„Könnte wieder eine Rolle spielen“
Kehrt Maskenpflicht in NRW zurück? Kliniken beziehen Stellung
Die Uniklinik Schleswig-Holstein führt erneut die Maskenpflicht ein. Wie sieht es in NRW aus? Kliniken beziehen Stellung und blicken voraus.
Hamm - Mit EG.5 breitet sich im August 2023 eine neue Corona-Variante weltweit aus. Die Infektionszahlen in Deutschland steigen. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hat darauf reagiert und für die Notaufnahme und die Aufnahmestation in Kiel die Maskenpflicht reaktiviert. Dabei handelt es sich zunächst um eine temporäre Maßnahme. Handelt es sich dabei um ein Szenario, das auch in Nordrhein-Westfalen möglich ist?
Kommt die Maskenpflicht zurück? NRW-Kliniken halten Rückkehr für möglich
Vorab: Grund zur Panik gebe es laut Experten ob der Ausbreitung und Symptome von EG.5, auch „Eris“ genannt, nicht. Doch auch Kliniken in NRW verfolgen das Infektionsgeschehen natürlich aufmerksam. „Sollte sich im weiteren Verlauf abzeichnen, dass sich die Virusvariante stärker ausbreitet, würden wir aber zeitnah mit entsprechenden Maßnahmen reagieren“, sagte etwa Anja Wengenroth, Pressesprecherin des Universitätsklinikum Münster (UKM), auf Nachfrage von wa.de.
Derzeit sei keine Maskenpflicht am UKM geplant. Zwar sei eine genaue Einschätzung der Ausbreitung von EG5. ob fehlender Testpflicht auf SARS-CoV-2 kaum möglich. Dennoch geht Prof. Stephan Ludwig, Direktor des Instituts für Virologie am UKM, davon aus, dass die Inzidenz momentan noch niedrig ist.
Maskenpflicht könnte „in den kommenden Monaten wieder eine Rolle spielen“
Dies jedoch könne sich in den kommenden Wochen ändern. So hebt Anja Wengenroth hervor: Das Infektionsgeschehen im Herbst und Winter müsse genau beobachtet werden. „Wenn die Lage es erfordert, kann man den Geltungsbereich der Maskenpflicht – wo notwendig – großzügiger fassen“, so Wengenroth. Und weiter: „Das könnte in den kommenden Monaten sicherlich auch am UKM wieder eine Rolle spielen – zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht.“
Corona in Deutschland: Eine Chronologie der Pandemie




Auch die St. Vincenz-Kliniken in Paderborn beobachten aufmerksam das Infektionsgeschehen. Einen Grund zur Rückkehr der Maskenpflicht ob der steigenden Corona-Zahlen sieht PD Dr. med. Alexander Weidemann, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Vorsitzender der Hygienekommission, allerdings derzeit nicht. „Aktuell haben wir keine konkreten Anhaltspunkte, die uns dazu veranlassen würden, die Maskenpflicht in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) wieder einzuführen“, sagte Weidemann gegenüber wa.de.
Maskenpflicht endete am Karfreitag 2023 - Klinik Paderborn bleibt entspannt
Zwar würden immer wieder Corona-Patienten in der Paderborner Klinik aufgenommen werden. In der Regel seien diese aber nicht beatmungspflichtig. „Auch unsere ZNA hat bislang keine Ausbruchssituation beobachtet oder von vermehrten, coronabedingten Personalausfälle berichtet“, so Weidemann, der jedoch anfügte: „Das heißt im Umkehrschluss jedoch auch, dass dies bei einer Änderung der Lage – etwa schweren Verläufen, vielen Hospitalisierungen und vermehrten Personalausfällen) grundsätzlich denkbar wäre.“
Am Karfreitag 2023 waren die letzten bundesweit geregelten Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus ausgelaufen. Bis dahin waren Besucher in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. „Wir haben in Deutschland die Pandemie erfolgreich bewältigt und auch mit einer guten Bilanz“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) damals. Weiterhin ist es Kliniken und Arztpraxen, die Maskenpflicht über das Hausrecht geltend zu machen.
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