Risiken und mehr

Abnehmspritze Ozempic: Medikament behandelt eigentlich andere Krankheit

Der Hype um die Abnehmspritze Ozempic ist groß. Doch das Medikament soll eigentlich eine andere Krankheit behandeln. Die Risiken und Nebenwirkungen.

Hamm - Der Hype um das neue vermeintliche Wundermittel ist groß. Dabei ist es ursprünglich eigentlich dafür gemacht, wofür es nun zahlreiche Menschen in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland nutzen. Die Abnehmspritze Ozempic ist in aller Munde - und soll Diabetes Typ 2 behandeln.

Abnehmspritze Ozempic: Medikament birgt starke Nebenwirkungen und Gefahren

Einmal wöchentlich muss Ozempic gespritzt werden. Das Medikament landet per Nadel im Unterhautfettgewebe und kann bequem selbstständig und zuhause in den Oberarm, Bauch oder Oberschenkel verabreicht werden. Ursprünglich war das Medikament für Menschen mit Diabetes Typ 2 gedacht, die ebenso koronare Erkrankungen haben. Nun wird die Spritze mehr oder minder zweckentfremdet – und das hat gleich drei Gründe:

  • Ozempic senkt den Blutzuckerspiegel
  • Ozempic schützt die Gefäße
  • Ozempic hilft beim Abnehmen

Besonders der letzte Punkt ist für Verbraucher entscheidend. Wird das Medikament Ozempic gespritzt, werden gleich zwei Prozesse im menschlichen Körper gestartet, die beim Abnehmen helfen können. Der enthaltene Wirkstoff Semaglutid erzeugt im Gehirn das Gefühl von Sättigung. Auch ahmt Semaglutid das Hormon GLP-1 nach, welches den Prozess der Magenentleerung verlangsamt.

Abnehmspritze Ozempic: Das Medikament soll eine andere Krankheit behandeln

Für Diabetiker hat Ozempic einen zusätzlichen positiven Effekt: Die Ausschüttung von Insulin wird angekurbelt. Besonders Patienten, die eine vollständige Insulinresistenz aufgebaut haben, können mithilfe der Spritze wieder eigenes Insulin herstellen, solange Ozempic gespritzt wird. In vielen Ländern ist Ozempic bereits zur „Mode-Substanz“ geworden. Chefarzt Dr. Röhrborn befürchtet ähnliches für Deutschland. Zumal Ozempic dort ansetzen kann, wo der menschliche Stoffwechsel das Abnehmen erheblich erschwert.

Stark übergewichtige Menschen haben einen Stoffwechsel entwickelt, der den Gewichtsverlust deutlich erschwert. Ozempic kann dazu führen, dass diese Hürde überwunden wird. Die Folge: Innerhalb weniger Wochen können rund 17 Prozent des eigenen Körpergewichts verloren werden. Ozempic kann aber zahlreiche Nebenwirkungen hervorrufen:

  • Verstopfungen
  • Erbrechen
  • dauerhafte Übelkeit
  • dauerhaftes Völlegefühl
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung

Zugleich birgt der Hype um Ozempic Gefahren für die Mitmenschen. Personen, die aufgrund einer Diabetes-Erkrankung auf Ozempic angewiesen sind, können auf Engpässe des Medikamentes stoßen ob des großen Andrangs. Die Folgen wären dramatisch. Schon seit 2022 ist der Wirkstoff Semaglutid in der EU zugelassen. Allerdings nicht über Ozempic, sondern unter dem Handelsnamen Wegovy. Dessen Dosierung ist doppelt so hoch wie Ozempic und wird von Ärzten an Patienten verschrieben, die einem BMI von über 30 haben.

Rubriklistenbild: © Remko de Waal/Imago

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