Jens Boyer ist Fan von virtueller Realität
Neuer Stadtbücherei-Chef: Hamm ist nicht "Provinz"
Hamm - Jens Boyer hat die Nachfolge von Dr. Volker Pirsich als Städtischer Bibliotheksdirektor angetreten. Am Mittwoch stellte sich der 44-Jährige den Mitarbeitern vor.
„Diese Aufgabe ist eine große Herausforderung und eine große Freude für mich“, sagte Boyer gegenüber dem WA. In seine Heimatstadt zurückzukehren, sei nach Stationen für das Goethe-Institut in Tokio, München und London für den Diplom-Bibliothekar und seine Familie eine bewusste Entscheidung gewesen – weg von einem häufigen Standortwechel hin zu einem langfristigen Wohnort.
Auch wenn Boyer die Metropolen kennengelernt hat, will er Hamm nicht als „Provinz“ bezeichnen: Hamm sei nicht mehr die Stadt, die er vor 25 Jahren verlassen hat; sie sei eine ganz andere geworden – mit interessanten Perspektiven. Das gelte sowohl für die schulischen Angebote für seinen Sohn als auch Freizeitmöglichkeiten. Und natürlich beruflich für ihn selbst: Er habe schon lange Kontakt zu Pirsich gehabt, und die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Heinrich-von-Kleist-Forum seien überregional wahrgenommen worden.
Nicht alles anders machen
Weil das Angebot der Stadtbüchereien ein hohes Niveau habe, werde er nun sicherlich nicht alles anders machen. Er wolle erst einmal die Partner kennenlernen, ohne die die zahlreichen Veranstaltungen nicht durchführbar wären. Boyer: „Ich habe ein starkes Interesse, daran anzuknüpfen, weil sie zum Renommée der Stadt beitragen.“ Entwicklungsperspektiven sieht der neue Büchereichef dennoch; besonders bei der Digitalisierung, zu der es einen immer stärkeren Trend gebe.
Speziell ist Boyer an der Entwicklung der virtuellen Realität interessiert – ein Bereich, der sich bisher auf Spiele und Gaming konzentriert. „Ich glaube aber nicht, dass sie da stehenbleiben wird“, so Boyer. Virtuelle Realität biete im Bereich der Informationsvermittlung die Chance, Themen anders als bisher aufzubereiten und erlebbar zu machen. Insgesamt sei es aber wichtig, den ganz unterschiedlichen Anforderungen von Nutzern zu entsprechen.