Endgültige Schließung steht bevor

Tief unter der Zeche Zollverein sind noch immer zwei Schächte offen – doch das Ende naht

Die Schächte 2 und XII unter der Zeche Zollverein in Essen waren jahrelang immer noch geöffnet. Dafür gab es einen guten Grund. Jetzt steht das endgültige Aus bevor.

Essen – „Eiffelturm des Ruhrgebiets“, Unesco-Weltkulturerbe und seit Jahren Anziehungspunkt für Touristen: Die Zeche Zollverein in Essen hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Das ehemalige Steinkohlebergwerk ist heute ein Industrie-Denkmal. Mit einem riesigen Magneten wird Zeche Zollverein mittlerweile sogar für die Forschung genutzt.

Die Förderanlagen wurden schon 1986 stillgelegt. Trotzdem sind auch heute noch zwei Schächte in der Zeche geöffnet. Dafür gab es aber einen wichtigen Grund. Doch das endgültige Aus steht bevor. Und die Zeche wird jetzt vollständig geschlossen. Unter Tage kommt man dort dann nicht mehr.

Die Zeche Zollverein in Essen ist Unesco Weltkulturerbe. Unter Tage kann man inzwischen aber nicht mehr.

Zwei Schächte der Zeche Zollverein immer noch geöffnet – wegen des Grubenwassers

Die Rede ist von den Schächten 2 und XII. Diese blieben trotz Stilllegung des Bergwerks und der Kokerei weiterhin geöffnet. Der Grund: Dort wurden immer noch Pumpen bedient, die verhindert haben, dass das Grubenwasser unter Tage in das Grund- oder Trinkwasser läuft. „Früher haben wir Grubenwasser gepumpt, damit der Bergmann unter Tage vernünftig arbeiten konnte. Heute pumpen wir das Wasser, weil wir nicht wollen, dass es mit Grund- und Trinkwasser in Berührung kommt“, erklärte mal Christof Beike, Pressesprecher der Ruhrkohle AG.

Letzte offene Schächte der Zeche Zollverein werden mit Beton gefüllt

Aber jetzt ist Schluss damit. Diese Arbeit sollen künftig mechanische Tauchpumpen übernehmen. Unter Tage muss dann niemand mehr in der Zeche Zollverein. Und das kann inzwischen auch niemand mehr. Denn am 4. März waren die Mitarbeiter der Grubenwehr ein letztes Mal zur Kontrolle in den Schacht gefahren. Die Grubenwasserpumpen wurden abgeschaltet. Dafür floss an dem Freitagabend um 20 Uhr der erste Beton in den Schacht, wie die Zeche bekannt gab.

Denn die letzten beiden Schächte 2 und XII der Zeche Zollverein werden jetzt nach und nach mit Beton gefüllt und damit endgültig geschlossen. Gleichzeitig werden hunderte Meter Rohrleitungen in die Tiefe verlegt, durch die später die Tauchpumpen herabgelassen werden sollen. Diese Arbeiten sollen bis Ende 2024 dauern. „Auf Zollverein ist also ein letztes Mal die ganz große Maloche angesagt“, heißt es passend auf der Website der Zeche.

Rubriklistenbild: © mix1/Imago

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