Vertrauen durch Futter
„Angel hat keine einfache Vergangenheit hinter sich“: Hündin braucht erfahrenen Menschen
Angel fand durch ihre Futtermotivation Vertrauen zu Menschen. Spaziergänge meistert sie gut, doch fremde Hunde verunsichern sie. Ein ruhiges Zuhause wird gesucht.
Duisburg – Wenn Angel heute entspannt neben ihren Bezugspersonen spazieren geht und dabei aufmerksam auf jedes Kommando hört, ist das – ihrer Geschichte nach zu urteilen, die die Tierschützer vom Tierheim Duisburg erzählen – alles andere als selbstverständlich. Die Hündin kam aus schwierigen Verhältnissen ins Tierheim und brachte eine große Portion Misstrauen gegenüber Menschen mit. Doch ihre ausgeprägte Futtermotivation wurde zum Schlüssel für die ersten vorsichtigen Annäherungsversuche – mit den richtigen „Bestechungsversuchen“ gelang es den Tierpflegern schließlich, Angel zu zeigen, dass nicht alle Menschen eine Bedrohung darstellen.
„Angel kam aus schlechten Verhältnissen zu uns und brauchte Zeit, um Vertrauen zu gewinnen“, erklären die Tierschützer vom Tierheim Duisburg. Dann aber haben sie einen Zugang zu ihr gefunden. „Ihre ausgeprägte Futtermotivation spielte uns bei der Annäherung in die Karten und mit der richtigen Bestechung konnten wir die schöne Hündin davon überzeugen, dass nicht alle Menschen ihr etwas Böses wollen“, sagen sie.
Hund Angel macht Fortschritte – aber klare Grenzen nötig
Unter anderem auch dadurch hat die Hündin wohl zu ihren Bezugspersonen eine enge Bindung aufgebaut und genießt gemeinsame Aktivitäten sichtlich. Bei Spaziergängen folgt sie artig an der Leine, setzt Grundkommandos zuverlässig um und lässt sich gerne auf kleine Aufgaben ein – solange kein anderer Hund in Sichtweite ist. „Hundebegegnungen bringen sie leider aus der Fassung und sie braucht klares Management vom anderen Ende der Leine“, erklärt das Tierheim Duisburg. Zudem schreibt es noch: „Bei einer kontrollierten Zusammenführung mit anderen Hunden zeigte sich schnell, dass Angel nicht gelernt hat, richtig zu kommunizieren, weshalb sie andere Hunde nicht einschätzen kann.“
Hier benötigt Angel also in solchen Situationen ein klares Management. Ähnlich verunsichert reagiert sie auf fremde Menschen, die ihre Individualdistanz unterschreiten – was abwehrendes Verhalten auslösen kann. „Durch kontinuierliches und konsequentes Training hat Angel bereits gute Fortschritte gemacht und sie lässt sich mittlerweile aus ruhigen Hundebegegnungen und Bedrängnissituationen lotsen, ohne abwehrend zu reagieren“, erklärt das Tierheim Duisburg. Trotzdem brauche Angel „nach wie vor klare Grenzen und die richtige Anleitung, um nicht in alte Muster zu verfallen“.
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Wer Angel nun ein Für-immer-Zuhause – so wie vielleicht auch Wolfshund-Mischling Harry aus Rumänien – schenken möchte, sollte allerdings noch etwas wissen. Angel sucht erfahrene Halter, die ihr Sicherheit vermitteln können. Ein „geregelter Tagesablauf“ mit „entspannten Waldspaziergängen und ausgiebigen Kuschelzeiten“ wären demnach genau nach ihrem Geschmack, „weshalb wir uns einen ruhigen Haushalt in ländlicher Lage für die dunkle Hündin wünschen“, schreiben die Tierschützer und ergänzen: „Wichtig! Da Angel ein Anlagehund nach §3 ist, müssen ihre Übernehmer alle daran geknüpften Auflagen zur Haltung erfüllen.“