Gedenkstätte und Shuttle-Service

Doppelt so groß wie Monaco: Der größte Campingplatz in Deutschland liegt in NRW

Der größte Campingplatz Deutschlands liegt in NRW. Er ist wie eine eigene Stadt: Shuttle zu den Duschen, Gedenkstätte und Millionen Besucher.

Wesel - Die Grav-Insel am Niederrhein ist nicht nur der größte Campingplatz in Nordrhein-Westfalen, sondern in ganz Deutschland. 2,5 Millionen Menschen besuchen jährlich die Halbinsel, die zwischen dem Rhein und einem Altarm im Westen von Wesel liegt.

Urlaub im Zelt oder im Wohnmobil ist im Vergleich zu Flugreisen relativ günstig. Camper können die Natur zudem hautnah erleben. In NRW gibt es ohnehin eine große Auswahl an Campingplätzen.

Größter Campingplatz ist doppelt so groß wie Monaco

Angefangen hat alles mit 50 Stellplätzen auf einer grünen Wiese – gegründet von Familie Seibt im Jahr 1969. Heute ist die Grav-Insel mit einer Gesamtfläche von 430 Hektar mehr als doppelt so groß wie Monaco. Der Stadtstaat ist gerade einmal 208 Hektar groß.

Der reine Campingplatz umfasst eine Fläche von 60 Hektar. Mit 2000 Parzellen – also festen Stellplätzen – und 400 weiteren Plätzen für Tourismus. Die Hoch-Zeit auf der Grav-Insel ist Pfingsten. „Dann kommen 25.000 Besucher“, bestätigt Inhaber Frank Seibt im Gespräch mit wa.de.

Durch den vielen Regen und das Hochwasser habe sich die Besucherzahl 2024 jedoch in Grenzen gehalten. Wenn es in freier Natur blitzt und donnert, gibt es beim Camping ebenfalls klare Handlungsempfehlungen.

Der Campingplatz Grav-Insel ist der größte in Deutschland.

Grav-Insel mit Camper-Gedenkstätte und Shuttle-Service

Der Campingplatz am Rhein ist wie eine eigene kleine Stadt. Die Camper eine eigene Gemeinschaft. Für Familie Seibt war es daher wichtig, dass ihr Platz eine eigene Gedenkstätte hat. „Für Freunde, die für immer zum großen Campingplatz abberufen wurden. Das ist unser Motto“, erzählt Frank Seibt. 655 Gedenktafeln sind es mittlerweile: „Auf Friedhöfen gibt es immer öfters namenlose Bestattungen. Hier ist es anders.“ Regelmäßig legen Familien Teddys und Blumen in der Gedenkstätte ab. „An Weihnachten wird hier außerdem ein Weihnachtsbaum aufgestellt und an Ostern ein Ostergesteck“, sagt Seibt.

Eine Besonderheit, die auf dem Campingplatz nicht die einzige bleibt. Denn der Platz ist so riesig, dass ein eigener Shuttle-Service zu den Duschen fährt. Mit Trecker und Hänger. „Das macht unser Camper Karl-Heinz seit über 30 Jahren ehrenamtlich“, erklärt Seibt.

Auf dem Campingplatz Grav-Insel gibt es einen Shuttle-Service zu den Duschen.

Doch Trecker und Hänger sind nicht in erster Linie der Shuttle-Service, sondern die Rappel-Kiste. Eine Attraktion für Kinder. Es gibt feste Haltepunkt auf dem Platz. Die Kinder steigen in den Hänger und düsen mit Karl-Heinz Runde für Runde über die Grav-Insel.

Aus München und Österreich auf den größten Campingplatz

Es ist nicht die Mehrheit, doch ein paar Camper nehmen den Weg aus München, Österreich und Brüssel nach Wesel auf sich. Über 90 Prozent der Gäste kommen aber aus dem Ruhrgebiet – und verbringen fast jedes Wochenende auf der Grav-Insel. Für die Sommerferien haben die Dauercamper eine andere Lösung: „Viele Familien sind die ganzen sechs Wochen auf dem Platz. Die Eltern fahren dann von hier aus zur Arbeit“, berichtet Frank Seibt. Die Kinder bleiben vor Ort.

Auf der Grav-Insel gibt es eine Gedenkstätte für verstorbene Camper.

Denn: Auf der Grav-Insel ist immer etwas los. Ob Boots- oder Angelverein, Austoben in der Indoor-Halle oder Einkaufen im Insel-Shop. Zweimal jährlich findet auf dem Campingplatz außerdem eine Kirmes statt. Der nächste Termin für 2024: vom 16. bis zum 20. August.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Hans Blossey

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