Verwechslungsgefahr bei Krankheiten

Fatale Folgen: Die zehn gefährlichsten Fehldiagnosen

Arzt mit Patientin
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Wird ein gutartiger Tumor mit einer bösartigen Krebserkrankung verwechselt, kann diese gravierende Fehldiagnose dazu führen, dass Patienten unnötigen aggressiven Therapien wie etwa Strahlen- oder Chemotherapie ausgesetzt werden. Dabei besteht die Gefahr nicht nur in belastenden Behandlungen: Betroffene können zudem die Chance verpassen, dass das eigentliche Gesundheitsproblem rechtzeitig und effektiv behandelt wird.
Mann hält sich Hand an Herz
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Gastrointestinal (den Verdauungstrakt betreffend) bedingte Beschwerden können mit einem Herzinfarkt verwechselt werden. Diese Fehldiagnose kann für Betroffene eine ernste Gefahr darstellen. Denn übermäßige Verordnungen von Medikamenten für Herzprobleme können lebensbedrohliche Auswirkungen für Patienten haben. Gleichzeitig kommt es zu Verzögerungen bei der Identifizierung und Behandlung der tatsächlichen Ursache.
Infusion
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Zu den gefährlichsten Fehldiagnosen im medizinischen Bereich zählt auch die Nichtidentifizierung einer Sepsis. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Diese erfordert sofortige medizinische Maßnahmen. Bei einer schweren Sepsis wird Flüssigkeit über eine Infusion verabreicht, damit vor Beginn der ursächlichen Therapie die Sauerstoffversorgung und der Blutdruck ausreichend hoch sind. Eine verzögerte Diagnose kann hingegen zu multiplem Organversagen führen und das Sterberisiko erhöhen.
Arzt sticht Insulin Pen in Finger von Patient
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Eine weitere gefährliche Fehldiagnose ist die Verwechslung von Diabetes mit Hypoglykämie. Sie kann zu einer unnötigen Insulinbehandlung führen. Erhält ein Patient eine falsche Dosierung von Insulin, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Dazu zählen beispielsweise Unterzuckerung oder sogar Bewusstseinsverlust.
Patient und Psychologe im Gespräch
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Bei psychischen Beschwerden kann es häufig zu Fehl- oder Überdiagnosen kommen. Die falsche Diagnose von psychischen Erkrankungen anstelle von neurologischen Störungen wird zur Herausforderung im Gesundheitswesen. Werden Patienten mit Medikamenten behandelt, die nicht die neurologischen Ursachen therapieren, kann sich ihr Zustand verschlechtern. Dies wiederum kann das Risiko für langfristige Schäden erhöhen.
Mann mit Kopfschmerzen
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Wird anstelle von Migräne ein Schlaganfall diagnostiziert, kann dies zu einer verzögerten oder fehlerhaften Behandlung führen. Wenn die tatsächliche Ursache übersehen wird und Betroffene blutverdünnende Medikamente – die für Migräne nicht angemessen sind – verabreicht bekommen, kann sich das Risiko für Blutungen erhöhen.
Arzt diagnostiziert Allergie
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Irrt sich ein Arzt in der Diagnose einer Nahrungsmittelallergie anstatt einer Histaminintoleranz, kann es zu falschen Ernährungsempfehlungen und medikamentösen Behandlungen kommen. Um unangenehme Beschwerden zu lindern und langfristige Gesundheitsprobleme zu vermeiden, ist es jedoch wichtig, dass Patienten die richtigen Maßnahmen ergreifen. Daher ist eine genaue Diagnose entscheidend.
Arzt sitzt vor Laptop
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Kommt es bei einem Vitamin-B12-Mangel zur Verwechslung mit Multipler Sklerose, kann dies ernsthafte Konsequenzen zur Folge haben, wie etwa eine aggressive immunsuppressive Behandlung. Die eigentliche Ursache, der Vitamin-B12-Mangel, bleibt hingegen unbehandelt und kann zu irreversiblen neurologischen Schäden führen.
Arzt sitzt am Schreibtisch
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Zu einer unnötigen immunsuppressiven Behandlung kann es kommen, wenn anstatt einer Medikamentenreaktion Lupus diagnostiziert wird. Mit einer präzisen und korrekten Diagnose wird hingegen sichergestellt, dass Patienten eine angemessene medizinische Betreuung erhalten und potenziell gefährliche Nebenwirkungen von nicht notwendigen Medikamenten verhindert werden.
Person mit Schmerzen in Hand
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Eine fehlerhafte Diagnose von rheumatoider Arthritis anstelle einer Lyme-Borreliose kann zu langfristigen gesundheitlichen Problemen führen, wenn Betroffenen unnötig starke immunsuppressive Medikamente verabreicht werden. Die tatsächliche Infektion mit Borreliose bleibt meist unbehandelt und kann schwere Komplikationen verursachen.
  • Judith Braun
    VonJudith Braun
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Falsche Diagnosen können für Betroffene schwerwiegende Konsequenzen haben. Bei diesen Erkrankungen kann es zu einer folgenschweren Nicht-Identifizierung kommen.

Laut Erhebungen kommt es in bestimmten medizinischen Fachrichtungen zu einer relativ hohen Fehlerquote bei Diagnosen. So sollen Allgemein- oder Notfallärzte eine Fehlerquote von rund zehn Prozent aufweisen. Auch bei der Diagnose psychischer Erkrankungen liegen Mediziner bisweilen falsch. Infolgedessen kommt es auch häufig zu Überdiagnosen in diesem Bereich.

Folgen von Fehldiagnosen: Gefahr der falschen Behandlung

Bei einer Fehldiagnose kann es zu gefährlichen Folgen für den Patienten kommen. Zum einen drohen Nebenwirkungen durch unnötig verabreichte Medikamente. Gleichzeitig bleibt die ursächliche Erkrankung in diesen Fällen meist unbehandelt. Daher bildet die Sicherheit bei Diagnosen die Basis für jede weitere therapeutische Maßnahme. Dabei gibt es verschiedene Faktoren und Gründe für die Verwechslung von Krankheiten, der Nicht-Identifizierung von Erkrankungen oder der Feststellung falscher Diagnosen.

Insbesondere kognitive und systemische Faktoren werden in diesem Zusammenhang genannt. Häufig entstehen diagnostische Fehler jedoch durch eine Kombination der beiden Faktoren. So kann es bei Ärzten zu falschen Schlussfolgerungen und dadurch zu einer Fehldiagnose kommen. Eine Diagnose wird beispielsweise basierend auf kürzlich gesehenen Fällen gestellt und nicht auf einer umfassenden Analyse von allen Informationen, die dem Arzt zur Verfügung stehen. Kommt dann noch Zeitdruck – wie er häufig unter Hausärzten und Notfallmedizinern herrscht – hinzu, kann es manchmal zu falschen Diagnosen kommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) machte deshalb auf dem jährlich stattfinden Welttag der Patientensicherheit auf die Ursachen des Problems aufmerksam und zeigte bereits bestehende Lösungsansätze auf.

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