Mit Humor und Tiefgang
„Zauberberg 2“: Ein Tribut an Thomas Mann von Heinz Strunk
Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums von Thomas Manns „Der Zauberberg“ veröffentlicht Heinz Strunk eine neuzeitliche Adaption.
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Mit „Zauberberg 2“ wagt Heinz Strunk eine Neuinterpretation von Thomas Manns berühmtem Roman „Der Zauberberg“, der vor 100 Jahren erschienen ist. Strunk verlegt die Handlung von den Schweizer Alpen in das sumpfige Grenzgebiet Mecklenburg-Vorpommerns. Anstatt sich mit Lungenkrankheiten zu befassen, konzentriert sich Strunk auf moderne psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Seine Hauptfigur, Jonas Heidbrink, ist ein erfolgreicher, aber depressiver junger Mann, der in einer psychosomatischen Klinik Heilung und Sinn sucht.
Heinz Strunk „Zauberberg 2“: Darum geht es im Buch
Heinz Strunk (“Ein Sommer in Niendorf“), bekannt für seine humorvolle, aber tiefgründige Erzählweise, hat sich intensiv mit dem Originalwerk auseinandergesetzt. Für die Recherche zu „Zauberberg 2“ verbrachte er selbst Zeit in einer Klinik. Diese Erfahrung fließt in die Schilderung des Klinikalltags ein, der von Mahlzeiten, Therapien und medizinischen Untersuchungen geprägt ist. Strunks Protagonist Heidbrink erlebt die Monotonie und Absurdität des Kliniklebens, während er mit seiner Depression und Angststörung kämpft.
Jonas Heidbrink, ein Erfolgsmensch. Schon vor dem dreißigsten hat er sein Start-up versilbert; arbeiten muss er sein Leben lang nicht mehr. Aber es geht Heidbrink nicht gut, überhaupt nicht. Und so fährt er eines kalten Januartages los Richtung Osten, in die mecklenburgische Einöde, wo inmitten von Sümpfen ein schlossartiger Bau emporragt: das Sanatorium. Alles ausgesprochen nobel, aber eben doch: Klinik, für Menschen mit dem einen oder anderen Knacks. Schnell ist Heidbrink in das Korsett von Visiten und Anwendungen eingepackt, muss er sich entscheiden, ob er im Speisesaal seiner Misanthropie folgen oder Anschluss finden will. Die Menschen hier, Ärzte, Schwestern, Patienten, sind ihm fremd, doch bald sind sie seine Welt.
Humor und Melancholie: Strunks einzigartiger Erzählstil
Strunks Erzählstil ist geprägt von einem feinen Gleichgewicht zwischen Humor und Melancholie. Er zeigt die Absurdität und Verzweiflung der Figuren auf, ohne sie lächerlich zu machen. Dabei gelingt es ihm, sowohl humorvolle als auch ernste Töne anzuschlagen. Die Charaktere in „Zauberberg 2“ sind keine exakten Kopien von Manns Figuren, sondern eigenständige Schöpfungen, die dennoch Anklänge an das Original erkennen lassen, so Abendblatt.de.
„Zauberberg 2“: Eine eigenständige Hommage an Thomas Mann
Trotz der Anlehnung an Thomas Manns Werk steht Strunks Roman für sich. Er integriert Originalpassagen, die im Anhang des Buches kenntlich gemacht werden, und schafft so eine Verbindung zum Klassiker, ohne im Schatten desselben zu verbleiben. Die Themen der Krankheit und des menschlichen Daseins werden auf eine Weise aktualisiert, die sowohl Kenner des Originals als auch neue Leser anspricht.
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Die Reaktionen auf „Zauberberg 2“ sind positiv. Kritiker loben Strunks Fähigkeit, die Komplexität psychischer Erkrankungen in einer literarisch anspruchsvollen und dennoch zugänglichen Form darzustellen, wie das Hamburger Abendblatt schreibt. In einer Zeit, in der mentale Gesundheit ein immer wichtigeres Thema wird, bietet Strunks Werk eine relevante und tiefgründige Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des modernen Lebens.
Heinz Strunk „Zauberberg 2“
2024 Rowohlt, ISBN-13 978-3-498-00711-9
Preis: gebunden 25 €, 288 Seiten
Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa/Rowohlt (Montage)
