Wahrzeichen einer Region

Bekannt in ganz Europa: Deutschlands höchste Statue steht in NRW

NRW, das Land der Superlative: Hier findet man unter anderem die höchste Statue Deutschlands. Sie steht im Teutoburger Wald – und man kennt sie in ganz Europa.

Detmold - Es ist ein beliebtes Ausflugsziel in Nordrhein-Westfalen und lockt jährlich Tausende Touristen an: das Hermannsdenkmal. Mit gezogenem Schwert thront die höchste Statue Deutschlands auf der Grotenburg im Teutoburger Wald. Das Hermannsdenkmal ist nicht nur über die Grenzen von NRW hinweg bekannt. Sogar außerhalb von Deutschland sind die Menschen fasziniert von der Statue, die an einen Fürsten erinnert, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer der Symbolfiguren der nationalstaatlichen Einigungsbewegung wurde.

Hermannsdenkmal: Die höchste Statue Deutschlands steht in NRW

Die Figur der Statue ist nach Angaben des Landesverbands Lippe 26,57 Meter hoch. Insgesamt bringt es das Hermannsdenkmal auf sagenhafte 53,56 Meter. Die Figur des Hermanns besteht aus einer Eisenrohrkonstruktion und steht auf einem Unterbau aus Sandstein, der sogenannten „Ruhmeshalle“. Über eine Wendeltreppe kommen Besucher auf eine Plattform unterhalb der Kuppel des Unterbaus. Von dort können sie eine „360-Grad-Fernsicht über Lippe genießen“, so der Landesverband Lippe.

Das Hermannsdenkmal überragt den Teutoburger Wald in NRW und ist die höchste Statue Deutschlands.

Das Hermannsdenkmal in NRW war einst sogar die höchste Statue der westlichen Welt. Denn als es im Jahr 1875 fertiggestellt wurde, stand die Freiheitsstatue in den Vereinigten Staaten noch nicht. Die „Statue of Liberty“ wurde erst im Jahr 1886 eingeweiht. Mittlerweile steht die höchste Statue der westlichen Welt und somit auch Europas in der Ukraine. Im Jahr 1981 wurde die „Mutter Ukraine“ eingeweiht. Die Figur ist 62 Meter hoch, das Denkmal hat eine Gesamthöhe von 102 Metern.

Übrigens: Die Siegessäule in Berlin ist zwar höher als das Hermannsdenkmal in NRW, gilt aber nicht als Statue, sondern als Monument. Die Siegessäule ist 67 Meter hoch.

Das Hermannsdenkmal in NRW ist die höchste Statue Deutschlands

Die Geschichte des Hermannsdenkmal reicht zurück bis ins Jahr 9 nach Christus. Seinerzeit besiegten die germanischen Stämme unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius die römischen Legionen unter Publius Quinctilius Varus. „Die Schlacht leitete das Ende der römischen Feldzüge zur Eroberung Nord- und Nordwestdeutschlands ein“, erklärt der Landesverband Lippe. Dadurch gelang Arminius die Vereinigung der germanischen Stämme.

Der Cheruskerfürst wurde deshalb zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer der Symbolfiguren der nationalstaatlichen Einigungsbewegung. Anhänger dieser Bewegung war Ernst von Bandel (1800- 1876), ein Architekt und Bildhauer. Laut des Landesverbands widmete er sein ganzes Leben der Idee, mit einem Denkmal ein allgemeingültiges Nationalsymbol zu schaffen. „Er realisierte diese Idee mit dem Hermannsdenkmal.“

Hermannsdenkmal

Das Hermannsdenkmal steht auf der Grotenburg, einem 386 Meter hohen Berg im Süden des Teutoburger Waldes in Detmold. Die Stadt im Kreis Lippe liegt rund 30 Kilometer östlich von Bielefeld.

Und wie kam es zu dem Namen Hermann? „Aus ,Arminius‘ war Anfang des 16. Jahrhunderts ,Hermann‘ geworden – in der Annahme, Arminius sei eine lateinische Ableitung aus dem germanischen ,Heermann – Mann des Heeres‘“, erklärt der Landesverband. Die Bauarbeiten des Denkmals begannen im Jahr 1838. Ernst von Bandel suchte selbst die Grotenburg als den Berg aus, auf dem seine Statue stehen sollte. Erst 37 Jahre später, im Sommer 1875, wurde das Denkmal durch Kaiser Wilhelm I. eingeweiht. Ein Jahr später starb Ernst von Bandel.

Ein weiterer Superlativ in NRW befindet sich in Hamm. Dort „lebt“ der größte Elefant der Welt.

Rubriklistenbild: © Pond5/xWireStockx/Imago

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