TikTok-User wütend

„Dann schmeiß’ ich es eben weg“ – Verkauf auf Ebay kann teuer werden

Wer häufiger privat Dinge auf Ebay verkauft, sollte jetzt aufpassen. Offenbar droht eine Steuerfalle. Das behauptet zumindest ein TikToker. Sein Video geht viral, User sind entrüstet.

Der User nennt sich professorfinanzen und gibt Einblicke sowie Tipps und Tricks für Verbraucher in Sachen Geldfragen. Das kommt gut an, auch bei der jüngeren Zielgruppe von TikTok. Bereits 1,4 Millionen User folgen den regelmäßigen Videos des selbsternannten Finanzexperten. Seine neueste Reihe: Was sich für uns im Jahr 2023 alles ändert. Das hört sich im ersten Moment etwas langweilig an, doch bei einem der Videos sollte manch einer besonders die Ohren spitzen.

Steuerfalle auf Ebay? Neue Regelung betrifft auch Privatanbieter

Wer viel und oft privat gebrauchte oder selbst gebastelte Dinge auf Online-Marktplätzen wie Ebay, Etsy oder Vinted verkauft, könnte in eine Steuerfalle tappen, erklärt professorfinanzen. Der Grund dafür: Seit dem 1. Januar 2023 müssen Online-Plattformen alle Einnahmen ans Finanzamt melden. Damit soll mehr Steuergerechtigkeit erreicht werden.

@professorfinanzen Verkaufst du ab und zu etwas online? #finanzen #geld ♬ Originalton - Professorfinanzen

Möglich macht es das neue „Plattformen-Steuertransparenzgesetz“. Darüber hinaus sind die Plattformen verpflichtet, folgende Daten ihrer Kunden ans Finanzamt zu senden:

  1. Wer verdient wie viel mit welchen Verkäufen?
  2. Wo wohnt der- oder diejenige?
  3. Welche Konto- oder Steuernummer hat die Person?

Wer demnach künftig mehr als 30 Artikel im Jahr verkauft oder in Summe mehr als 2.000 Euro einnimmt, dessen Daten muss der Plattform-Betreiber den Finanzbehörden übermitteln.

Zehn Steuer-Tricks: So sparen Sie bares Geld bei der Steuererklärung

Jedes Jahr legen Sie mit der Steuererklärung dem Finanzamt Ihre Einnahmen und Belastungen offen. Damit Sie nicht unnötig Geld verschenken, haben wir ein paar Tipps für Sie.
Nutzen Sie Pauschbeträge wie die Pendlerpauschale. Letztere können Sie immer angeben, egal ob Sie zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit kommen. Dafür gibt‘s 35 Cent pro Kilometer (ab 2022: 38 Cent).
Auch mit der Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag (max. 600 Euro im Jahr) lassen sich Steuern sparen. Vorausgesetzt, Sie kommen über die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro im Jahr.
Auch wer berufsbedingt in eine andere Stadt zieht, kann seine Umzugskosten steuerlich geltend machen.
Zehn Steuer-Tricks: So sparen Sie bares Geld bei der Steuererklärung

TikTok-User wütend über neue Regelung

Das Video geht auf TikTok viral, mehr als 900.000 User haben es bereits gesehen, zudem hat es über 31.500 Likes erhalten. Die Follower zeigen sich angesichts dieser Neuerung großteils entrüstet. Viele machen sich über das Argument „mehr Steuergerechtigkeit“ und die Bürokratie in Deutschland lustig, andere wiederum sehen es als reine Abzocke. Schließlich trifft die neue Regelung auch private Deals. Hier eine Auswahl der Kommentare:

Seit dem 1. Januar 2023 müssen Online-Plattformen alle Einnahmen ans Finanzamt melden. Damit soll mehr Steuergerechtigkeit erreicht werden. (Symbolbild)
  • „Bin mal gespannt, wann ich nach einem Flohmarkt eine Steuererklärung abgeben darf!
  • „Das war’s dann mit Ebay, ich bin raus.“
  • „Ohne Worte Deutschland“
  • „Wird immer besser hier.“
  • „Hey, ganz einfach, ich gehe wieder auf den Flohmarkt.“
  • „Dann hätte ich gerne jede steuerliche Ausgabe vom Staat.“
  • „Vinted, sechs Euro Einnahmen
  • „Dann schmeiß ich es eben weg.“
  • „Dann markiere ich halt in Zukunft nichts mehr als verkauft.“

Zuvor haben private Verkäufer mit dem Erlös noch ihr Taschengeld nebenbei aufbessern können, obwohl die Gebühren bereits teilweise sehr hoch ausfallen. Wer also häufiger auf Ebay und Co. verkauft, bei dessen Steuererklärung wird das Finanzamt nun wohl genauer ein Auge darauf werfen.

Rubriklistenbild: © monticello/Imago

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