Straße blockiert
„Die Fronten sind verhärtet“: Parkplatz-Streit am Krankenhaus eskaliert erneut
Anwohner der Knappenstraße in Hamm sind verärgert über Mitarbeiter und Besucher des Krankenhauses. Denn die parken mit ihren Autos seit Ewigkeiten die Straße zu.
Uentrop – Der Parkdruck auf der Knappenstraße in Hamm nimmt kein Ende. Das Dauerproblem ist erneut eskaliert. Anwohner nehmen einmal mehr einen Anlauf, dem Falsch- und Zuparken, dem bis zum Streit ausufernden Wettbewerb um die begrenzten Stellflächen vor ihren Häusern ein Ende zu bereiten. Ein Bürgerantrag samt Unterschriftenliste liegt der Stadtverwaltung vor. Die prüft nun – erneut. Dabei sollte doch schon längst alles weitgehend geregelt sein.
„Die Fronten sind verhärtet“: Parkplatz-Streit am Krankenhaus eskaliert erneut
Bereits vor mehr als 20 Jahren hat die einstige Interessengemeinschaft Knappenstraße versucht, den Parkdruck im Zuge ihres Einsatzes gegen eine Erweiterung des St. Marien-Hospitals zu nehmen. Vergebens. Das Krankenhaus bleibt Kern des Problems. Beobachtungen nach meiden Patienten und Mitarbeiter den kostenpflichtigen Parkplatz und parken stattdessen die Knappenstraße zu – das nicht immer vorschriftsmäßig. Stark betroffen ist der Abschnitt nördlich der Ludwig-Teleky-Straße und ein Teil der südlichen Fortsetzung.
Der bislang jüngste Lösungsversuch einer Anwohnerinitiative kam 2016 zustande. Für eine von der Stadtverwaltung ausgearbeitet Bewohnerparkregelung gab es keinen Konsens, aber für Markierungen auf der Straße vor allem gegen das Zuparken von Grundstückszufahrten. Die größte Hoffnung lag auf Plänen des Hospitals. Die nördlichen Gebäude sollten abgerissen werden, auf der Fläche weitere Parkplätze entstehen.
„Nach Abschluss der Baumaßnahmen und der Schaffung zusätzlicher Parkplätze am Marienhospital wird die Verwaltung die Parksituation in den umliegenden Straßen erneut prüfen“, hieß es damals im Beschluss in der Bezirksvertretung Uentrop. Sieben Jahre später warten die Beteiligten immer noch auf den Baustart. Längst hat sich das Krankenhaus von den Plänen verabschiedet oder sie auf Eis gelegt. Die Veränderungen in der Krankenhauslandschaft durch die Fusion mit dem EVK geben keine Hoffnung darauf, dass sich daran etwas ändert.
Parkplatz-Problem am Krankenhaus: Einfahrten teils stundenlang blockiert
Laura Bryant wohnt seit drei Jahren an der Knappenstraße. Acht Stunden habe mal ein Auto vor ihrer Garage gestanden, sagt sie. Zugeparkt. Das Ordnungsamt habe nur ein Knöllchen über 15 Euro geschrieben. Mehr habe es nicht machen können. Die Markierungen auf der Straße hat sie bereits anpassen lassen, damit vor ihrem Haus mehr Platz für die Einfahrt bleibt. „Manchmal kam ich nicht rein“, sagt sie. Manchmal nicht sicher raus.
Wird ein Parkplatz an der Straße mal frei, sei er „im Normalfall“ gleich wieder besetzt, heißt es. Ärgerlich, wenn ein Anwohner zurückkehrt und zum Beispiel seine Einkäufe nicht ausladen kann oder weit schleppen muss – schwierig für Familien mit kleinen Kindern. Mülltonnen, die Handwerkern ein Platz freihalten sollen, würden einfach beiseitegeschoben. So geht es laut Anwohner von morgens bis in die „späten Abendstunden“.
Eine Mail an das Krankenhaus zur Kontaktaufnahme sei unbeantwortet geblieben, sagt Bryant. Gespräche mit den Mitarbeitern endeten lautstark oder sogar mit einem Polizeieinsatz. Den hat es ihren Angaben zufolge gegeben, als eine Nachbarin wegen eines verlorenen Handys noch mal zurück auf einen Parkplatz gesetzt habe. Den habe aber bereits eine Mitarbeiterin des Krankenhauses für sich beansprucht.
Parkplatz-Streit eskaliert erneut: Krankenhausbesucher blockieren Straße
„Ja, es sind öffentliche Parkplätze“, sagt Bryant. Das beschriebene Fehlverhalten von Patienten (auch von der Klinik für Manuelle Therapie), die ihre Autos auch mal tagelange abstellten, von Besuchern und von Mitarbeitern des Hospitals sei aber nicht zu dulden. Sie wirft ihnen „fehlende Einsicht“ vor. „Die Fronten sind verhärtet“, sagt sie. Der Polizeieinsatz habe „die Sache hochschaukeln lassen“ und schließlich den Ausschlag für einen Bürgerantrag gegeben.
So zog sie von Nachbar zu Nachbar und sammelte Unterschriften. Wenn sie auch nicht alle erreichte, und drei nicht unterzeichneten, weil das Problem sie nichts angehe, unterstützen doch 21 den Antrag. Sie sprechen sich gegen ein Anwohnerparken mit einer Zeitbeschränkung aus. Vielmehr gebe es genügend Platz auf den – kostenpflichtigen – Parkplätzen des Hospitals. Bryant sieht das Krankenhaus am Zuge, zumindest Mitarbeitern ein günstiges Parken zu ermöglichen. Den Vorschlag hatte die Geschäftsführung damals abgelehnt.
Den Bürgerantrag nimmt die Stadtverwaltung zum Anlass, die Parksituation erneut zu überprüfen und Maßnahmenvorschläge gegebenenfalls anzupassen. Ein Entwurf zu einem Parkraumkonzept soll offengelegt werden, heißt es in einer Stellungnahme. Die Stadt plant zusätzlich ein digitales Beteiligungsverfahren, um eine möglichst breite Mitwirkung der Bürger zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung fließt in das Konzept ein. Das soll schließlich in die Beratungen der politischen Gremien eingebracht werden.
