Wanderweg in Essen

Wandern in NRW – Baldeneysteig führt durch wunderbare Natur

Der Wanderweg Baldeneysteig in Essen geht hoch hinaus und bietet dabei Ausblicke auf den Baldeneysee. Auf dem Weg kann man einige Sehenswürdigkeiten besuchen.

Essen – Im Ruhrgebiet gibt es zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern. Darunter bietet auch die Ruhrgebiets-Metropole Essen neben Industriecharme und Großstadtflair ebenfalls einige schöne Wanderrouten, auf denen man rund um die Stadt die Natur genießen kann. Ein Besuch am größten Stausee des Ruhrgebiets, dem Baldeneysee im Essener Süden, steht dabei stets weit oben auf der Liste. In dessen unmittelbarer Nähe befindet sich der Baldeneysteig.

Rundwanderung durch das Essener Naherholungsgebiet

Auf dem Baldeneysteig gibt es zahlreiche Aussichtspunkte auf den Baldeneysee, wie beispielsweise die „Korte Klippe“.

Der Baldeneysee wurde 1931 als Wasserreservoir und zur Klärung des Ruhrwassers aufgestaut. Heute ist er ein Erholungsgebiet von überregionalem Rang und längst kein Geheimtipp mehr. Seit 2017 führt der Baldeneysteig um den See, ein 26,7 Kilometer langer Rundwanderweg, auf dem 600 Höhenmeter überwunden werden müssen. Der Wanderweg wird nicht umsonst als „Steig“ bezeichnet: Die Route geht in vielen Teilen anspruchsvoll in die Höhe und erfordert entsprechende Kondition.

Baldeneysteig – So kommt man hin

Mit dem ÖPNV: Vom Essener Hauptbahnhof gibt es einige Möglichkeiten, zum BaldeneySteig zu gelangen. Mit der S6 kann man direkt nach Essen-Werden fahren, mit der S9 zum Bahnhof Essen-Kupferdreh. Auch mit der Straßenbahn lässt sich der Baldeneysteig erreichen: Die Linie 107/108 fährt vom Essener Hauptbahnhof bis nach Bredeney. Von dort fahren die Buslinien 169 und die SB19 nach Werden. Mit der Buslinie 145 kann man direkt zur Haltestelle „Heisingen Baldeneysee“ fahren und mit der 155 erreicht man den Bahnhof Kupferdreh.

Mit dem Auto: Wer mit Auto unterwegs ist, kann einen der zahlreichen Parkplätze auf der Route des Baldeneysteigs ansteuern. Eine gute Ausgangsposition bieten beispielsweise die drei Parkplätze am Baldeneysee, der Parkplatz am Haus Scheppen, dem Jagdhaus Schellenberg oder am Bahnhof Kupferdreh, der Parkplatz Alfredstraße oder der Parkplatz Bredeneyer Kreuz.

Wer einen Blick von oben auf den See werfen möchte, kann dies bei einem Abstecher in den Schellenberger Wald tun, der oberhalb des Sees liegt. Startpunkt ist die Villa Hügel, die über dem Baldeneysee thront. Von dort geht es zu den Aussichtsplattformen „Korte Klippe“ und „Hermanns Blick“, zur Ruine Neu-Isenburg und durch die Siedlung Brandenbusch.

Das sind die Sehenswürdigkeiten auf dem Baldeneysteig

Stauwehr: Mit dem Stauwehr in Essen-Werden entstand 1933 der Baldeneysee. Zwei Turbinen produzieren hier Strom. Gleichzeitig dient das Wehr als Übergang von einer Seeseite zur anderen.

Haus Scheppen: Das adlige Lehnsgut aus dem 14. Jahrhundert wurde durch die Aufstauung der Ruhr zur Wasserburg und während des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt. Heute ist die Ruine direkt am Baldeneysee beliebter Ausflugstreff für Motorradfahrer und Spaziergänger.

Hespertalbahn Museumseisenbahn Essen: Die Museumsbahnstrecke verbindet den Bahnhof Kupferdreh mit der früheren Zeche Pörtingsiepen. Die 3,5 km lange Trasse führt nah am Baldeneysee entlang und bietet schöne Ausblicke.

Bauerschaft Alt-Fischlaken: Es gibt nur noch wenige Vollerwerbslandwirte in Essen, einige davon in Alt-Fischlaken. Dort bietet sich das Bild einer alten Höfe-Gruppe.

Gelände ehemalige Zeche Kaiserin Augusta: Die Höhen an der Ruhr waren früher voller Kleinzechen, was oft nur noch für Experten sichtbar ist. Am Augustaweg sind beispielsweise noch Reste von Stützmauern zu erkennen.

Vogelschutzgebiet „Heisinger Bogen“: Das Vogelschutzgebiet entstand bei der Anlegung des Baldeneysees. Die Fläche mit Auwaldresten ist Heimat seltener Vogelarten und als Rastplatz für Zugvögel von großer Bedeutung.

Jungsteinzeitliches Steinkistengrab: Die Grabanlage gilt als ältestes erhaltenes Bauwerk auf dem Gebiet der Stadt Essen und entstand im Zeitraum zwischen 3.500 bis 2.200 v. Chr. Entdeckt wurde das Grab 1937 beim Bau einer Kaserne.

Alter Bahnhof Kupferdreh: Der repräsentative Vorortbahnhof entstand 1898 und hat heute keine Verkehrsfunktion mehr. Der Backsteinbau ist außen wie innen sehenswert, besonders der Wartesaal mit seinem Stuckdekor.

