RWE-Kraftwerk Westfalen in Schmehausen

Nach der Sprengung: Abriss kleiner Kühltürme am RWE-Kraftwerk naht

gesprengter Kühlturm Block C RWE Kraftwerk Westfalen in Uentrop, Schmehausen, Hamm,  Kühltürme A1 und A2
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Momentaufnahme aus dem Januar: Während noch die Reste von Bauschutt des im September gesprengten Kühlturms abtransportiert wurden, ging es bei den beiden kleineren Bauwerken um den fachgerechten Ausbau der Asbestteile. Mittlerweile stehen nur noch die Betonhüllen. Sie werden bald abgerissen.

Nach der spektakulären Sprengung des größeren Kühlturms Ende September geht es am RWE-Kraftwerk Westfalen an die kleineren Zwillinge. Sie sollen noch in diesem Monat abgerissen werden. 

Schmehausen – Sie sind immerhin rund 30 Meter hoch, aber im Vergleich zu ihrem einstigen großen Bruder doch eher Zwerge: die Kühltürme A1 und A2 am RWE-Kraftwerk Westfalen. Nach der Sprengung des 122 Meter hohen Bauwerks Ende September steht nun der Rückbau der kleineren Türme an. So spektakulär wie vor etwa vier Monaten mit Knall, Aschewolke und vielen Schaulustigen werden die Arbeiten diesmal nicht. Die beiden Kühltürme werden per Abrissbirne abgetragen.

Sie sind zwar klein, aber Teil eines technischen Wahrzeichens, das seit Jahrzehnten den Hammer Horizont markiert. Nach ursprünglicher Planung hatte RWE den Abriss der Zwillingstürme kurz nach der Sprengung vorgesehen. Auch die insgesamt rund 10.000 Tonnen Bauschutt des 122-Meter-Turms sollten mittlerweile abgefahren worden sein. Doch die Arbeiten ziehen sich in die Länge. „Der Abtransport des Bauschutts dauert bis Anfang März“, sagt RWE-Sprecher Olaf Winter über den aktuellen Zeitplan.

Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für den Abriss der kleinen Kühltürme. Wegen verbauter asbesthaltiger Teile galten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Asbest ist ein faseriges und sehr widerstandsfähiges Mineral. Es kann Krebs auslösen. Deshalb ist der Einbau seit 1993 verboten. Eine Gefahr geht von Asbestteilen erst aus, wenn sie ausgebaut werden und Staub freisetzen können – so wie bei den Kühltürmen an der Lippestraße zu erwarten war.

Vorbereitung auf Abriss am RWE-Kraftwerk in Schmehausen

Fachkräfte bauten in den vergangenen Wochen die asbesthaltigen Platten unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen aus. Sie seien bereits abtransportiert und entsorgt, sagt der RWE-Sprecher. „Im Grunde stehen nur noch die Turmhüllen.“ Die werden per Abrissbirne zerkleinert. Der Abriss soll im Laufe des Februars erfolgen.

Genauso wie bei den Resten des großen Turms handelt es sich beim Bauschutt von A1 und A2 um „höherwertigen Beton“. Dafür gibt es durchaus Abnehmer. Er werde aufbereitet, sagt der Unternehmenssprecher, und könne zum Beispiel beim Straßenbau zum Einsatz kommen. Bis etwa Ostern sollen alle Reste abtransportiert sein.

Grünfläche statt Kühltürme des RWE-Kraftwerks in Schmehausen

Wo dann einst die Kühltürme gestanden haben, entsteht eine artenreiche Grünfläche mit wechselfeuchten Senken am Rande der Lippe. Zusammen mit den Behörden laufe zurzeit die Abstimmung zum Saatgut. Damit wächst nordöstlich der Lippestraße bald im wahrsten Sinne des Wortes Gras über diesen Teil der Kraftwerksgeschichte – rund 60 Jahre nach Inbetriebnahme.

Was von den Wahrzeichen bleibt, sind die beiden jüngeren und 166 Meter hohen Kühltürme der Blöcke D und E des im vergangenen Sommer endgültig abgeschatteten Kohlekraftwerks. Sie stehen allerdings auf dem Kraftwerksgelände südlichwestlich der Lippestraße. Sie bleiben erst einmal stehen.

RWE vermarktet Flächen am Kraftwerk in Schmehausen

Das Ende der drei kleineren Kühltürme war schon vor dem beschlossenen Aus der Kohleverstromung in Schmehausen besiegelt. Die Türme der 2011 abgeschalteten Kraftwerk-Blöcke A und B sowie des 2016 außer Betrieb genommenen Blocks C ließ RWE abreißen, um ein negatives Ökopunkte-Konto am Standort auszugleichen. Das hatte sich durch den dauerhaften Erhalt der ehemaligen Baustellen-Einrichtungsfläche für die Blöcke D und E ergeben. Das an das Kraftwerksgelände angrenzende Areal südlich der Siegenbeckstraße ist längst Teil des Schmehauser Feldes, auf dem nunmehr Unternehmen angesiedelt werden sollen.

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