Grugastadion
Stadion in Essen wird abgerissen: Einst wurde hier TV-Geschichte geschrieben
Vor Jahren stand neben dem Grugapark das große Grugastadion. Mehrere historische Ereignisse gab es dort. Manch einer mag sich erinnern.
Essen – Sowohl die Essener Bürger als auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher von auswärts kennen den Gruga-Komplex in Essen (NRW) mitsamt dem Grugapark, der Grugahalle sowie dem Grugabad. Dazu gehörte auch einmal ein großes Stadion, doch seit 2001 existiert es nicht mehr. Dabei sind im Lauf der Jahrzehnte mehrere historische Ereignisse hier passiert. Was ist die Geschichte dahinter?
Eröffnung des Grugastadion in Essen inklusive Sportanlage im Jahr 1963
So sah der Grugapark Essen vor rund 100 Jahren aus




Die Bauarbeiten für das Essener Grugastadion begannen im Jahr 1961. Zwei Jahre später wurde das Stadion für Leichtathletikveranstaltungen und Fußballspiele am 13. September 1963 eröffnet. Zusätzlich wurde eine Sportanlage inklusive einer Sporthalle und einer Festwiese errichtet.
Bereits im Jahr 1929 wurde der Grugapark für die Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung (GRUGA) errichtet, die damit auch den Grundstein für den Namen des Parks, Stadions, Bad sowie der Halle legte. Das nahe Stadion sollte den Komplex abrunden.
Einmal Sportgeschichte und einmal TV-Geschichte im Grugastadion
1965 fand hier sogar das Endspiel des Uefa-Juniorenturniers statt: Am 25. April besiegte die Mannschaft der damaligen DDR England mit 3:2.
Und noch ein Finale passiert im Grugastadion, nämlich das der siebten Ausgabe des TV-Klassikers „Spiel ohne Grenzen“. Die Show lockte damals alle vor den Bildschirm – und war neben dem Grand Prix Eurovision de la Chanson (dem heutigen European Song Contest) die einzige regelmäßig stattfindende sprachübergreifende Unterhaltungssendung. Moderiert wurde sie unter anderem von Frank Elstner.
Bei der Spielshow traten Mannschaften aus mehreren europäischen Ländern in diversen Disziplinen gegeneinander an. Das Finale der siebten Ausgabe von „Spiel ohne Grenzen“ fand am 15. September 1971 im Grugastadion Essen statt. Als Sieger ging die britische Mannschaft hervor – wohlgemerkt unerwartet. Denn bei der Generalprobe zur Sendung hatte die deutsche Mannschaft noch gewonnen, aber anders als bei der Probe schickten die Briten andere Spieler ins Feld und überraschten ihre Gegner so.
Essener Fußballvereine nutzen Grugastadion nur zeitweise – dies reichte nicht aus
Mit Platz für rund 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer bezogen zeitweise die beiden Fußballvereine Schwarz-Weiß Essen und Rot-Weiss Essen das Grugastadion, unter anderem für Bundesligaspiele. Doch die Clubs bevorzugten schließlich doch ihre eigenen Stadien. Lediglich der deutsch-amerikanische Football-Verein Assindia Cardinals nutzte das Grugastadion als Heimatstadion von 1991 bis 2001. Auf Dauer wurde das Grugastadion in Essen zu wenig genutzt.
Sanierungsbedürftiges Grugastadion musste für Messerparkplätze weichen
Über die Jahre hinweg wurde der Bau zunehmend sanierungsbedürftig und für die Stadt schlichtweg zu teuer. Zudem brauchte man weitere Parkplätze für die direkt neben dem Grugastadion liegende Messe Essen. So wurde das Grugastadion 2001 abgerissen. Heute steht auf dem Gelände die Ruhrgas-Hauptverwaltung vom Energiekonzern E.ON. (cj)
Rubriklistenbild: © Werner Otto/imago
