Zeche in Essen

Warum heißt die „Zeche Zollverein“ eigentlich so?

Die „Zeche Zollverein“ im Ruhrgebiet war einst die größte Zeche der Welt. Doch woher kommt eigentlich der Name der Essener Zeche?

Essen – Der „Eiffelturm des Ruhrgebietes“, das „Wahrzeichen des Ruhrgebiets“ oder einfach die „schönste Zeche der Welt“: Die „Zeche Zollverein“ in Essen hat viele Spitznamen und ist nicht nur bei den Menschen im Pott ein fester Bestandteil im Herzen. Seit 2001 gehört sie zum Welterbe der UNESCO. Damit gilt die „Zeche Zollverein“ offiziell von außergewöhnlichem universellem Wert und ist besonders schützenswert. Aber woher kommt eigentlich der Name für die Essener Zeche?

Daher hat die „Zeche Zollverein“ ihren Namen

Mit dem Namen der „Zeche Zollverein“ wollte Gründer Franz Haniel den Deutschen Zollverein wertschätzen (Archivbild).
„Zeche Zollverein“:
Adresse:Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen

Zwischen 1847 und 1986 wurden in den Schächten insgesamt 240 Millionen Tonnen Kohle abgebaut, über und unter Tage waren bis zu 8.000 Bergleute im Schichtwechsel beschäftigt. Insgesamt ist das Gelände rund 100 Hektar groß und somit größer als die Essener Stadtmitte (94 Hektar). Das Bergwerk galt als das größte und leistungsfähigste – nicht nur in NRW, sondern weltweit. Der Name „Zeche Zollverein“ war daher nicht nur in Europa eine feste Institution.

Gegründet wurde die „Zeche Zollverein“ von Johannes Franciscus „Franz“ Haniel. „Grundsätzlich waren Zecheninhaber in der Namensgebung ihres Bergwerks frei. Der eigene Vorname, der Vorname der Frau, der Heimatort, das Heimatland, eroberte Provinzen oder auch die Namen von Heiligen konnten als Inspiration dienen“, erklärt die Stiftung Zollverein. Aber warum hat sich Haniel dann für „Zeche Zollverein“ entschieden? Die Antwort: Der Unternehmer und Industriepionier wollte damit den Deutschen Zollverein wertschätzen.

Das ist der Deutsche Zollverein

► Im Jahre 1834 gründeten dreizehn Staaten den Deutschen Zoll- und Handelsverein, mit dem erstmals eine Art Binnenmarkt geschaffen wurde.

► Im Rahmen dieses Zusammenschlusses haben die teilnehmenden Parteien unter anderem auf die Erhebung von Zöllen verzichtet und konnten somit Geld sparen.

► Eine Entwicklung, die Franz Haniel ideal zu nutzen wusste, da er seine Produkte wie etwa Kohle und Koks so auch überregional vermarkten konnte.

Zeche Zollverein in Essen: Besondere Parallele führte zur Namensfindung

Außerdem sorgte laut Stiftung Zollverein eine besondere Parallele zur Namensfindung: „Der Deutsche Zollverein bestand aus dreizehn teilnehmenden Staaten – die Zeche aus dreizehn Mutungen, von denen eine Zollverein hieß“, so die Stiftung weiter. Mutungen sind dabei Genehmigungen, die für das Betreiben des Bergwerks nötig sind.

Zeche Zollverein in Essen: UNESCO-Weltkulturerbe wieder täglich geöffnet

Schon seit Jahrzehnten ist die „Zeche Zollverein“ stillgelegt. Dennoch lockt die Industriebaute als UNESCO-Weltkulturerbe samt zahlreichen Führungen und Veranstaltungen unzählige Touristen an. Zuletzt mussten die Öffnungszeiten allerdings aufgrund von Energiesparmaßnahmen eingeschränkt werden – bis jetzt. Die Essener Zeche ist seit April wieder täglich geöffnet.

Aktuell werden bei der „Zeche Zollverein“ übrigens die letzten Schächte stillgelegt. Die Rede ist von den Schächten 2 und XII. Diese blieben trotz Stilllegung des Bergwerks und der Kokerei weiterhin geöffnet. Der Grund: Dort wurden immer noch Pumpen bedient, die verhindert haben, dass das Grubenwasser unter Tage in das Grund- oder Trinkwasser läuft. Doch damit ist jetzt Schluss. Diese Arbeit sollen künftig mechanische Tauchpumpen übernehmen. (jw)

Rubriklistenbild: © Udo Gottschalk/Imago

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