Zwei Wörter: „Tote Oma“
7 deutsche Gerichte, die den Rest der Welt verwirren
Bei den Namen mancher deutschen Gerichte schaut der eine oder andere Tourist verwirrt zweimal auf die Speisekarte. Hier sind 7 von ihnen.
Ach, die deutsche Küche – ein wahres Sammelsurium an kuriosen und teilweise sehr verwirrenden Gerichtsnamen. Man stelle sich vor, ein Tourist stolpert über den Begriff „Tote Oma“ und darf erst überlegen, was zur Hölle ihm jetzt serviert wird. Und es ist nicht das einzige Gericht, bei dem unsere Vorfahren ihren kreativen Gehirnzellen freien Lauf gelassen haben. Eine ganze Reihe traditioneller deutscher Gerichte trägt leicht seltsame bis völlig verrückte Namen, bei denen sich der Rest der Welt kollektiv den Kopf kratzt. Wir haben 7 von ihnen zusammengetragen.
Den Spitzenplatz in unserer Liste der … kuriosen Namen der deutschen Gerichte nimmt zweifelsfrei die Tote Oma ein. Der Name ist eigentlich ja sarkastisch gemeint. In Zeiten der Lebensmittelknappheit wurde alles Verfügbare zu Lebensmitteln verarbeitet und bei diesem Gericht war es die rote Grützwurst, die zum makaberen Namen führte. So ganz nach dem Motto: „Haha, die wurde aus der toten Oma hergestellt.“ Die Namensgebung geschah aber vor vielen Jahren in einer längst vergessenen Zeit, als wir Deutsche noch einen Sinn für Humor besaßen und das wird uns heute keiner mehr glauben.
Wenn man’s genau nimmt, ist Falscher Hase wahrscheinlich der ehrlichste Name in unserer Liste. Der Hackbraten hat nämlich überhaupt nichts mit Hasen zu tun und verwendet stattdessen Rind- und Schweinefleisch mit einer Eifüllung. Wütende Touristen können den deutschen Restaurantbesitzern also zumindest schon mal kein „False Advertising“ vorwerfen und sich beschweren, dass ihnen keine echter Hase serviert wurde. Doch eine Frage bleibt dennoch offen: Ein falscher Hase impliziert die Existenz eines richtigen Hasen. Aber wie genau dieser definiert ist, ist selbst uns Deutschen ein Rätsel.
Ein einziger Buchstabe kann in der Sprache einen sehr großen Unterschied machen. So wird aus dem Wal ein Wall oder aus einem Beet ein Bett. Der Kalte Hund hat auch eigentlich nichts mit den besten Freunden des Menschen zu tun, sondern mit den Stollenhunten (also Förderwagen für etwa Kohle) aus dem Bergbau. Die Backform, die für die Süßspeise benutzt wird, ähnelt den Hunten (auch „Hunden“ genannt) nämlich in Form. Aber erklärt das mal einem Touristen, der besorgt schaut und fragt, ob bei der Herstellung des Desserts auch wirklich keine Hunde zu Schaden gekommen sind.
Wenn man im Ausland in einem (meist gehobenen und teurem) Restaurant etwas mit Musik bestellt, dann bedeutet es normalerweise tatsächliche musikalische Begleitung. Zur Geburtstagstorte gibt’s dann eine Runde „Happy Birthday“ und bei einem Heiratsantrag spielt vielleicht eine romantische Geige. Was mit „Musik“ sicherlich nicht gemeint ist, sind die eigenen Verdauungsgeräusche, die nach dem Verzehr der Zwiebelmarinade des Handkäs entstehen. Außer bei uns in Deutschland. Und dafür gibt's dann ein 1-Sterne-Review bei Google von einem empörten Touristen.
Religion wird bei uns in Deutschland in einigen Regionen sehr ernst genommen. So ernst, dass wir deswegen über 30 Jahre lang Krieg geführt und ein paar Leute aus Fenstern geschmissen haben. Doch auch bei uns fallen alle Hemmungen, wenn’s um die Wurst geht, oder wie in diesem Fall: um die Maultaschen. Laut einer alten germanischen Sage wurden diese von Mönchen erfunden, die während der Fastenzeit ein sehr gutes Stück Fleisch nicht verderben lassen wollten. Das ist an sich sehr löblich, doch man sollte vorsichtig sein, wem man es serviert.
Ok, hier ist tatsächlich eine Speise, bei der wir die komplette Schuld von uns weisen können. Schweineohren sind nämlich ursprünglich ein französisches Gebäck. Wenn also ein Tourist in einer Bäckerei komisch schaut, weil jemand sich ein paar Schweineohren bestellt hat, dann kann er sich die Erklärung bei unseren werten Nachbarn hinter der Maginot-Linie abholen. Wir gehen da nicht mehr hin (Aber seien wir mal ehrlich: sie sehen schon ein wenig aus wie Ohren).
Man würde meinen, dass ein so einfaches Essen wie „Brot mit Ei und Zucker“ auch einen sehr einfachen Namen bekommen sollte, dem ist es aber anscheinend nicht so. Im Land der Dichter und Denker werden nämlich keine halben Sachen gemacht. Wir erzählen lieber eine traurige Geschichte über Ritter, die nur altes Brot zu essen bekamen und bauen eine ganze Legende darauf auf. Und wehe dem Touri, der unsere Arme Ritter als „French Toast“ bezeichnet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die deutschen Gerichtsnamen genauso charmant wie ihre Küche sind – ein bisschen seltsam, aber absolut köstlich! Ob nun „Tote Oma“, „Falscher Hase“ oder „Handkäs mit Musik“, diese Namen sind nicht nur ein Fest für den Gaumen, sondern auch für die Lachmuskeln. Sie geben uns einen humorvollen Einblick in die Traditionen und die Kreativität der deutschen Küche, die oft durch praktische Überlegungen und ein bisschen Wortspielerei entstanden sind. Also, liebe Touristen, lasst euch nicht von den kuriosen Namen abschrecken. Übrigens: Interesse an mehr deutscher Nomenklatur? Hier sind 17 überraschende deutsche Markennamen.
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