Herbst-Genuss

Esskastanien, Maronen, Kastanien: Was ist der tatsächliche Unterschied?

Nicht jede Kastanie ist zum Verzehr geeignet: Nicht alle Sorten sind essbar. Aber wo kommen Maronen ins Spiel? Das sollten Liebhaber des Herbstes wissen.

Herbst bedeutet auch Kastanienzeit: Endlich können wir die Leckerei wieder nach Lust und Laune schlemmen – ob auf Märkten oder zu Hause. Doch stammen Maronen eigentlich von normalen Kastanienbäumen? Diese Frage sorgt oft für Verwirrung. Tatsächlich gibt es bedeutende Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten. Maronen, Kastanien und Esskastanien sind nämlich nicht dasselbe.

Die Rosskastanie: Vorsichtig, giftig!

Die meisten Kastanien, die man hierzulande im Wald oder in Parks findet, sind Rosskastanien. Sie gehören zur Familie der Seifenbaumgewächse. Ursprünglich aus Südosteuropa stammend, sind sie heute weit verbreitet in Deutschland.

Nicht alle Kastanien sind essbar.

Die Rosskastanie produziert eine Kapselfrucht, die in einer stacheligen, grünen Hülle wächst. Zur Reife öffnet sich die Fruchtschale und gibt ihre Samen frei. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) handelt es sich dabei um die Kastanien. Für Menschen sind Rosskastanien ungenießbar, da sie giftige Saponine enthalten. Der Verzehr kann zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen. Wildtieren wie Rotwild oder Wildschweinen dienen Rosskastanien dagegen als Nahrung.

In der Naturheilkunde werden Rosskastanien zur Herstellung von Salben und Tinkturen gegen Venenschwäche und Gelenkbeschwerden verwendet. In der Küche jedoch haben sie nichts verloren und sollten keinesfalls mit den essbaren Maronen oder Esskastanien verwechselt werden.

Die Esskastanie: Früher ein Grundnahrungsmittel

Im Gegensatz zur Rosskastanie gehört die Esskastanie zur Familie der Buchengewächse. Botanisch gesehen zählt sie zu den Nussfrüchten. Oft wird sie auch als „Edelkastanie“ bezeichnet. Wie die Rosskastanie stammt sie ursprünglich aus Südosteuropa. Das größte deutsche Anbaugebiet ist in der Pfalz.

Äußerlich gibt es einige Unterschiede zwischen den beiden Arten. Die Fruchthülle der Esskastanie weist zwar mehr Stacheln auf, allerdings sind diese feiner und weicher. Charakteristisch sind außerdem die gezackten Blätter der Esskastanie, die einzeln an den Ästen hängen. Rosskastanien haben dagegen fünf kleine Einzelblätter.

Im Mittelalter war die Esskastanie ein Grundnahrungsmittel in Europa. Aufgrund ihres hohen Stärkegehalts galt sie als „Brot der armen Leute“. Mit der Zeit liefen ihr jedoch andere Kohlehydratquellen wie Weizen, Kartoffeln und Roggen den Rang ab. Heute erfreut sich die Esskastanie wieder größerer Beliebtheit. Heiß und geröstet schmeckt sie besonders auf Weihnachtsmärkten richtig lecker.

Esskastanien haben einen süßlichen, nussigen Geschmack und sind in der Küche vielseitig einsetzbar. Man kann sie rösten, pürieren, in Suppen kochen und sogar zu Mehl verarbeiten, um daraus glutenfreies Brot oder Kuchen herzustellen.

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Maronen: Die aromatische Variante der Esskastanie

Maronen sind im Grunde nichts anderes als eine besonders große und schmackhafte Sorte der Edelkastanie. Sie sind süßer und aromatischer als ihre Verwandten und haben eine glattere Schale. Zudem lassen sich Maronen leichter schälen und sind daher besonders beliebt in der Küche. Sie werden oft für Süßspeisen wie Maronencreme oder als Beilage zu Fleischgerichten – vor allem Wild – verwendet.

Esskastanien und Maronen selbst zubereiten: So einfach geht’s

Sie müssen nicht auf den nächsten Weihnachtsmarkt warten, um die braunen Früchte zu schlemmen. Esskastanien und Maronen können zuhause entweder im Kochtopf oder im Backofen zubereitet werden. Roh sollten die Kastanien nicht verzehrt werden.

Als Erstes sollten Sie die braune Schale mit einem scharfen Messer kreuzweise einritzen. Das verhindert, dass die Früchte aufgrund der Hitze platzen. Außerdem lassen sie sich später einfacher schälen. Zum Kochen geben Sie die Kastanien in einen Topf mit heißem Salzwasser. Sie sollten bei geschlossenem Deckel für etwa 15 bis 20 Minuten garen. Anschließend abgießen und abkühlen lassen.

Das Rösten der Maronen im Ofen ähnelt der klassischen Methode, die man vom Weihnachtsmarkt kennt. Heizen Sie den Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vor. Verteilen Sie die Nussfrüchte gleichmäßig auf ein Blech, sodass die eingeritzte Seite nach oben zeigt. Nun für 15 bis 20 Minuten rösten lassen, bis die Schale leicht platzt. Die AOK empfiehlt, ein Gefäß mit Wasser in den Backofen zu stellen, damit die Maronen nicht austrocknen.

Tipp: Die Schale sollte entfernt werden, wenn sie noch warm ist. Ansonsten haftet sie später zu sehr an den Früchten.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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