prozent. In Geilenkirchen werden Besitzer gefährlicher Hunde mit einem Plus von 40 Prozent (420 statt 300 Euro) zur Kasse gebeten. In Bergisch Gladbach liegt die Erhöhung dagegen etwa nur bei 4 Prozent; dort sind allerdings stattliche 700 Euro zu berappen. In die Vollen geht Langenberg, nämlich von 0 auf 950 Euro.

Hundesteuer in NRW: In Ahlen zahlt man nichts, in Hagen 180 Euro

Generell ist die Spanne bei der Hundesteuer (für nicht gefährliche Hunde) groß. Ahlen – gelegen im Kreis Warendorf zwischen Hamm und Münster – ist die einzige Stadt in NRW, in der für den ersten Hund keine Steuern fällig sind. Verl ist mit 24,60 Euro ebenfalls noch günstig. In Hagen dagegen zahlen Halter für den ersten Hund 180 Euro pro Jahr und somit NRW-weit am meisten. Faustregel: Hunde sind in großen Städten teurer.

18 Kommunen haben die Steuersätze für Hunde allgemein erhöht. Es gibt eine Ausnahme. „Leverkusen hat als einzige Stadt in Nordrhein-Westfalen die Steuersätze gesenkt“, sagt Rik Steinheuer, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler NRW. Und zwar um 60 Euro für den ersten und um 108 Euro für den zweiten Hund.

Welcher Hund passt zu mir? Zehn Hunderassen, die besonders anhänglich sind

Der Golden Retriever ist ein sehr beliebter Familienhund und eine richtige Schmusebacke.
Der Labrador Retriever gilt als einer der anhänglichsten Hunderassen überhaupt.
Der Boxer ist ein unglaublich verspielter und neugieriger Hund.
Der Berner Sennenhund ist ein großer und kräftiger Hund, gilt aber als verschmuster Schoßhund.
Welcher Hund passt zu mir? Zehn Hunderassen, die besonders anhänglich sind

107 Städte und Gemeinden bieten eine Vergünstigung bei bestandenem Wesenstest auf den Steuersatz für normale Hunde an. Fünf weitere Städte und Gemeinden bieten dies nur bei bestimmten Hunderassen oder Tierheim-Hunden an (Ascheberg, Espelkamp, Horn-Bad Meinberg, Nettersheim und Warburg). Das sind die NRW-Städte mit den höchsten Hundesteuern für den ersten Hund:

Städte/GemeindenHundesteuer
Hagen180 Euro
Bochum168 Euro
Wülfrath168 Euro
Bonn162 Euro
Mülheim a.d. Ruhr160 Euro
Wuppertal160 Euro
Dortmund156 Euro
Essen156 Euro
Köln156 Euro
Oberhausen156 Euro
Herne152 Euro
Solingen151,2 Euro
Bielefeld144 Euro
Mönchengladbach138 Euro
Witten138 Euro
Bergheim132 Euro
Duisburg132 Euro
Erkrath132 Euro
Gladbeck132 Euro
Remscheid132 Euro

Hundesteuer in NRW: Steuerbefreiung bei Hunden aus dem Tierheim

Als positiv bewertet der Bund der Steuerzahler „Rabatte“ für Hunde, die aus einem Tierheim übernommen werden. Demnach bieten 170 Städte und Gemeinden eine befristete Steuerbefreiung an, meist für ein Jahr. Nordkirchen, Lübbecke, Rhede, Krefeld und Brühl haben die Steuerbefreiung für Tierheimhunde neu eingeführt. Grevenbroich und Lüdenscheid haben die Steuerbefreiung von einem Jahr auf zwei Jahre verlängert. Recklinghausen dagegen hat die Steuerbefreiung für Tierheimhunde für einen Zeitraum von zwei Jahren abgeschafft.

Ein Tierheim im Sauerland hat eine Hündin aus prekären Verhältnissen gerettet. Paula wurde in Rumänien angekettet und war ausgehungert.

Rubriklistenbild: © IMAGO/galkinvladimir

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare