Energiesparen

Wie groß ist die Gefahr von Legionellen bei kaltem Wasser?

Aufgrund steigender Energiekosten wird in zahlreichen Haushalten gespart – bei manchen sogar am Warmwasser. Aber steigt dadurch die Legionellengefahr?

Energiesparen ist in vielen Haushalten das Gebot der Stunde. Die Möglichkeiten sind vielfältig, vom Heizen über stromfressende Geräte bis hin zum Licht lassen sich Verbraucher vieles einfallen, um die Kosten in diesem Winter niedrig zu halten. Auch beim Warmwasser sehen viele ein Einsparpotenzial. Allerdings warnen Experten vor Legionellen.

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Umweltkeime, die auf der ganzen Welt verbreitet sind und in geringer Anzahl natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser sind, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Weiterhin sind sie in feuchten Biotopen, wie zum Beispiel in Mischerde für Topfpflanzen oder im Kompost zu finden, so das Robert Koch-Institut (RKI). In ihrem natürlichen Ökosystem verursachen Legionellen im Normalfall keine Probleme – gesundheitlich relevant werden sie erst, wenn sie in technischen Einrichtungen wie Trinkwassersystemen oder Kläranlagen auftauchen und es dort zu einer Bildung von Aerosolen kommt, die mit Legionellen kontaminiert sind.

Durch Aerosole in der Luft können Legionellen aufgenommen werden.

Welche Erkrankungen werden durch Legionellen ausgelöst?

Legionellen sorgen beim Menschen für zwei verschiedene Krankheitsbilder:

  • Legionärskrankheit, auch als Legionellose oder Legionellen-Pneumonie genannt, ist eine Form der Lungenentzündung. Zu den Symptomen gehören Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, ein schweres Krankheitsgefühl oder hohes Fieber. Bleibt sie unbehandelt, kann es zu einem schweren Verlauf kommen. Wenn sie rechtzeitig entdeckt und behandelt wird, sind die Heilungschancen gut.
  • Pontiac-Fieber: Hier handelt es sich um einen akuten fiebrigen Infekt ohne Lungenentzündung. Betroffene leiden meist unter leichten grippalen Symptomen, darunter Kopf- und Gliederschmerzen, Thoraxschmerzen und einem trockenen Husten. Die Symptome klingen in der Regel nach wenigen Tagen ohne Antibiotikabehandlung ab.

Betroffen sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel durch eine Erkrankung oder eine Medikation, wie das RKI berichtet. Auch Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder chronischen Herz-/Lungenerkrankungen erkranken häufiger. Hinzu kommen Raucher und ältere Menschen. Dabei trifft es Männer zwei- bis dreimal so häufig wie Frauen.

Wie infiziert man sich mit Legionellen?

Die Übertragung des Erregers erfolgt durch das Einatmen von zerstäubtem, vernebeltem Wasser, wie die BZgA informiert. Das ist in der Regel beim Duschen, in Whirlpools oder in Verbindung mit Luftbefeuchtern der Fall. Seltener kommt es zu einer Infektion, wenn die Legionellen über das Trinkwasser aufgenommen werden, da die Bakterien im Magen von der Magensäure abgetötet werden. Eine Ausnahme ist, wenn das kontaminierte Wasser versehentlich in die Luftröhre und nicht in die Speiseröhre gerät.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
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Wann vermehren sich Legionellen im Wasser?

Um die Legionellengefahr zu Hause zu bannen, sollte die Temperatur von Wasser stets oberhalb von 50 Grad Celsius liegen – dann wird das Wachstum laut RKI wirksam gehemmt. Ab 60 Grad Celsius sterben die Keime ab. Zu vermeiden sind Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius, da diese ideale Wachstumsbedingungen für Legionellen bieten. Auch im kalten Wasser kommen die Bakterien vor, allerdings vermehren sie sich bei einer Temperatur unter 20 Grad nicht mehr nennenswert.

„Sorgen Sie dafür, dass das warme Wasser überall im Leitungssystem immer eine Temperatur von mindestens 55 Grad Celsius hat. Nur so kann Legionellenwachstum sicher vermieden werden. Gesundheitlich riskant wäre es, hier Energie zu sparen“, rät das Umweltbundesamt (UBA). Am besten sollte das Wasser auf 60 Grad erhitzt worden sein, bevor es warm aus der Leitung kommt, informiert unter anderem der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW). „Es geht nicht so sehr um die Temperatur, so wie sie die Dusche verlässt, sondern es geht um die Temperatur im Speicher selbst oder in den Leitungen“, sagt Benedikt Schäfer vom Umweltbundesamt laut Deutschlandfunknova. Dank einer Mischbatterie lässt sich das Wasser am Hahn wieder auf eine angenehme Temperatur regulieren.

Rubriklistenbild: © Norbert Schmidt/Imago

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