Saison geht los

Früher Start der Pollensaison in NRW sorgt für Beschwerden – das hilft

In Nordrhein-Westfalen hat die Pollensaison ungewöhnlich früh und intensiv begonnen. Vor allem Haselpollen sorgen seit Wochen für Beschwerden.

Die Pollensaison in Nordrhein-Westfalen hat in diesem Jahr ungewöhnlich früh und intensiv begonnen. Bereits seit Wochen kämpfen Allergiker mit Beschwerden, die durch den starken Flug von Haselpollen verursacht werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell vor einem mittelstarken Pollenflug in vielen Regionen des Bundeslandes.

Die Pollensaison legt in NRW einen Frühstart hin.

Laut dem Pollenkalender sind derzeit vor allem Pollen von Eibe, Erle und Hasel in der Luft verbreitet. Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD betont gegenüber dem WDR die Außergewöhnlichkeit der Situation: „Dass es schon seit Mitte Januar eine so starke Belastung gebe, sei sehr ungewöhnlich“. Bereits am 10. Dezember wurde der erste blühende Haselstrauch gemeldet, und zum Jahreswechsel stand in NRW fast die Hälfte der Haselsträucher in Blüte.

Aktuelle Belastung durch Frühblüher in NRW – Ursachen und Mechanismen der allergischen Reaktion

Heuschnupfen, auch als Pollenallergie bekannt, ist eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems. Dr. med. Christoph Haurand von der Uniambulanz Witten erklärt: „Eine Allergie ist, etwas vereinfacht gesagt, eine falsch programmierte Entzündungsreaktion des Immunsystems. Eine eigentlich unschädliche Substanz wird als „Angreifer“ eingestuft, und der Körper reagiert mit einer Abwehrreaktion“ .

Bei einer Pollenallergie erfolgt die allergische Reaktion unmittelbar, nachdem die Pollen mit den Schleimhäuten in Berührung gekommen sind. Bereits wenige Pollenkörner reichen aus, um eine Reaktion des Immunsystems auszulösen.

Die Symptome einer Pollenallergie können vielfältig sein und unterschiedlich stark ausgeprägt auftreten. Dr. Haurand beschreibt gegenüber IPPEN.DIGITAL: „Betroffen sind in erster Linie die Körperstellen, mit denen die Allergene direkt in Berührung kommen: also die Bindehaut der Augen oder die Schleimhaut der Nase. Reizungen oder Schwellungen der Schleimhäute, Tränenfluss, Fließschnupfen und Niesattacken sind die Folge“ .

Einflussfaktoren auf die Pollenbelastung in NRW

Die Intensität der allergischen Reaktionen kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. „Die Pollenkonzentration und Allergenmenge, die durch eine Pflanze ausgelöst werden, schwanken je nach Umgebung, Temperatur, Witterung, Windverhältnissen oder Luftschadstoffen“, so die Uniambulanz Witten. Besonders problematisch können erhöhte Stickoxid- oder Ozonwerte sein, die die Menge der Pollen und deren Allergenität steigern und somit besonders starke allergische Reaktionen begünstigen können, heißt es.

Der Klimawandel hat einen deutlichen Einfluss auf den Beginn und die Dauer der Pollensaison. Christina Endler vom DWD erklärt: „Der Beginn der Pollensaison verschiebt sich durch den Klimawandel seit Jahren immer weiter nach vorn. Im langjährigen Mittel hat sich der Beginn der Heuschnupfen-Saison innerhalb von 30 Jahren um 16 Tage nach vorn verschoben“. Als Hauptgrund nennt sie die milderen Wintertemperaturen, die zu einer früheren Entwicklung der Pflanzen führen.

Tipps für Allergiker in NRW

Um die Beschwerden zu lindern, empfehlen Experten verschiedene Maßnahmen:

  • Informiert bleiben: Nutzen Sie Pollenflug-Vorhersagen und Apps, um sich über die aktuelle Belastung zu informieren .
  • Lüften: In der Stadt am besten morgens, auf dem Land abends lüften, wenn die Pollenkonzentration geringer ist .
  • Kleidung wechseln: Nach dem Aufenthalt im Freien die Kleidung wechseln und vor dem Schlafengehen duschen, um Pollen zu entfernen .
  • Medikamentöse Behandlung: Bei starken Beschwerden können Antihistaminika oder kortisonhaltige Nasensprays helfen. Konsultieren Sie hierzu Ihren Arzt .
  • Langfristige Therapie: Eine spezifische Immuntherapie kann die Überempfindlichkeit des Immunsystems reduzieren.

Für Allergiker in NRW ist es wichtig, sich der aktuellen Pollensituation bewusst zu sein und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Mit den richtigen Maßnahmen und einer guten Vorbereitung lässt sich die Pollensaison trotz frühem Beginn besser bewältigen, wird betont. Pollenkalender und die oben beschriebenen Maßnahmen sind eine Hilfe. Das Wetter lässt den Pollenflug nicht abebben. Der Frühling bringt für manch einen weitere Probleme mit sich.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Elena Shishkina

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