RAG zeigt erste Skizzen
Kläranlage für Grubenwasser wird ab Sommer ‘25 in Bergkamen-Heil gebaut
Vor den Nachbarn der geplanten Anlage im Ortsteil Heil hat die RAG erstmals darüber gesprochen, wie sie sich die Reinigung des Grubenwassers vorstellt, das ab Mitte 2026 in die Lippe geleitet werden soll.
Die Zielmarke ist gesetzt: Mitte 2026 erreicht das Grubenwasser an Schacht Aden 2 die Marke -600 Meter. Dann will die RAG mit der Hebung erster Teilmengen beginnen und den Pegel verlangsamt bis -380 Meter steigen lassen, wie beantragt. Damit ist auch klar, dass – bei noch ausstehenden Genehmigungen – in gut eineinhalb Jahren die Anlage zur Reinigung des Wassers stehen muss, die am Freitag den Anwohnern in Heil vorgestellt worden ist.
Noch ist nicht klar, wie genau die Anlage ausgerüstet wird
In ihren Grundzügen, wohlgemerkt, denn mit welchen Komponenten und Verfahrensweisen hier an der Ecke Königslandwehr/Am Rothenbach gearbeitet werden soll, ist noch gar nicht entschieden. Von den Erfahrungen mit der Pilotanlage Duhamel in Ensdorf/Saarland machen die Verantwortlichen abhängig, was in Bergkamen zur Absonderung der Schadstoffe installiert wird.
Wie weit reichen Absetzbecken zur passiven Behandlung, wie viel aktive Behandlung (Filtration/Sedimentation) muss sein und kann kombiniert werden? „Wenn wir diese Erkenntnisse haben, gehen wir damit ins Verfahren“, erläuterte RAG-Sprecher Christof Beike. Mit ersten Bauarbeiten für ein Becken von 3000 Quadratmetern sei Mitte des kommenden Jahres zu rechnen. Die benötige Genehmigung nach Bundesimmissionschutzgesetz (Bimsch) werde rechtzeitig bei der Bezirksregierung Arnsberg eingeholt.
6,3 Mio. Kubikmeter/Jahr im ersten Zug
Für den Anfang werde ein Strang der Anlage genügen, ein zweiter später dazu gebaut, sagte Fachfrau Kathy Becks bei der Veranstaltung. Mit gut 20 Kubikmetern pro Minute laufen nach den Berechnungen die Wässer in der Provinz zwischen Dortmund-Ost/Zeche Hansa und Hamm an Haus Aden zusammen. Das lässt eine maximale Fördermenge von 14,9 Millionen Kubikmeter jährlich erwarten – und für die Anstauphase auf -380 Meter bis Mitte der 2030er Jahre etwa 6,3 Millionen Kubikmeter/Jahr.
Darauf soll die Reinigung im ersten Zug ausgerichtet werden. Das Szenario unterstellt, dass keine Entsalzung des Wassers erforderlich ist, weil die Konzentration durch das neue Pumpmanagement unter den kritischen Werten für die Lippe bleibt. Das soll auch für die Schwebstoffe mit Anhaftungen des hochgiftigen PCB gelten. Was davon trotzdem über Tage ankommt, soll bei der Beseitigung von Sulfiten und Eisen in der Eingangsbehandlung des Wassers abgesondert und mit dem Schlamm entsorgt werden. Was da im Detail nach dem Kammerfilter-Pressverfahren vonnöten und mit welchen Auflagen deponiert werden muss, werden erst praktische Befunde zeigen.
Neue Leitung zur Lippe in der Beauftragung
Über weitere Sedimentation und Belüftung wird das Wasser dann so aufbereitet, dass es in die Lippe geleitet werden kann. Die alte Rohrleitung wird durch eine neue ersetzt. Die Arbeiten sind ausgeschrieben, aber nicht fertig, bis das Pumpen startet. Vorübergehend soll die alte Leitung genutzt werden, ehe sie der SEB für den Hochwasserschutz erhält. Über das Einleitebauwerk wird im Verfahren entschieden. Ein offenes Rohr, wie bisher, dürfte nicht mehr genügen.

