Anzeigenhauptmeister auf Prüfstand
Anzeigenhauptmeister auf dem Prüfstand – „Umsatz“ durch Strafzettel nur minimal
Der Anzeigenhauptmeister wird kontrolliert. Nach einer Anfrage ein Bürgermeister die eingeleiteten Verfahren. So viel brachten Die Knöllchen.
Gräfenhainichen – Der Anzeigenhauptmeister ist das neue Popkultur-Phänomen in Deutschland. Seit der zugegeben fragwürdigen Reportage bei Spiegel TV ist Niclas M. eine omnipräsente Gestalt auf sämtlichen Plattformen. Sein Wirken wirft Fragen auf. Zum Beispiel: Wie effektiv ist das eigentlich, was er da so zielstrebig in seiner Freizeit macht? Der Bürgermeister seiner Heimatstadt konnte das zumindest teilweise beantworten.
Anzeigenhauptmeister wird kontrolliert – das sind die blanken Zahlen
Bürgermeister veröffentlicht Zahlen: Über das Portal „Frag den Staat“ wurde an den Bürgermeister von Gräfenhainichen (Heimat des selbsternannten Anzeigenhauptmeisters) eine Anfrage gestellt, wie viele Ordnungswidrigkeitsanzeigen durch Privatpersonen 2022 und 2023 eingegangen seien. Hintergrund für die Anfrage, so vermutet es auch der Bürgermeister andeutend in seiner Antwort, ist wohl der Anzeigenhauptmeister. Deshalb stellt er klar, die Zahlen sind nicht auf eine einzelne Person zurückzuführen, sondern auf alle.
So viele Anzeigen sind eingegangen: MontanaBlack will mit dem Anzeigenhauptmeister Autos aufschreiben. Der scheint auch recht fleißig zu sein, wenn man dem Brief glaubt. 2023 sind stolze 889 Anzeigen durch Privatpersonen eingegangen. Ein Grund, warum MontanaBlack den Krankenhaus-Aufenthalt des Anzeigenhauptmeisters prophezeite. Davon wurden allerdings nur 22 Verfahren eingeleitet. Wiederum 7 davon wurden nach Prüfung eingestellt, 5 mit mündlicher Warnung bedacht und ganze 10 mit einem Bußgeld geahndet.
| 2022 | 2023 | |
| Anzeigen durch Privatpersonen | 29 | 889 |
| Eingeleitete Verfahren | 0 | 22 |
| Einstellung nach Prüfung | 7 | |
| Mündliche Verwarnung nach geprüfter Einlassung | 5 | |
| Verwarnung mit Verwarngeld | 10 |
So viel Bußgeld wurde fällig: Aus den finalen zehn Fällen (der über 800 Anzeigen), die mit einem Verwarngeld geahndet wurden, ergab sich eine Summe von 357 Euro. Von den 140.995 Euro, die in der Reportage zur Sprache kommen, ist das meilenweit entfernt. Der Zorn seiner Angreifer ist damit nochmal unbegründeter, als ohnehin schon. Das sieht auch Rapper FiNCH so, der dem Anzeigenhauptmeister Halt geben will.