Nach Insolvenzantrag

Galeria in Essen: Oberbürgermeister meldet sich zu Wort

Galeria Kaufhof ist schon wieder insolvent. An vielen Standorten wächst die Sorge um die Arbeitsplätze. Auch Essens Bürgermeister meldet sich zu Wort.

Essen – Zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre hat die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof Insolvenz angemeldet. Der Konzern schrumpft. Vor vier Jahren gab es noch 170 Filialen in Deutschland, mittlerweile sind es nur noch knapp halb so viele. Auch für das Jahr 2024 hatte Galeria im Zuge einer vorherigen Insolvenz Schließungen angekündigt, darunter einige in NRW. Bei der letzten Insolvenz stand die Filiale in Essen nicht auf der Liste, aber bleibt das so? Und was ist mit den Mitarbeitern in der Hauptzentrale? Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen zeigt sich in einer Stellungnahme der Stadt besorgt um Galerias Zukunft.

Oberbürgermeister sorgt sich um Zukunft von Galeria in Essen

Dass auch die besten Bemühungen manchmal nichts bringen, zeigte sich zuletzt in Wuppertal. Monatelang hatte die Stadt mit dem Eigentümer und Galeria verhandelt. Bürgerinnen und Bürger hatten eine Menschenkette gebildet, um die Arbeitsplätze zu retten. Nun schließt die Filiale Mitte Januar. Wie es mit der Kaufhof-Filiale in Wuppertal weitergeht, ist derzeit noch unklar.

Galeria Kaufhof hat zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre Insolvenz angemeldet. (Symbolbild)

Galeria Kaufhof meldet Insolvenz an

► Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hatte am Dienstag, 9. Januar beim Amtsgericht Essen zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre einen Insolvenzantrag gestellt. 

►Noch gehört Galeria zur Signa-Gruppe, sucht jetzt aber einen neuen Eigentümer.

► Erste Gespräche mit potenziellen Investoren soll es bereits gegeben haben. Ziel sei die Fortführung von Galeria.

► Nach der vergangenen Insolvenz hatte der Warenhauskonzern etwa 40 Filialen schließen müssen.

► Galeria betreibt derzeit 92 Warenhäuser und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 15 000 Menschen.

Droht solch eine Situation auch in Essen? „Die Zeiten bleiben hart“, sagt Oberbürgermeister Thomas Kufen. Das gelte vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Galeria. Gerade in Essen betreffe die Bekanntgabe der Insolvenz nicht nur die Belegschaft der Filiale am Limbecker Platz, sondern auch die Menschen, die in der Hauptverwaltung arbeiten. In NRW und dem Ruhrgebiet wurden und werden im Zuge der zweiten Insolvenz einige Galeria-Filialen geschlossen:

  • Duisburg (Bereits geschlossen)
  • Gelsenkirchen (Bereits geschlossen)
  • Hagen (Bereits geschlossen)
  • Krefeld (Schließt im Januar 2024)
  • Leverkusen (Bereits geschlossen)
  • Mönchengladbach (Schließt im Januar 2024)
  • Neuss (Bereits geschlossen)
  • Siegburg (Schließt im Januar 2024)
  • Wuppertal (Schließt im Januar 2024)

Zuletzt hatte die Stadt an einem „zukunftsfähigen“ Konzept für das Warenhaus und gesucht und offenkundig auch gefunden. Die erneute Insolvenz von Galeria sei „nun wieder ein Schlag ins Kontor“, sagt Kufen. Mit einem Schutzschirmverfahren, wie es bei den letzten Insolvenzen stattfand, könne man dieses Mal nicht rechnen. „Es steht alles auf dem Prüfstand.“

Politik in Essen will sich für Galeria-Mitarbeiter einsetzen

Wie geht es jetzt weiter? „Gemeinsam mit der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft (EWG) bin ich mit den Verantwortlichen der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH in einem kontinuierlichen und vertrauensvollen Austausch“, sagt Kufen. Auch ein Gespräch mit dem Betriebsrat stehe an.

Im Vordergrund stehe vor allem der Erhalt der Arbeitsplätze, so Kufen. „Wir setzen uns weiter dafür ein, dass die Mitarbeitenden von Galeria eine verlässliche berufliche Perspektive am Standort erhalten.“ Die Hoffnungen seien groß, dass es gelingt, auch die Hauptverwaltung und die damit verbundenen Arbeitsplätze in Essen zu halten. (ebu)

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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