Waldgebiet im Ausnahmezustand

Maiwanderer in der Geithe: Polizei will Probleme lösen

Idyllisches Partygelände für Maiwanderer: Die einen sprechen von einer gelungenen Feier, um den Wonnemonat Mai zu begrüßen. Anwohner und Gemeinde beklagen vor allem Verschmutzung und Vermüllung an und im Umfeld der St.-Antonius-Kirche.
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Idyllisches Partygelände für Maiwanderer: Die einen sprechen von einer gelungenen Feier, um den Wonnemonat Mai zu begrüßen. Anwohner und Gemeinde beklagen vor allem Verschmutzung und Vermüllung an und im Umfeld der St.-Antonius-Kirche.

GEITHE - Die Geithe ist eines der beschaulichsten Fleckchen der Stadt. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein – ausgenommen am 1. Mai. Dann herrscht, wie seit Jahren, der Ausnahmezustand rund um das neugotische Kleinod, die St.-Antonius-Kirche.

Hunderte von Maiwanderern erklären die kleine Siedlung am Rande des Geithewaldes zum Partygelände. Die Auswirkungen auf die Grünanlagen und Gebäude können verheerend sein. Stadt und Ordnungsdienste reagieren in diesem Jahr verstärkt darauf, treffen erweiterte Vorkehrungen und sprechen Verbote aus.

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Nach Schätzungen feierten im vergangenen Jahr rund 1500 Maiwanderer im Schatten der Geither Kirche. Zu dem feucht-fröhlichen Treffen bedarf es keines Veranstalters, man kommt aus einer Tradition heraus an diesen Ort.

Trotz dreier Strafanzeigen wegen Körperverletzung sprach die Polizei davon, dass alles „noch im Rahmen“ verlaufen sei. Ähnlich sah es der Kommunale Ordnungsdienst, und um den liegengelassenen Müll kümmerte sich die Stadt.

So unaufgeregt sehen aber die, wenn auch wenigen Anwohner die Situation nicht. Bei ihnen verirrt sich so mancher Wanderer im (Vor)Garten, ganz zu schweigen von den Hinterlassenschaften der Maigänger – ein großes Ärgernis.

Vor dem Hintergrund soll versucht werden, die Probleme in den Griff zu bekommen. Dazu führten der Kommunale Ordnungsdienst, die Polizei, die Feuerwehr und die Familie Schulte-Geithe von der gleichnamigen Gaststätte im Vorfeld Gespräche. Dabei wurden diverse Maßnahmen festgelegt.

- Einsatzkräfte: Der Kommunale Ordnungsdienst will am 1. Mai mit zwölf Mitarbeitern und vier Auszubildenden in der Geithe präsent sein, dazu kommen noch die Einsatzkräfte der Polizei und Rettungssanitäter.

- Müll und Reinigung: Eines der größten Probleme ist der Müll, den Maiwanderer hinterlassen. In der Vergangenheit fielen die unzähligen Einweggrills auf. Für sie und ähnliche Grills werde ein Verbot gelten, sagt Stadtsprecher Tom Herberg mit Blick auf die Verschmutzung, aber auch auf die Brandgefahr.

Ein generelles Grillverbot wird nicht ausgesprochen. „Verbaute Grills im Bollerwagen dürfen betrieben werden“, sagt er. Eine Menge Müll ist trotzdem zu erwarten. „Abends gegen 18 Uhr wird eine große Kehrmaschine vom ASH und werden drei Mitarbeiter von der Handreinigung die Fläche säubern“, erklärt er.

Bei gutem Wetter wird zwar in der Regel noch länger in der Geithe gefeiert, aber um 19 Uhr beginnt in der Kirche eine Messe. Bis dahin soll aufgeräumt sein.

- Toiletten: Das „Wildpinkeln“ ist neben der Vermüllung eines der größten Ärgernisse bei der Maifeier. Die Wanderer nutzen dabei nicht nur Wiesen und Felder, sondern auch Vorgärten. Auch die Mauern der Kirche blieben nicht verschont, nahmen Schaden. Damit so etwas nicht mehr passiert, wird ein Toilettenwagen aufgestellt.

- Sanitätsdienst: „In diesem Jahr wird erstmals ein Sanitätsdienst dabei sein, der ein Zelt auf dem Hof Schulte-Geithe errichtet“, sagt Herberg. „Rettungsfahrzeuge werden durch das Ordnungsamt oder die Polizei begleitet.“ Die Ordnungsdienste dienen zudem zum Schutz der Rettungssanitäter, damit sie gefahrlos zu den Verletzten gelangen.

In der Vergangenheit kamen die Fahrzeuge kaum durch die Menschenmassen. Genaue Zahlen liegen der Stadt nicht vor, aber fünf oder sechs Mal war allein im Jahr 2014 der Rettungsdienst im Einsatz, mindestens einmal wurde er von Betrunkenen bedroht.

Außerdem müssen immer wieder auch Schnittwunden behandelt werden oder stark Betrunkene eine Liegemöglichkeit haben, wo sie unter der Aufsicht der Sanitäter sind.

- Straßensperrung: Die Straße In der Geithe wird in beiden Richtungen zur St.-Antonius-Kirche gesperrt. „An der Zufahrt zum Tennisplatz und In der Geithe/Auf dem Südfelde werden zwei Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes stehen“, sagt Stadtsprecher Herberg.

- Kosten: Wie hoch die Kosten sein werden, lässt sich noch nicht sagen. Fest steht, dass die Stadt sie übernimmt. „Weil es keinen Veranstalter gibt“, sagt Stadtsprecher Herberg. Die „wilde“ Party einfach verbieten, will die Verwaltung aber nicht. „Sie ist eine gewachsene Veranstaltung“, sagt er. Die Stadt hofft, sie mit entsprechenden Maßnahmen „in den Griff“ zu bekommen. - ha

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