Ehemaliges RWE-Kohlekraftwerk Westfalen in Schmehausen

Betonriesen zertrümmert: RWE lässt kleine Kühltürme am Kraftwerk abreißen

Abriss Kühltürme A1 und A2 RWE-Kraftwerk Westfalen in Hamm Schmehausen Uentrop
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Per Abrissbirne in die Knie gegangen: Der erste Kühlturm war nach rund drei Stunden in sich zusammengesackt.

Der Abriss der kleineren Kühltürme am RWE-Kraftwerk Westfalen in Schmehausen hat am Freitag begonnen. Das erste Bauwerk der jeweils 30 Meter hohen Zwillinge ist bereits am frühen Nachmittag, bildlich gesprochen, in die Knie gegangen.

Schmehausen - Die Sprengung des großen 122- Meter-Kühlturms des ehemaligen Kraftwerk-Blocks C war spektakulär. Knapp mehr als vier Monate später ging es am RWE-Kraftwerk Westfalen am Freitag an die kleineren Zwillinge A1 und A2.

Die Abtragung per Abrissbirne war nicht weniger spektakulär. Sie dauerte allerdings sehr viel länger.

Die Fachkräfte mussten sich nicht in 30 Metern Höhe langsam herunterarbeiten. Das hätte auch einen Abrisskran erfordert. Ein, wenn auch großer Bagger reichte aus. An ihm baumelte eine Abrisskugel. Sie schlug zunächst Löcher in den Beton. Die wuchsen zu einem zusammenhängenden Spalt in der Stahlbetonhülle, nur knapp über dem wenige Meter hohen Fundamentring. Die Lücke wurde immer länger. Klar war, irgendwann ist die Statik des Bauwerks dahin.

Kühltürme des RWE-Kraftwerks Westfalen abgerissen: Bilder von den Arbeiten

Die Kühltürme A1 und A1 am RWE-Kraftwerk Westfalen wurden am Freitag abgerissen.
Die Kühltürme A1 und A1 am RWE-Kraftwerk Westfalen wurden am Freitag abgerissen.
Die Kühltürme A1 und A1 am RWE-Kraftwerk Westfalen wurden am Freitag abgerissen.
Die Kühltürme A1 und A1 am RWE-Kraftwerk Westfalen wurden am Freitag abgerissen.
Kühltürme des RWE-Kraftwerks Westfalen abgerissen: Bilder von den Arbeiten

Nach rund drei Stunden reichte das verbliebene Material am Fundamentring nicht mehr aus und der größte Teil des aufragenden Betonkolosses über dem Ausbruch sackte zu Boden – oder ging eben in die Knie. Nur noch wenige Meter hoch, lassen sich hier die Betonreste weiter zerkleinern.

Noch am frühen Nachmittag machten sich die Mitarbeiter des Abrissunternehmens ans Werk, um auch den zweiten Kühlturm an der Lippestraße in sich zusammensacken zu lassen. Gegen 16.30 Uhr hatten sie ihr Werk erledigt. In den kommenden Tagen steht das Zerkleinern an.

RWE kündigte Abriss am Kraftwerk in Hamm an

Das Energie-Unternehmen hatte die Arbeiten für diesen Monat angekündigt. Das genaue Datum stand aber lange Zeit nicht fest. Zuschauer, wie bei der Sprengung, gab es daher nur sehr vereinzelt.

Bis etwa Ostern sollen alle Reste der insgesamt drei Kühltürme abtransportiert sein.

Grünfläche statt Kühltürme des RWE-Kraftwerks in Schmehausen

Das Ende der drei Kühltürme war schon vor dem beschlossenen Aus der Kohleverstromung in Schmehausen besiegelt. Die Türme der 2011 abgeschalteten Kraftwerk-Blöcke A und B sowie des 2016 außer Betrieb genommenen Blocks C ließ RWE abreißen, um ein negatives Ökopunkte-Konto am Standort auszugleichen. Das hatte sich durch den dauerhaften Erhalt der ehemaligen Baustellen-Einrichtungsfläche für die Blöcke D und E ergeben. Das an das Kraftwerksgelände angrenzende Areal südlich der Siegenbeckstraße ist längst Teil des Schmehauser Feldes, auf dem nunmehr Unternehmen angesiedelt werden sollen.

Die Fläche der Kühltürme ist bald frei. Damit sind alle Kraftwerksbauwerke nordöstlich der Lippestraße verschwunden. Dort entsteht eine artenreiche Grünfläche mit wechselfeuchten Senken am Rande der Lippe. Zusammen mit den Behörden läuft zurzeit die Abstimmung zum Saatgut. Damit wächst nordöstlich der Lippestraße bald im wahrsten Sinne des Wortes Gras über diesen Teil der Kraftwerksgeschichte – rund 60 Jahre nach Inbetriebnahme.

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