Tierseuche
NRW warnt vor Schweinepest – Fußball-EM kann Ausbreitung beschleunigen
Die Afrikanische Schweinepest ist eine gefährliche Tierseuche. Die EM könnte ihre Ausbreitung beschleunigen. Eine NRW-Ministerin warnt.
Hamm - Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist ein Problem. In Nordrhein-Westfalen sind aktuell zwar keine Fälle der Tierseuche bekannt, doch die Einschläge kommen näher. Erst jüngst wurde im benachbarten Hessen ein Wildschwein auf ASP getestet, wie hna.de schreibt. Durch die laufende Fußball-EM kann deren Verbreitung beschleunigen. Die zuständige NRW-Ministerin warnt: „Im Moment müssen wir wachsam sein.“
NRW warnt vor Schweinepest – EM kann Ausbreitung beschleunigen
Das Auftreten der Tierseuche in Hessen zeige, wie „hoch die Gefahr der Einschleppung auch nach Nordrhein-Westfalen“ sei, sagte Silke Gorißen, Landesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, und rief vor allem Landwirte und Jägerschaft zur Wachsamkeit auf.
Ein X-Faktor bei der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest ist die Fußball-EM in Deutschland. Das Virus ist zwar nicht auf Menschen übertragbar – weder durch den Verzehr von Schweinefleisch, noch über direkten Tierkontakt. Allerdings kann ASP durch das Verhalten von Menschen verbreitet werden – und so zu stärkerem Befall von Wild- und Hausschweinen führen.
Der Erreger kann über Kleidung, Autoreifen oder Nahrungsmittel übertragen werden. Im Moment empfängt Deutschland besonders viele reisende Gäste wegen der EM. Bei der Fußball-EM reisten die schottischen Fans vom ersten Spiel in München nach Köln zur zweiten Partie gegen Schweiz. Sie planen aus traurigem Anlass eine Aktion im Stadion.
Verbreitung der Tierseuche ASP: Auch Fußball-Fans sollte aufpassen
„Ein achtlos entsorgtes Wurstbrot kann für Tiere, die es verzehren, zum Problem werden, wenn dadurch der Virus übertragen wird“, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium. Der Grund: In nicht erhitzten Fleisch- und Wurstwaren kann der Erreger für Tiere monatelang infektiös bleiben. Gerade auf Rastplätzen entlang der Reiserouten zwischen Ost und West ist daher erhöhte Sorgfalt beim Umgang mit Lebensmitteln angezeigt. Straßen- und Autobahnmeistereien sind daher angehalten, weiterhin konsequent Zäune und Mülleimer zu kontrollieren, auf Wühlspuren von Wildschweinen zu achten und erforderliche Sicherungsmaßnahmen durchzuführen.
Wer ein totes Wildschwein findet, sollte es per Telefonanruf (0201/714488) oder Mail an nbz@lanuv.nrw.de der Bereitschaftszentrale des Landesumweltamtes melden. Die Kadaver werden auf ASP untersucht. Zudem hat das Land NRW eine eigene ASP-Suchhundestaffel, die darauf spezialisiert ist, im Falle eines Ausbruchs in den betroffenen Gebieten nach Wildschweinen zu suchen, die an ASP verendet sind.
Viele Pferdebesitzer entscheiden sich nach dem Tod ihres Tieres für eine Einäscherung. Das ist für manche „humaner“. Auch in Deutschland gibt es Pferde-Krematorien.
Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa