Vorsicht walten lassen

Zehn gefährliche Tiere in Europa, vor denen sich Urlauber in Acht nehmen sollten

Aspisviper
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Bei Schlangen denken die meisten Urlauber eher an Australien. Aber auch in Europa gibt es giftige Exemplare: darunter die Aspisviper, die überwiegend in Nordspanien, Frankreich, Italien, der Schweiz und im Schwarzwald vertreten ist, wie die Giftzentrale Bonn informiert. Zu lebensgefährlichen oder tödlichen Schlangenbissen kommt es selten, in der Regel machen sich lokale Vergiftungserscheinungen bemerkbar. Dazu gehören Schwellungen und in seltenen Fällen Lähmungen, Übelkeit, Erbrechen, Herzklopfen oder Krämpfe. Zu Bissen kommt es meistens auch nur in den warmen Sommermonaten, beim Barfußlaufen oder wenn die Tiere unnötig angefasst werden.
Feuerqualle
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Am Strand ist der ein oder andere Urlauber schon einmal auf eine Feuerqualle gestoßen. Darunter sind verschiedene Spezies gemeint, die bei Kontakt ein unangenehmes Brennen auslösen. Im Mittelmeer ist vor allem die Leuchtqualle (Pelagia noctiluca) und an Nord- und Ostsee die gelbe Nesselqualle (Cyanea capillata) unterwegs. Wer in Berührung mit den giftigen Tentakeln gekommen ist – die im Übrigen mehrere Meter lang sein können –, wird oft mit schmerzenden, brennenden Rötungen, Schwellungen oder Blasenbildungen konfrontiert. In seltenen Fällen kann es auch zu heftigen allergischen Reaktionen kommen. Bei einem Stich sollten Betroffene das Wasser schnell verlassen und zu viel Bewegung vermeiden. Verbliebene Tentakel werden am besten mit Meerwasser abgewaschen.
Kreuzotter (Vipera berus)
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Kreuzotter sind in Mittel-, Nord- und Osteuropa verbreitet. Auch in Deutschland treffen Menschen am Niederrhein, in der Norddeutschen Tiefebene, im Taunus, Spessart, im Hochschwarzwald und in den Alpen auf die giftige Schlange, wie die Giftzentrale Bonn schreibt. Bei einem Biss kann es lokal zu einer starken Schwellung mit blauroter Färbung kommen. Auch heftige Schmerzen an der Bissstelle sowie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schweißausbrüche sind möglich. Zu den schwereren Folgen zählen ein Kollaps, Atembeschwerden oder eine Atemlähmung. Meistens wird aber zu wenig Gift abgegeben, um diese Symptome hervorzurufen. Wer sich vor Kreuzottern schützen möchte, sollte sich in steinigen und übersichtlichen Gelände aufmerksam bleiben und festes Schuhwerk sowie lange Hosen tragen.
Indischer Rotfeuerfisch (Pterois miles)
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Taucher sollten sich nicht zu sehr freuen, wenn sie unter Wasser den weißroten Indischen Rotfeuerfisch entdecken. Trotz seines farbenfrohen Auftretens hat er es faustdick hinter den Ohren: Seine stacheligen Rückenflüssen enthalten nämlich ein starkes Gift – bei Berührung kann es zu heftigen Schmerzen, Erbrechen und manchmal sogar zu Atemstillstand kommen, wie National Geographic schreibt. Eigentlich ist der Indische Rotfeuerfisch im Indischen Ozean und in im Roten Meer verbreitet. Inzwischen verbreitet er sich aber immer mehr über den Suezkanal im Mittelmeer, sodass eine Begegnung auch an den Urlaubsstränden im Süden Europas möglich ist.
Portugiesische Galeere
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Die Portugiesische Galeere ist eigentlich im Pazifik daheim, doch auch im Mittelmeer vor Portugal, den Kanaren oder sogar Mallorca wurde sie schon gesichtet. Mit ihrem blau-violetten, blasenförmigen Körper treibt sie auf der Wasseroberfläche – die größte Blase, auch Segel genannt, kann eine beachtliche Länge zwischen neun und 30 Zentimetern erreichen. Außerdem verfügt sie über Gifttentakeln, die eine Länge zwischen zehn und 50 Metern erreichen kann. Ein Stich der Portugiesischen Galeere kann sehr schmerzhaft sein und zu starken Hautreaktionen führen, die erst nach ein paar Tagen wieder abklingen. Auch allergische Reaktionen sind möglich, die in seltenen Fällen zum Tode führen können. Daher ist eine ärztliche Behandlung wichtig, vor allem, wenn die Schmerzen anhalten.
Braunbär in den rumänischen Karpaten
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Im Mittelalter waren Braunbären in ganz Europa weit verbreitet. Aufgrund von Jagd und Zerstörung ihres Lebensraums sind sie allerdings in vielen ihrer ursprünglichen Verbreitungsgebiete ausgestorben. In Europa sind sie heute hauptsächlich in Rumänien vertreten. Zwischenfälle mit Menschen sind eigentlich eher selten, doch manchmal kommt es trotzdem dazu, dass jemand durch sie zu Schaden kommt – wie bei einem Vorfall in Italien 2023. In solchen Fällen liegt es jedoch meist daran, dass sie sich selbst oder ihre Jungtiere bedroht fühlen. Unprovoziert gehen sie den Menschen in der Regel aus dem Weg.
Petermännchen
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Der Name klingt zwar niedlich, doch das Petermännchen ist eines der gefährlichsten Gifttiere Europas. Im Sommer begibt es sich zum Laichen in die flachen Gewässer der Nord- und Ostsee. Dort vergräbt er sich auch mal im Sand, wodurch er für Menschen unsichtbar wird. Wer in einen seiner Stachel tritt, muss mit starken Schmerzen rechnen – das Gift sorgt für eine Immunreaktion, die zu Gelenkschmerzen und Schwellungen führen kann. Auch Fieber, Atemnot, Erbrechen, Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen sind möglich. In ganz seltenen Fällen kommt es zu einer allergischen Reaktion. Um den Kontakt mit dem Petermännchen zu vermeiden, sollten Wattwanderer Badeschuhe anziehen und Taucher ausreichend Abstand zum sandigen Untergrund halten.
Schwarzer Seeigel (Arbacia lixula) im Mittelmeer bei Hyères.
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Von den Seeigeln sind weltweit Hunderte verschiedene Arten bekannt – manche davon leben auch in der Nord- und Ostsee. Sie leben auf Sand, Stein und Schlick am Meeresboden und verfügen über kugel- oder eierförmige Stacheln. Sie stellen einen Schutz vor Fressfeinden dar und helfen ihnen bei der Fortbewegung. Gefährlich sind die Tiere grundsätzlich nicht, ein Tritt auf die Stacheln ist aber dennoch schmerzhaft. Wer allergisch reagiert, sollte außerdem einen Arzt aufsuchen.
Weißer Hai
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Viele fürchten sich vor dem Weißen Hai alleine schon wegen zahlreicher Hollywood-Blockbuster. Aufgrund seiner maximalen Länge von über sieben Metern gilt er zudem als eine der größten Haiarten. Anders, als viele vielleicht erwarten, gibt es ihn nicht nur fernab in Südafrika, Südaustralien oder Kalifornien, sondern auch im Mittelmeer. Da ihm hier aber immer mehr die Nahrung ausgeht, sind nur noch selten Exemplare anzutreffen.
Europäischer Grauwolf
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Auch vom Wolf gab es in Europa früher – genauso wie vom Braunbären – viel mehr Exemplare als heute. In Westeuropa, inklusive Deutschland, wurde er laut der Umweltschutzorganisation WWF Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Im Osten und Süden konnte er jedoch überleben. Mittlerweile soll es wieder 17.000 Wölfe in Europa geben. Übergriffe von Wölfen auf Menschen gab es dem BMUV (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz) zufolge in der Vergangenheit nur wenige. Größtenteils lassen sie sich auf Tollwut, Provokation oder Futterkonditionierung zurückführen.
  • Franziska Kaindl
    VonFranziska Kaindl
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Zu schweren Bissen, Stichen oder Angriffen durch Tiere kommt es für Urlauber in Europa selten. Trotzdem kann es zu schmerzhaften Begegnungen kommen.

Urlauber in Europa dürfen sich in der Regel vor giftigen und gefährlichen Tieren sicher fühlen. Hin und wieder kommt es aber doch zu einem schmerzhaften Aufeinandertreffen mit Quallen, Schlangen oder Fischen. Gerade der mit dem Klimawandel einhergehende Anstieg der Meerestemperatur könnte ein Grund dafür sein, dass Tiere ihr Verhalten ändern oder zu einem für sie ungewöhnlichen Zeitpunkt ihr Unwesen treiben. In den meisten Fällen lassen sich jedoch Begegnungen vermeiden.

Rubriklistenbild: © N. Bastide/Imago

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