Fast sein ganzes Leben im Tierheim
Fast sein ganzes Leben im Tierheim: Sanfter Rüde Ernie will ankommen dürfen
Ernie ist ein sanfter Bär. Er braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen und seine Unsicherheit abzulegen – denn seine Vergangenheit hat Spuren hinterlassen.
Bocholt – Ernie braucht dringend gute Erinnerungen. Was er bisher an Erfahrungen gesammelt hat, war offenbar nicht schön, wie das Tierheim Bocholt schreibt. Hier ist der Mischlingsrüde schon seit bald sechs Jahren. Und dabei ist Ernie noch jung, sollte eigentlich Liebe erfahren und ganz Hund sein dürfen.
Doch sein Leben ging vermutlich schon nicht schön los. „Den hübschen Ernie hatten wir aus einem überfüllten Tierheim übernommen“, schreiben seine Tierpfleger. „Ein eigenes Zuhause hat er vermutlich nie kennengelernt“.
Sanfter Ernie: Neue Menschen und fremde Situationen machen ihn unsicher
Von seiner Vorgeschichte trägt Ernie einige Narben auf dem kleinen Hundeherzen. Er ist schüchtern und unsicher, wenn er neue Menschen kennenlernt. Auch neue Situationen, hektische Bewegungen und Lärm setzen ihm doll zu. Manchmal wolle er dann noch schnappen, heißt es, doch das passiere nur noch selten. „Besucher werden zwar neugierig begrüßt, hier bleibt Ernie aber meist auf Sicherheitsabstand – er muss seine Menschen erst kennenlernen.“
In seinem neuen Zuhause braucht Ernie laut Tierheim „Menschen, die ihm Zeit zum Einleben geben, die nicht zu viel von ihm erwarten, ihn von selber die ersten Schritte tun lassen“. So kann der sanfte Rüde sich sicher fühlen und sein eigenes Tempo wählen, in dem er Vertrauen fasst. In seiner Hundebox im Tierheim mache Ernie „keine gute Figur“: „[H]ier werden Fremde meistens verbellt. Das geschieht aus Unsicherheit, schreckt aber viele Leute ab.“
Seine neue Familie sollte außerdem ohne Kinder und die Atmosphäre ruhig sein. Außerdem müssen die neuen Menschen sich darauf einstellen, dass Ernie doppelt gesichert werden muss – beim Spazierengehen sowie zu Beginn auch in einem eingezäunten Garten. Fenster und Türen sollten sicher geschlossen sein. Ob Ernie Artgenossen in seinem neuen Heim mag, entscheidet er selbst. Zur Sicherheit solle er aber Einzelhund sein, auch wenn er seinen Kumpel Bert im Tierheim sehr mochte.
Rüde Ernie sucht Menschen, die ihm Sicherheit geben
Ernie mag es nicht, ins Auto zu springen. Jedenfalls noch nicht – ein Mensch mit Geduld, großem Herzen und viel Sicherheit könnte ihm das vielleicht beibringen. „Gibt es einen Hundefreund, der sich die Mühe macht, das Herz von Ernie zu erobern und ihm ein behütetes Heim schenkt und der ihn anfangs mehrmals bei uns besucht?“, fragt das Tierheim. Auf der Website über ihn gibt es außerdem mehrere Videos und viele Fotos, die Ernies Charakter zeigen und wie toll er an der Leine läuft.
Auch Hündin Angel musste erst mal Vertrauen zu ihren Menschen fassen. Sie sucht ebenfalls ein ruhiges Zuhause und hofft im Tierheim Duisburg auf Menschen mit Verständnis, Liebe und Geduld.
