Tipps und Tricks
Heizkörper richtig entlüften: Dieser typische Fehler treibt jetzt die Heizkosten in die Höhe
Zum Start der Heizsaison kämpfen viele Haushalte mit kalten Heizkörpern. Das Problem lässt sich häufig leicht beheben – mit der richtigen Entlüftungstechnik.
Ab Oktober wird in vielen Haushalten wieder die Heizung aufgedreht. Gerade bei alten Geräten kennen manche aber die bekannten Probleme, wenn die Heizkörper über einen längeren Zeitraum nicht in Anspruch genommen worden sind. Die Heizung wird dann oft nicht richtig warm, gluckert nur. Gemütlich geht anders. Die Lösung des Problems ist zum Glück denkbar einfach: Wer seinen Heizkörper richtig entlüftet, wird es bald schon wieder wohlig warm in der Wohnung oder im Haus haben. Wichtig ist nur, dass man dabei bestimmte Fehler vermeidet.
„Herbstliche Temperaturen abends und am Morgen wecken immer mehr Heizungen aus dem ‚Sommerschlaf‘“, erklärt der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG). Wenn sich Heizkörper dann nicht richtig erwärmen und gluckern, lässt sich das Problem bereits durch richtiges Entlüften lösen. Aufgepasst: Bevor die Heizung aufgedreht wird, sollten Verbraucher einen simplen Test durchführen, um kein Geld unnötig zu verheizen.
Wenn Heizungen gluckern, sollten sie entlüftet werden
„Der Grund für das Gluckern ist häufig Luft, die sich im Heizungssystem sammelt“, sagt Markus Lau, Technikexperte beim Deutschen Verband Flüssiggas e. V. (DVFG). „Luft leitet Wärme schlechter als Wasser. Dadurch arbeiten schlecht entlüftete Heizkörper ineffizient und verursachen höhere Energiekosten.“
Heizkörper aus dem Winterschlaf holen
Schlecht entlüftete Heizkörper arbeiten ineffizient und verursachen höhere Energiekosten. Luft im Heizungssystem kann außerdem zu einem gluckernden Geräusch führen und dafür sorgen, dass Heizkörper kalt bleiben.
Wer seine Heizung nun richtig entlüften möchte, um Geld und Energie während der Heizperiode zu sparen, sollte vier Tipps des Experten beherzigen. Markus Lau hat sie parat:
- 1. Das richtige Equipment und der passende Entlüftungsschlüssel: „Um Luft aus Heizkörpern zu entfernen, braucht es einen passenden Entlüftungsschlüssel, den es für wenige Euro im Baumarkt zu kaufen gibt“, sagt Markus Lau. Weiterhin wichtig sein „ein Becher und ein Lappen zum Auffangen des austretenden Wassers“.
- 2. Heizung und Umwälzpumpe ausschalten: „Am besten nach dem Ausschalten mindestens eine halbe Stunde warten. Dann hat sich das Heizungswasser abgekühlt und die Luftbläschen haben sich im Heizkörper gesammelt“, sagt Markus Lau. Beim Entlüften sei man dann vor heißem Spritzwasser geschützt. Nach dieser Wartezeit die Heizkörperthermostate voll aufdrehen.
- 3. In der richtigen Reihenfolge entlüften: Anschließend sollte man mit dem Entlüftungsschlüssel das Entlüftungsventil vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn aufdrehen und den Becher bereithalten, um das Wasser aufzufangen. Zunächst entweiche zischend Luft aus dem Entlüftungsventil. „Sobald nach kurzer Zeit konstant Wasser austritt, das Entlüftungsventil schnell wieder schließen. Mit einem Lappen das Ventil abtrocknen und kontrollieren, ob es dicht ist. Bleibt das Ventil anschließend trocken, ist es wieder korrekt verschlossen“, sagt Lau. Und mit welchem Heizkörper anfangen? „Effizientes Entlüften beginnt idealerweise mit dem Heizkörper, der der Heizungsanlage am nächsten liegt. Anschließend dann den jeweils nächstgelegenen entlüften“, rät der DVFG-Technikexperte.
- 4. Nach der Entlüftung Heizung wieder anstellen: Sind alle Heizkörper vollständig entlüftet, kann die Heizungsanlage eingeschaltet werden. „Ist das Gluckern verschwunden, läuft die Heizung optimal – energieeffizient und kostensparend“, sagt Markus Lau. Wichtig: „Zum Abschluss unbedingt noch einmal den Wasserdruck der Heizungsanlage prüfen. Ist er nach dem Entlüften zu niedrig, sollte Wasser nachgefüllt werden“, so Markus Lau.
Wer in diesen vier Schritten seine Heizung richtig entlüftet, sollte eigentlich keine Probleme mehr haben. „Werden die Heizkörper auch nach dem Entlüften nicht richtig warm und das ‚Gluckern‘ der Heizung ist weiterhin zu hören, sollte eine Fachkraft für Sanitär, Heizung und Klima verständigt werden“, sagt Experte Markus Lau.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im Oktober 2023 auf unseren Portalen.
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