Kriminalstatistik aus Essen
„Unwahrscheinlich viele Messer“: Stadt hat Gewalt-Problem
Die Kriminalität in Essen ist im Jahr 2022 gestiegen. Die Polizei meldete fast 50.000 Straftaten. Besonders Jugendgewalt und Messerangriffe bereiten Sorge.
Essen – Die Zahl der Straftaten in Essen ist im Jahr 2022 im zweiten Jahr in Folge angestiegen. Das geht aus der Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Essen hervor. Anlass zur Sorge gibt es laut Polizei vor allem bei Kindern und Jugendlichen, da dort die Kriminalität im Vergleich zu 2021 teilweise um mehr als die Hälfte angestiegen sei. Auch die Zahl der Messerangriffe ist angestiegen.
In 275 Fällen sei laut der Polizei ein Messer zum Einsatz gekommen. Damit stiegen die Straftaten mit Messer-Einsatz um mehr als 60 Fälle an. „Es werden unwahrscheinlich viele Messer mitgeführt“, sagte der Leiter der Direktion Kriminalität, Ralf Wagener, gegenüber der WAZ.
Essen: Immer öfter sind die Täter noch Kinder
Für das Jahr 2022 erfasste die Polizei in Essen in NRW insgesamt rund 50.000 Straftaten. Davon seien laut Statistik knapp die Hälfte auch aufgeklärt worden. Einen großen Anstieg verzeichnete die Polizei bei der Kriminalität im Kinder- und Jugendbereich. Die Zahl der Kinder, die 2022 Straftaten verübten, stieg im Vergleich zu 2021 laut Polizei um 55 Prozent an. Damit wurden im vergangenen Jahr 936 Kinder unter 14 Jahren straffällig. Bei den Jugendlichen stieg die Zahl der Fälle auf 2.151 an. Das entspricht laut Kriminalstatistik einem Zuwachs von mehr als 30 Prozent.
Ein ähnliches Phänomen war zuletzt auch in Gelsenkirchen zu beobachten. Dort sorgten Jugendgangs immer wieder für Ärger. Einige Teenies wurden nach Raubzügen von der Polizei Gelsenkirchen festgenommen. Manche von ihnen sind fast noch Kinder.
Stärkster Anstieg bei Gewalttaten in Essen
Der stärkste Anstieg zeigt sich laut der Kriminalstatistik für Essen bei den sogenannten „Rohheitsdelikten“, zu denen unter anderem Körperverletzungen zählen. Unter den mehr als 7.800 Fällen waren mehr als die Hälfte Gewalttaten. Laut Statistik gab es im vergangenen Jahr 4.145 Körperverletzungen in Essen. Ein Plus von 922 Fällen im Vergleich zu 2021. Als Reaktion auf die zahlreichen Messerangriffe prüfe die Polizei nun Waffenverbotszonen in der Stadt. (jr)