Siedlung Carl Funke: Unter den Zechensiedlungen im Essener Süden beeindruckt die ab 1900 gebaute Siedlung Carl Funke durch ihre architektonische Geschlossenheit und ihre Lage über dem Ruhrtal.

Industriedenkmal ehem. Zeche Carl Funke: Das Fördergerüst Carl Funke I gehört zu den wenigen baulichen Relikten der Zeche, die bis 1973 in Betrieb war. Es ist das auffälligste Monument der Industriegeschichte im Essener Ruhrtal.

Walddorf Baldeney: Die locker hingetupften Fachwerkhäuser der Gemarkung Baldeney gehörten einst zum Besitz der Familie Vittinghoff-Schell, heute sind sie im Eigentum Einzelner.

Klusenkapelle St. Aegidius und Kluse: Die Kapelle wurde vor 1300 errichtet. Viel später kam ein Fachwerkhaus dazu, das heute eine Gastronomie beherbergt.

Villa Hügel Essen und Hügelpark: Die Villa Hügel ist der frühere Wohnsitz der Familie Krupp und umgeben von einem großen Park. Beides ist Eigentum der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und kann besichtigt werden.

Wildgatter Essen Heissiwald: Unterhalten von einem Förderverein leben Rotwild und Wildschweine frei in dem eingezäunten sechs Hektar großen Wildgatter im Heissiwald.

Quelle: Stadt Essen / Essen Marketing

Wer den Baldeneysteig vollständig oder auch nur teilweise wandert, kann auf der Route in zwölf Cafés oder Restaurants Halt machen, um eine Pause einzulegen. Zum Beispiel im Haus Scheppen am südlichen Ufer des Sees oder im Jagdhaus Schellenberg mitten im Schellenberger Wald.

Der Baldeneysteig führt zum Teil direkt am Baldeneysee entlang.

Vom Haus Scheppen fährt auch die Weiße Flotte ab: Von April bis Oktober fährt das Schiff täglich auf dem See verschiedenste Anlegepunkte an. So kann man, sollte die Kondition nicht reichen, die Wanderung abkürzen oder einfach den Blick auf den See genießen. Ist man auf dem Baldeneysteig unterwegs, lohnen sich auch kurze Abstecher etwas abseits der unmittelbaren Route.

Das sind lohnenswerte Abstecher vom Baldeneysteig

Werden: Direkt vom Baldeneysteig aus können Wanderinnen und Wanderer auf einem rund einstündigen Spaziergang den geschichtsträchtigen Essener Stadtteil Werden und dessen Altstadt entdecken. Auf dem Weg kommt man unter anderem an der Brehminsel, der Folkwang Universität der Künste und der ehemaligen Abteikirche St. Ludgerus vorbei. Ein weiteres Highlight: Die St. Lucius Kirche, die älteste Pfarrkirche nördlich der Alpen.

Korte Klippe: Unter den vielen Aussichtspunkten am Baldeneysee und im Verlauf des Steigs gilt die Korte Klippe vielen als der schönste. Sie liegt nah am Jagdhaus Schellenberg. Von der Korte Klippe lässt sich der Baldeneysee in seiner gesamten Ausdehnung überblicken. Der Spaziergang dauert etwa 20 Minuten.

Ruine Neu-Isenburg: Die um 1240 errichtete Neu-Isenburg liegt hoch über der Ruhr und ist in einem zehnminütigen Spaziergang vom Baldeneysteig zu erreichen. Schon 48 Jahre nach ihrem Bau wurde die Neu-Isenburg im Zuge einer Fehde zerstört. Das Ruhrmuseum legte bei einer Grabung ab 1927 die bis heute sichtbaren Ruinen-Reste frei.

Siedlung Brandenbusch: Ein weiterer 20-minütiger Spaziergang führt oberhalb der Villa Hügel zu der Siedlung Brandenbusch. Die zwischen 1895 und 1914 entstandene „Kolonie Brandenbusch“ diente als Wohnanlage für einen Teil der bis zu 650 Beschäftigten in der Villa Hügel. Der „Brandenbusch“ gehört heute der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Von der ursprünglichen Bebauung erhalten sind, großzügig mit Gärten und Vorgärten versehen, vor allem ab 1896 gebaute Doppel- und Dreifamilienhäuser.

Quelle: Stadt Essen / Essen Marketing

Baldeneysteig ist Erbe der „Grünen Hauptstadt Europas“ 2017

Auf dem Baldeneysteig kommt man sowohl an Natur als auch an Zeugnissen der Bergbauindustrie vorbei (Symbolbild).

Wer derzeit auf dem Baldeneysteig wandern will, muss mit Einschränkungen rechnen: Denn aktuell ist ein Teilstück des Baldeneysteigs zwischen der Straße „Heskämpchen“ und dem Hardenbergufer am Baldeneysee in Essen-Werden wegen des Risikos eines lokalen Hangrutsches gesperrt. Laut Angaben der Stadt Essen beseht aber die Möglichkeit, eine Umleitung über Forstmannstraße/Ludgerusstraße/Neukircher Mühle in Richtung Wehr und in der Gegenrichtung zu nutzen.

Der Baldeneysteig entstand im Rahmen der „Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017“ und ist bis heute eines der Erben dieser Auszeichnung. Damals hatte erstmals eine ehemalige Industriestadt diesen Titel gewonnen. Mit dem Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ wird jedes Jahr eine europäische Stadt ausgezeichnet, die nachweislich hohe Umweltstandards erreicht hat und fortlaufend ehrgeizige Ziele für die weitere Verbesserung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung verfolgt. (mira)

Rubriklistenbild: © Rupert Oberhuser/Imago

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