Harmonicats
„Das Jüngste war erst drei Stunden alt“: Pflegestelle kämpft um das Leben von Baby-Katzen
In der Pflegestelle „Harmonicats“ kommen Kitten unter, die besonders viel Pflege brauchen. Die „Katzen-Mamas“ Katrin und Leonie haben schon einige tragische Schicksale miterlebt.
Paderborn - „Für uns ist das eine Passion geworden“, beschrieben Katrin und Leonie ihre ehrenamtliche Arbeit als Pflegestelle. Ihre Pflegestelle und die dazugehörigen Social-Media-Kanäle haben sie „Harmonicats“ getauft. Sie nehmen nicht nur regelmäßig junge Katzen zur Pflege auf, sondern wollen über die Sozialen Medien auch Aufklärungsarbeit zur artgerechten Haltung von Katzen leisten. Bei ihrer Arbeit erleben sie aber auch traurige Momente.
„Das Jüngste war erst drei Stunden alt“: Harmonicats in NRW kämpft um das Leben von Kitten
Aber warum gibt es überhaupt Pflegestellen wie die von Katrin und Leonie? „Junge Katzen, die im Tierheim untergehen würden und oft noch ein schwaches Immunsystem haben, sind in einem Haushalt besser aufgehoben“, erklären die Tierschützerinnen im Gespräch mit wa.de. Kitten würden bei ihnen die Aufmerksamkeit und Pflege bekommen, die sie im Tierheim nicht kriegen würden. Denn Tierheime haben oft einfach nicht die Ressourcen für eine vollumfängliche Pflege. „Harmonicats“ arbeitet eng mit dem Tierheim in Paderborn zusammen. Über das Tierheim kommen die Katzen, meist Katzen-Babys, zu Katrin und Leonie.
„Das Jüngste war erst drei Stunden alt“, berichten die Ehrenamtlichen. Viele der Kitten werden von Katrin und Leonie mit der Flasche aufgezogen. In der Pflegestelle ist immer was los. Katrin und Leonie haben sechs eigene Katzen, zwischenzeitlich lebten mit den Pflege-Katzen sogar 19 Tiere bei „Harmonicats“.
Die Vermittlung findet anschließend auch über die Pflegestelle, nicht über das Tierheim statt. Katrin und Leonie suchen sich das zukünftige Zuhause ihrer Schützlinge ganz genau aus. Die Tiere sollen nämlich in eine artgerechte Haltung vermittelt werden. „Die Katzen sollen Familienmitglieder werden, keine Accessoires“, so die Tierschützerinnen.
Es gibt aber nicht immer ein Happy-End, erzählen die Ehrenamtlichen. „Es ist schlimm, wenn einem die Kitten unter den Händen wegsterben und die Lage schon von Anfang an aussichtslos ist. Eine Katze wurde fünf Stunden in den Tod gestreichelt“.
Honey und Hummel sind wie Geschwister: Ein Katzen-Baby hat es nicht geschafft
Besonders ein Schicksal ist Katrin und Leonie in Erinnerung geblieben: Im vergangenen Jahr kamen zwei Handaufzuchten in die Pflegestelle. „Die Kitten waren frisch geboren. Die Mama hat sie auf den Treppen vor einem Haus zurückgelassen. Der Finder hat die Tiere direkt ins Tierheim gebracht, dann sind sie zur Pflegestelle gekommen“.
„Kitten, die keine Muttermilch bekommen haben, schaffen es oft nicht, haben uns viele gesagt“, erzählen Katrin und Leonie. Die zwei haben sich intensiv um die Katzen-Babys gekümmert, sie anfangs alle zwei Stunden gefüttert. Nach rund fünf Tagen kam ein weiteres Kitten in die Pflegestelle. Das Kätzchen wurden von den Tierschützerinnen auf den Namen Hummel getauft. Alle drei haben sich gut gemacht. Doch dann der Schock: Nach 14 Tagen verstarb eines der Geschwister. „Es hat einfach aufgehört zu fressen. Nach dem Tod waren wir kurz in einem Loch. Aber die anderen zwei brauchten ja weiterhin Liebe und Fürsorge“, so Katrin und Leonie.
Und am Ende gab es doch noch ein schönes Ende für die Katzen: Die Geschwister-Katze, genannt Honey, und Hummel „sind zusammengewachsen wie zwei Schwestern“, erinnern sich die Ehrenamtlichen. Inzwischen leben die zwei Katzen in einem neuen Zuhause in einem großen Bauernhaus. „Dieser Fall hat uns in dem bestärkt, was wir tun, weil eine überlebt hat, obwohl alle gesagt haben, dass es nichts wird“, so die Tierschützerinnen.
In Hamm ereignete sich ein anderes tragisches Schicksal: Katze Funny wurde am Fun Park ausgesetzt – in einem notdürftig gebastelten Käfig. Bald sucht sie ein neues Zuhause. Auf Facebook sind die User schockiert.
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