In NRW

Ermittlungsverfahren läuft: Über 200 Tiere auf Höfen sichergestellt

Kräfte aus verschiedenen Behörden haben über 200 Tiere von Höfen in NRW gerettet. Der Halter verstieß unter anderem gegen das Tierschutzgesetz.

Wetter/Unna/Dortmund – Bei zwei Durchsuchungen hat die Staatsanwaltschaft Dortmund mehr als 200 Tiere von Höfen in NRW beschlagnahmt. Ein 50-Jähriger soll sich bei der Haltung auf Höfen in Unna und Wetter schwerwiegend tierschutzwidrig verhalten haben, teilen die bei der Staatsanwaltschaft Dortmund ansässige Zentralstelle für die Verfolgung von Umweltkriminalität (ZeUK NRW), die Polizeibehörde sowie die Verwaltung des Kreises Unna sowie die Polizei aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis gemeinsam mit. Bei einer Durchsuchung wegen des Verdachts einer anderen Straftat waren die Kräfte zufällig auf die Tiere gestoßen.

Verstöße gegen das Tierschutzgesetz: Über 200 Tiere von Höfen in NRW gerettet

38 Kaninchen, ein Pony, 13 Schafe, zwei Ziegen, 19 Tauben, ein Pfau, sieben Hühner, ein Hahn, eine Gans und 50 Enten: Das ist die Bilanz der Durchsuchungsmaßnahmen auf den Höfen vom Donnerstag (23. Mai). Unter den Tieren befanden sich auch zahlreiche Jungtiere verschiedener Altersklassen. Die Kräfte vollstreckten vor Ort Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbeschlüsse und stellten die Tiere wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sicher. Die Mitarbeiter des ZeUK wurden bei den Maßnahmen von Kräften des Veterinäramts des Kreises Unna, Polizistinnen und Polizisten und Mitarbeitern einer Tierverwahrstelle unterstützt.

Unter anderem 50 Enten wurden von zwei Höfen in Unna und Wetter gerettet. (Symbolbild)

Der 50-Jährige war für die Einsatzkräfte kein Unbekannter. Am 30. Januar 2024 wurden die Anwesen des Mannes bereits wegen des Verdachts einer anderen Straftat durchsucht. Die Bilanz damals: 43 Hunde, darunter 23 gezüchtete Welpen und vier trächtige Hündinnen, 26 Pferde und Ponys, 16 Enten, ein Schwein und eine Katze stellten Kräfte des ZeUK und des Veterinäramts des Kreises Unna wegen „schwerwiegend tierschutzwidriger Haltung“ sicher. Anlässlich des aktuellen Verfahrens gegen den 50-Jährigen beschlagnahmten sie die Tiere.

Nach Tierrettung: Ermittlungsverfahren gegen 50-jährigen Halter eingeleitet

Jetzt muss sich der Halter gleich wegen mehreren Vergehen strafrechtlich verantworten. Unter anderem umfasst das gegen den 50-Jährigen geführte Ermittlungsverfahren Tatvorwürfe im Zusammenhang mit der Tierhaltung zum Zwecke des illegalen Welpenhandels und des illegalen Veranstaltens von Reitveranstaltung. Zudem besteht gegen den Mann der Verdacht, gegen das Tierarzneimittelgesetz verstoßen zu haben, weil er Medikamente besaß, die nicht zur Abgabe an Tierhalter freigegeben sind. Die Haltung, Betreuung, der Handel sowie der sonstige Umgang mit Wirbeltieren aller Art ist im vorerst untersagt.

Erst kürzlich wies der Deutsche Tierschutzbund darauf hin, dass sich die Fälle von Animal Hoarding, also dem massenhaften Sammeln von Tieren, in Deutschland auf einem Rekordhoch befinden. Besonders in NRW gab es 2023 viele solcher Fälle. (mg)

Rubriklistenbild: © Blickwinkel/Imago

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare