Radsportler Daniel Schulte aus Werne
Härtetest auf der neuen Römer-Lippe-Route
WERNE - Ab dem Beginn der Radfahrsaison 2013 firmiert die bisherige Römerroute unter dem neuen Namen Römer-Lippe-Route. Daniel Schulte, Radtouristikwart des RSC Werne, ist die Strecke von Werne nach Xanten über Lünen, Haltern, Dorsten und Wesel abgefahren. Hier sein Bericht:
Von Daniel Schulte
"Der Erfolg des Ruhrtalradweges soll nun laut Ruhrtouristik auch auf den runderneuerten Radweg übertragen werden. Das Marketing für diesen Weg wurde von der Münsterlandtouristik übernommen, da diese den Römerradweg nur stiefmütterlich behandelt hat. Für mich war dies ein Anlass, den neuen Streckenverlauf zu testen und ab und zu einen Vergleich mit der bisherigen Routenführung anzustellen.
Da Werne ungefähr den geographischen Mittelpunkt der Route bildet, habe ich die Tour in zwei Teilen
abgeradelt. Einmal von Werne bis nach Xanten und retour. Der andere Streckenteil erstreckt sich von Werne nach Detmold. Hier habe ich dann die Rückfahrt mit dem Zug von Paderborn nach Hamm gewählt.
Teil 1: Von Werne nach Xanten über Lünen, Haltern, Dorsten und Wesel
Aufgrund des kalten Wetters im März war an so eine lange Tour noch nicht zu denken, so dass ich mich im April gen Xanten aufgemacht habe. Wie üblich morgens an Sonntagen und Feiertagen waren zuerst nur Pflegedienste und Hundebesitzer unterwegs. Die Römer-Lippe-Route verlässt Werne über die Kamener Straße Richtung Rünther.
Der bewährte Weg am Beversee und an der Halde Großes Holz entlang wurde dabei beibehalten. Zum Glück wurde schon vor einigen Jahren
Daniel Schulte
ist Radtouristikwart des Radsportclubs Werne. Der 43-Jährige fährt seit seinem 14. Lebensjahr regelmäßig Fahrrad. „Es begann mit der Fahrt zur Schule von Stockum nach Werne. Dies hatte den Vorteil, dass ich länger schlafen konnte und auch nicht mehr den Schulbus verpasste. Später bin ich dann auch meistens mit dem Rad zur Arbeit nach Münster oder Bochum gefahren. Heute fahre ich ca. 15.000 Kilometer pro Jahr“, erklärt Schulte.
die unselige Brücke bei Bayer-Schering abgerissen, über die damals noch die Römerroute führte. Wenn ich daran denke, tut mir wegen der zahlreichen Stürze immer noch der Popo weh. Danach geht es natürlich am Römermuseum in Oberaden vorbei. Hier war ich dann nicht mehr ganz so einsam, die Route nutzen so früh morgens auch die Leichtathleten vom SuS Oberaden für sich.
Das Stadtgebiet von Lünen erreicht man in Beckinghausen. Dort durchquert man das schöne Naturschutzgebiet an den Lippeauen. Leider hat man für die nonkonformistischen Radfahrer, die die neue Route von West nach Ost fahren (z.B. für die zahlreichen Radfreunde aus den Niederlanden), immer noch keine verkehrssichere Lösung bei der Überquerung der B61 an der Eisenbahn-Unterführung geschafft. Das sollte jetzt endlich abgestellt werden.
Nach der Durchquerung der Lünener Innenstadt kommt für mich die größte Enttäuschung der neuen Streckenführung: Anstatt Lünen Richtung Schloss Cappenberg zu verlassen, fährt man nun an zwei großen Landstraßen entlang Richtung Bork. Cappenberg ist jetzt nicht nur von der „100 Schlösser-Route“ abgekoppelt, sondern auch von der neuen Römer-Lippe-Route.
Hier wird für einen durchgängigen flachen Streckenverlauf ein landschaftlich schöner Abschnitt mit einem kulturellen Höhepunkt geopfert. Auch auf dem Weg nach Vinnum geht es nicht mehr durch das Dahler Holz, stattdessen fährt man den bei weitem nicht so schönen Radweg entlang der Landstraße. Liebe Verantwortliche in Selm: So bringt ihr den Stein nicht ins Rollen!
Einen Vorteil hat dieser Streckenverlauf entlang der Landstraßen an diesem Sonntag aber für mich: Ich kann mich ein wenig in den Pulk der Rennradfahrer einreihen, die eine Radtouristik abfahren. Dadurch spare ich mir noch einige Körner, die ich dann abends auf der Gegenwind-Rückfahrt von Xanten aus noch dringend benötigen werde.
Ab Vinnum musste ich dann aber wieder alleine fahren. Vorher mache ich noch ein Foto von dem Wegkreuz, welches an der Stelle steht, an der
die 21-jährige Louise Kortmann im Jahre 1866 vom Blitz erschlagen wurde. Alt ist sie ja nicht geworden. Von Vinnum an weist die offizielle Tourenkarte den Radweg entlang der Lippe aus. Mal sehen, wann diese Route wieder fahrbar ist. Seit mindestens fünf Jahren muss schon eine Umleitung mitsamt einer giftigen Steigung gefahren werden.
Dafür rollt es dann bergab bis zur Überquerung der Alten Fahrt umso besser. Glücklicherweise wurde im Gegensatz zu Selm in Olfen weiterhin an der schönen Durchfahrung des Waldstückes beim Gut Eversum festgehalten. Ich genieße den schönen Ausblick auf die Lippeinsel.
Bei Ahsen wechsele ich dann auf das südliche Lippeufer und fahre einen Teil des Weges durch die Haard. Da ich aber mit dem Tourenrad unterwegs bin, fällt heute ein kleiner Abstecher ins großartige Bikerevier flach.
Bei Flaesheim folgt die neue Route dann nicht mehr dem Kanal, sondern es geht nun durch die Westruper Heide. Die Westruper Heide ist schön, der Radweg entlang der vielbefahrenen Landstraße weniger. Stark
frequentiert von Fußgängern ist auch der gemeinsame Weg entlang des Halterner Stausees. Hier gilt es für die Radfahrer Rücksicht zu nehmen. Der Stadtkern von Haltern lädt dazu ein, rund um das schöne Rathaus ein Eis zu essen. Mir ist es dazu heute aber zu kalt, stattdessen mache ich eine kleine Rast auf einer Parkbank in Gegenwart des großen Westfalenfreundes Voltaire und dem noch jungen „Alten Fritz“.
Als einer der Ankerpunkte der Route bietet sich jetzt ein Besuch im westfälischen Römermuseum an. Da ich aber abends noch zurück sein muss, setze ich die Fahrt über den Wallfahrtort Annaberg Richtung Lippramsdorf fort. Bis dorthin benutze ich den neuen Radweg entlang eines Bahndammes. Aufgrund des langen Winters ist dieser aber noch nicht fertig geworden. Ich muss mein Rad über einen Bach hieven. Ältere E-Mobilisten sollten diese Strecke also noch meiden.
In Lippramsdorf lege ich dann im bekannten Radcafé meine erste Pause ein und gönne mir mein erstes
Sonnenbad in diesem Jahr. Es dauert auch nicht lange, dann gesellt sich ein altinternationaler Radfahrer von Pfeil Erle zu mir. Zeit um ein wenig unnützes Radsportwissen auszutauschen.
Mit Apfelkuchen und viel Sahne gestärkt, geht es nun Richtung Dorsten. Zu beiden Seiten hat man jetzt eine tolle Aussicht. Rechts kann man die Höhen des Naturparks Hohe Mark sehen, links liegt das große Areal des Chemieparks Marl. Die Strecke südlich der Lippe ist mir als Scharfrichter von der Radtouristik in Herne bekannt.
Die Schlaglöcher kosten mit dem Rennrad eine Menge Kraft. Mit 42 mm Reifen anstatt 23 mm und 4 bar anstatt 8,5 bar ist dieser Parvé aber wesentlich angenehmer zu fahren. Die alte Römerroute blieb in dieser Gegend
bisher nördlich der Lippe. Das Nest der ersten Revierstörche im Hervester Bruch lag somit direkt am Kurs. Ich mache natürlich auch noch einen Abstecher dorthin. Die ortsansässigen Rentner, welche allesamt ihren Doktor der Ornithologie im zweiten Bildungsweg erworben haben, bringen mein vogelkundliches Wissen erst einmal auf den neuesten Stand.
Anschließend durchquert man die alte Hansestadt Dorsten nun entlang der Lippe- und Kanaldämme. Aus schlechter Erfahrung heraus benutze ich nicht die Lippefähre Balduin. Ich kann mich noch an eine Radreise während der Vorsaison in Norwegen erinnern. Eine ursprüngliche Kuscheltour geriet durch die fehlenden Fährverbindungen zur Königsetappe.
Dem Kanal folgt man nun fast bis zum Schloss Gartrop. Der Genussradler sollte deswegen ab Gahlen der Niederrheinroute durch den Gartroper Busch folgen. Diese weist zwar ein paar Höhenmeter auf, ist aber wesentlich schöner. Von der Anstrengung kann er sich dann mit einer Rast im schönen alten Treidelfischerdorf Krudenburg erholen.
Bis zum Rhein nach Wesel ist es jetzt nicht mehr weit. Am Weg dorthin liegt noch das alte Wasserwerk und das Denkmal für die erschossenen Schillschen Offizieren wird ebenfalls passiert. In die Fußgängerzone von Wesel gelangt man durch das Berliner Tor. Da Wesel im letzten Krieg die am stärksten zerstörte Stadt im Reich war, gibt es keine alten Gebäude in Wesel. Das Rathaus ist durch Bürgerengagement in den letzten Jahren wieder aufgebaut worden, sieht aber doch sehr unwirklich aus.
Über die neue Lippe- und Rheinbrücke setze ich jetzt auf das westliche Rheinufer über und fahre entlang der Rheindeiche gen Xanten. Vor 68 Jahren war diese Gegend Schauplatz der letzten militärischen Operation an der Westfront, dem Rheinübergang bei Wesel. Heutzutage machen glücklicherweise nur noch Naturgraphen an der Bislicher Insel mit riesigen Teleobjektiven Jagd auf die Wildgänse, die im Winterhalbjahr die Wiesen hinter den Deichen als Ihr Quartier nutzen. Die Tiere in diesen weiten Ebenen sind aber auch ein tolles Motiv.
Nach zehn Kilometern erreicht man Xanten. Der St. Viktor Dom ist schon aus weiter Entfernung zu sehen. Auf dem riesigen Marktplatz wimmelt es vor Touristen. Man feiert in diesem Jahr nämlich die 750 jährige Grundsteinlegung des gotischen Domes. Ich genehmige mir nach der langen
Fahrt erst einmal einen Milchkaffee. Gebäck konnte mir nicht angeboten werden, da alles aufgrund des tollen Wetters ausverkauft war. Tja, dann habe ich mich für die Rückfahrt eben noch mit einem Döner gestärkt. Der war auch nötig, da sich unsere Region wohl in eine Ostwindzone verwandelt hat. Mit der Personenfähre setze ich nach Wesel-Bislich zum rechten Rheinufer über. Bis nach Werne benötige ich dann noch über vier Stunden. Die Sonderfolge „Bauer sucht Frau“ fand ohne mich statt. Nächstes Mal muss ich wohl eher losfahren."
Teil 2: von Werne nach Detmold über Hamm, Lippstadt, Paderborn Richtung Hermannsdenkmal
"Direkt nach Sonnenaufgang hatte ich mich aufgemacht, um über die Fischerbrücke Richtung Sandbochum Werne zu verlassen. So früh und bei den frostigen Temperaturen war sogar der Invaliden-Rentnertreff hinter
der Autobahnbrücke noch verwaist. Erstaunt stellte ich fest, dass es Am Tiebaum jetzt sogar Radschilder zur Umfahrung bei Hochwasser gibt.
Da es die letzte Zeit ja wenig geregnet hat, versuchte ich deswegen über die ursprüngliche Route Richtung Hamm zu kommen. Leider vergeblich! Hiermit beantrage ich somit offiziell, dass die neue Lippefähre von Schloss Oberwerries hierher verlegt wird... Scherz beiseite: Dieser Streckenverlauf ist nach meiner Erfahrung fast das ganze Jahr über nicht befahrbar. Da kann man die Strecke auch gleich am Kanal entlang führen. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit der Streckenführung auf Hammer Stadtgebiet.
Statt sich wie bei der alten Streckenführung an Radwegen entlang der Hauptstraße Zum Torksfeld und der Wilhelmstraße zu hangeln, nutzt man jetzt den Kanalradweg bis zum Bad Hamm. Damit spart sich der Radtourist eine Menge Ampelaufenthalte ein. Und die Lippefähre am Schloss Oberwerries wird mit Sicherheit gut frequentiert werden. Wenn dann wieder eine Gaststätte auf dem Schlossgelände eröffnen würde, wäre man fast wunschlos glücklich.
Über den bewährten Weg durch den Eilmser Wald verlässt man Hamm dann Richtung Vellinghausen. Ich mache noch einen kleinen Abstecher zum Denkmal der Schlacht von Vellinghausen im Siebenjährigen Krieg. 150 Jahre nach der Schlacht im Jahre 1911 errichtet, steht dieses Denkmal doch exemplarisch für die ideologische Aufrüstung am Vorabend des 1. Weltkrieges. Für mich beginnt von Vellinghausen an bis zum Schloss Neuhaus der schönste Teil der gesamten Römer-Lippe Route.
Fast immer in Sichtweite der Lippe fährt man durch eine weite Auenlandschaft. Alles schön flach, so dass das Rad fast von alleine läuft. Aber
auch einige schöne Schlösser liegen am Wegesrand. Nach der Durchfahrt von Lippborg gelangt man zum – in einem schönen Waldgebiet gelegenen – Haus Assen. Heute dient dieses Schloss als katholisches Internat. In Höhe der Wallfahrtskirche St. Ida in Herzfeld wechselt man auf das südliche Lippeufer über und erreicht das Schloss Hovestadt. Hier lohnt sich ein Bummel durch den schönen Schlossgarten. Nach zwei Stunden Fahrt von Werne aus bis hierher habe ich vom vorherigen Radrennen auch keine „dicken Beine“ mehr. Endlich kann die Kette jetzt auf die dicken Kränze gelegt werden.
Auf dem weiteren Weg nach Lippstadt hat es mir besonders die Kirche St. Clemens in Hellinghausen angetan. Fast wie am Niederrhein liegt sie auf einer Anhöhe und man genießt einen tollen Blick auf die umgebende
Fakten: Die Gesamtlänge beträgt auf der Hauptroute Detmold-Xanten 298 Kilometer. Von Werne nach Xanten sind es ungefähr 140 Kilometer. Höhenmeter gibt es nicht. Xanten liegt noch tiefer als Werne. Die neue Beschilderung ist Stand Anfang April 2013 schon von Lippramsdorf bis Xanten installiert worden.
Internet: www.roemerlipperoute.de
Tourenführer: BVA-Verlag Maßstab 1:50000 ISBN 978-3-87073-584-5 14,95 Euro (schon lieferbar) Esterbauer Verlag Maßstab 1:50000 ISBN 978-3-85000-371-1 13,90 Euro (in Kürze lieferbar)
Auenlandschaft. Kurz vor Lippstadt bog die alte Römerroute Richtung Bad Waldliesborn ab. Dies war wohl der Federführung der Münsterlandtouristik geschuldet. Jetzt geht es entlang der Lippe durch den historischen Stadtkern von Lippstadt. Eindeutig eine Verbesserung gegenüber der alten Routenführung. Man muss den hiesigen Touristikmanagern sowieso attestieren, dass sie einen klasse Job gemacht haben. Um die Radfahrer vor Gefahrenstellen zu warnen, wurden z.B. selbst die Baumwurzeln in einem Waldgebiet nahe der B55 mit roter Farbe gekennzeichnet.
Mit einer Durchfahrt entlang der Lippstädter Seenplatte erreicht der Radreisende am Boker Kanal den Kreis Paderborn. Leider ist es zurzeit dort nicht ganz so idyllisch wie früher, da gerade eine Baumallee gefällt wurde. Nach einigen weiteren Kilometern fahre ich Anreppen, das am östlichsten gelegene Römerlager in Germanien, an.
Ich begutachte die Schautafeln und den Infostand. Danach geht es weiter gen Paderborn. Ähnlich wie in Lippstadt fährt man wieder durch ein
großes Seengebiet. Der größte See innerhalb der Seenplatte, der Lippesee, wurde zu einer großen Freizeitanlage ausgebaut. Dafür wurde extra auch der Radweg entlang des Sees runderneuert, welcher zum Gelände der Landesgartenschau von 1994 beim Schloss Neuhaus führt.
Der blaue Himmel steht im schönen Kontrast zur weißen Fassade des Schlosses. Dem Wittelsbacher Fürstbischof Clemens August, dem letzten großen Bauherren dieser Anlage, täte diese Farbkonstellation bestimmt gefallen.
Meine Weiterfahrt führt mich abweichend von der Hauptroute entlang des neuen Fußballstadions Richtung Paderborn-Zentrum. In der Fußgängerzone in der Nähe des Rathauses mache ich dann meine erste Rast. Ich will mich noch vor der anstehenden Bergetappe stärken. Anschließend verlasse ich, am Hohen Dom vorbei fahrend, Paderborn Richtung Bad Lippspringe. Sehenswert ist hier der Kurpark mit der Lippequelle. Dieser ist aber besser zu Fuß als mit dem Rad zu entdecken. Gerade weil der installierte Planetenweg mit vielen Schautafeln versehen ist.
In Schlangen betrete ich dann lippischen Boden. Bis zum Jahr 1947 war Lippe ein eigenes Land im Deutschen Reich. Der Grenzstein zur
ehemaligen preußischen Provinz Westfalen trennte nicht nur zwei eigenständige Länder, sondern auch zwei Konfessionen. Mit der lippischen Landesgrenze endet auch der Kuschelabschnitt der Römer-Lippe Route.
Ab jetzt geht es ständig bergauf. E-Mobilisten sollten also dafür sorgen, dass der Akku noch gut im Saft steht. Entlang der B1 schlängelt sich die Route nun zu den Externsteinen hinauf. Die mittelalterliche Musik an den Externsteinen ist nicht so ganz mein Fall; entsprechend kurz fällt die Rast aus.
Der letzte Anstieg der Römer-Lippe-Route zum Hermannsdenkmal hinauf wartet jetzt noch auf mich. Ich habe
natürlich schon vorher in meiner Radsportbibliothek recherchiert: 251 Höhenmeter mit einer durchschnittlichen Steigung von acht Prozent und mit einer Maximalsteigung von elf Prozent stehen mir bevor. Ich bin da zwar schon öfter mit dem Rennrad hochgefahren, aber das zusätzliche Gewicht des Tourenrades merkt man doch.
Auf den letzten Metern muss ich dann doch in den Wiegetritt gehen. Die Tagestouristen haben sich recht zahlreich eingefunden. Darunter auch viele Motorradfahrer. Der Fernblick an diesem Tag über den Teutoburger Wald lohnt die Anreise.
Zum Glück habe ich oben auf dem Hermannsdenkmal noch einmal Kräfte gesammelt, da mir nach der 20 Prozent Abfahrt hinunter nach Berlebeck noch die Steigung zur Gauseköte, Ostwestfalens bekannteste Passstraße, bevorsteht. Und die steht vor einem wirklich wie eine Wand. Erst fängt die Steigung ganz langsam an, um auf dem letzten Kilometer auf eine Steigung von 16 Prozent zu eskalieren. Das geht dann nur noch mit purer Kraft und im Wiegetritt. Wo ist nur mein schöner hochfrequenter Pedaltritt geblieben?
Nach der Passhöhe entschädigt die Abfahrt entlang der im Bau befindlichen Fürstenallee für die Qualen. Mit Rückenwind fahre ich dann die letzten zehn Kilometer zum Bahnhof nach Paderborn zurück.
Der NRW-Express verlässt pünktlich Paderborn in Richtung Hamm. Von Hamm geht es dann wieder am Kanal zurück nach Werne. Jetzt, am späten Nachmittag, ist nun richtig Betrieb am Treffpunkt der Invalidenrentner. So manches Gedeck wird an diesem schönen Sonntag wohl aufgetischt worden sein. Nicht nur Radfahrer entlang der Römer-Lippe Route haben also diesen schönen Tag genossen."
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