Obacht beim Sammeln

Verwechslungsgefahr: Die leckersten deutschen Speisepilze mit ihren giftigen Doppelgängern

Ein voller Korb mit frischen Pilzen im Wald, während ein Sammler bei Regen neue Funde begutachtet.
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Eins vorweg: Die oberste und wichtigste Regel beim Pilzesammeln ist die sogenannte „100 %-Regel“: Es dürfen ausschließlich Pilze gesammelt werden, deren Bestimmung zweifelsfrei ist. Besteht auch nur der geringste Zweifel an der Artzugehörigkeit eines Pilzes, muss dieser im Wald verbleiben. Dies ist von existenzieller Bedeutung, da selbst kleinste Teile eines tödlich giftigen Pilzes ausreichen können, um den gesamten gesammelten Fund im Korb zu kontaminieren und ungenießbar oder gefährlich zu machen. Mit unserer Übersicht können Sie sich informieren, aber die Bilder sind kein Ersatz für jahrelange Erfahrung oder die Informationen von Sachverständigen.
Es ist wieder ist Pilzzeit
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Steinpilze sind sehr beliebt, wachsen von Juli bis November und besonders 2 Arten sind bei uns bekannt: der Gemeine Steinpilz, der Rotbuchen und Eichen liebt und der Fichten-Steinpilz, der es sich unter Fichten und Kiefern gemütlich macht. Verwechslungsgefahr mit dem Gallenröhrling.
Gallenroehrling, Gallen-Roehrling, Gemeiner Gallenroehrling (Tylopilus felleus), zwei Fruchtkoerper auf bemoostem Waldboden
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Der Gallenröhrling gilt als ungenießbar bis leicht Magen-Darm-giftig. Die Verwechslung mit dem Steinpilz ist aufgrund seiner äußeren Ähnlichkeit eine der häufigsten Ursachen für Pilzvergiftungen bei Sammlern.
Flockenstieliger Hexenröhrling
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Der Flockenstielige Hexenröhrling ist ebenfalls ein guter Speisepilz, wächst von Mai bis Oktober und bevorzugt saure Böden in Laub- und Nadelwald unter Eichen, Buchen und Fichten.
Maronenröhrling im Moos wachsend
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Der Maronenröhrling: Guter Speisepilz, der von August bis November und auf sauren Böden wächst. Zu finden bei Fichten und Kiefern, seltener auch unter Buchen und Eichen.
(Boletus satanas), Satansröhrling *** Boletus satanas , Satans boletus
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Obwohl der Satansröhrling ein Verwandter des Steinpilzes ist, verursacht er gastrointestinale Störungen, die sich in Unwohlsein, Erbrechen und Durchfall äußern. Diese Intoxikation ist zwar sehr unangenehm, aber in der Regel nicht lebensgefährlich.
Pfifferlinge, Cantharellus cibarius P5310043 *** Chanterelles, Cantharellus cibarius P5310043
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Sehr beliebter Speisepilz, wächst von Juni bis Oktober und ist unter Kiefern und Fichten zu finden. Mit Glück auch unter Buchen, Eichen und Birken.
Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca)
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Der Falsche Pfifferling ist als leicht Magen-Darm-giftig eingestuft. Die Verwechslungsgefahr mit dem echten Pfifferling ist hoch, weshalb eine genaue Unterscheidung unerlässlich ist. Im Gegensatz zum echten Pfifferling hat der Falsche Pfifferling im Inneren orangefarbenes Fleisch und, entscheidend, echte Lamellen auf der Hutunterseite.
Edel Reizker Echter Reizker Kiefern Blutreizker Kiefernblutreizker Edelreizker Blutreizker Lac
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Speisepilz zum kochen, wächst von August bis Oktober. Bevorzugt Nadelwälder, Kiefern und ist vorwiegend auf kalkhaltigen Böden zu finden. Die Verwechslungsgefahr mit Giftpilzen ist eher gering, doch die Lamellen können abschreckend wirken.
Gemeiner Riesenschirmling (Macrolepiota procera) in grüner Wiese Parasol mushroom (Macrolepiota procera) in green meadow
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Die Hüte des Gemeinen Riesenschirmlings lassen sich gut verwenden. Die Pilze werden auch Parasolpilz genannt und wachsen von Juli bis November in eher lichten Laub- und Nadelwäldern und am Wegesrand.
  • Maik Schneider
    VonMaik Schneider
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Vorsicht ist die erste Pilzsammler-Pflicht: Hier finden Sie eine Übersicht mit beliebten Speisepilzen und giftige Pilze, die ähnlich aussehen.

Die Schönheit der Pilze im Wald ist faszinierend, doch ihre Bestimmung ist eine Kunst, die Geduld und Vorsicht erfordert. Viele der köstlichsten Speisepilze haben giftige Doppelgänger, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sehen. Selbst für erfahrene Sammler ist die eindeutige Identifizierung oft eine Herausforderung. Die Risiken sind hoch: Eine Verwechslung kann von Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu tödlichen Vergiftungen führen, besonders bei Pilzen wie den Knollenblätterpilzen.

Verwechslungsgefahr: Die leckersten deutschen Speisepilze mit ihren giftigen Doppelgängern

Diese Übersicht kann jahrelange Erfahrung und eine sachkundige Bestimmung nicht ersetzen, aber Sie können sich informieren, bei welchen Pilzen sie aufpassen müssen. Für Anfänger eignen sich Steinpilze, Pfifferlinge und Krause Glucke:

  • Der Steinpilz (Boletus edulis): Ein sicherer Start, da sein bitterer Doppelgänger, der Gallenröhrling, leicht am rosafarbenen Röhrenboden und dem groben Netz am Stiel zu erkennen ist.
  • Der Pfifferling (Cantharellus cibarius): Seine Leisten sind dicker und verlaufen am Stiel herab, während sein leicht giftiger Doppelgänger, der Falsche Pfifferling, dünne, lamellenähnliche Lamellen hat – der echte Pfifferling hat eher Leisten.
  • Die Krause Glucke (Sparassis crispa): Sie sieht aus wie ein blumenkohlartiges Gebilde und ist fast unverwechselbar. Wächst sie an einem Nadelbaumstamm, ist die Verwechslung mit giftigen Arten nahezu ausgeschlossen.

Die unbedingte Devise beim Pilzesammeln lautet: Sammeln Sie nur Pilze, die Sie zu 100 % sicher bestimmen können. Wenn auch nur der geringste Zweifel an der Art besteht – sei es aufgrund einer fehlenden Information, einer unscharfen Fotografie oder eines unvollständigen Pilzes – lassen Sie den Fund stehen.

Es ist besser, einen essbaren Pilz im Wald zurückzulassen, als einen einzigen giftigen Pilz in den Korb zu legen. Diese eiserne Regel schützt nicht nur Ihre Gesundheit, sondern auch die anderer, falls Sie die Pilze mit Freunden oder Familie teilen. Sie ist die einfachste und effektivste Methode, sich vor den Gefahren einer Pilzvergiftung zu schützen. Hier finden Sie unser großes 1 x 1 des Pilzesammelns.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa/ZB

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