Grundstein im Stau
Trotz Fauxpas: Klinik-Neubau in Hamm wächst und gedeiht
Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen: Der Festakt für den Anbau der Klinik für Manuelle Therapie (KMT) musste ohne den erwarteten Grundstein stattfinden. Geht es trotzdem weiter? Natürlich!
Hamm – Was fehlte, war der Grundstein, der eigentlich beim Festakt für den Anbau der Klinik für Manuelle Therapie (KMT) verlegt werden sollte: Der Transporter mit dem guten Stück steckte im Stau fest. Gefeiert wurde am Mittwoch trotzdem und der Akt dann eben symbolisch vollzogen, nachdem die Kupferrolle mit Relikten der heutigen Zeit bestückt worden war: Eine 10-Euro-Münze als Spende der Volksbank, eine aktuelle Ausgabe des WA, eine Corona-Schutzmaske, eine Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift, in der das Projekt beschrieben wird, sowie die städtische Beschlussvorlage zum Umbau der Fährstraße fanden darin Platz.
Zuvor hatte Oberbürgermeister Marc Herter die Verantwortlichen zu dem „mutigen Projekt“ beglückwünscht. Wie notwendig Gesundheitswirtschaft sei, hätten alle gerade in der Pandemie erfahren. Auch eine „konservative Medizin“, wie sie in der KMT gepflegt wird, gehöre zu dieser Daseinsfürsorge. Herter lobte die KMT als „landesweiten Leuchtturm“, weil sie zu den größten Kliniken dieser Art gehöre. Und letztlich werde durch den Anbau der Gesundheitsstandort – auch in Kooperation mit der nahegelegenen Reha Bad Hamm – gestärkt.
Herter wies darauf hin, dass sich die Stadt mit dem Umbau der Fährstraße an der Realisierung beteilige: Die Zuwegung zum KMT-Grundstück werde vereinfacht, die Überquerung der Straße werde durch eine eine Fußgängerampel vereinfacht und das Parken zentralisiert. Von den 500.000 Euro für diesen Umbau übernehme die Stadt 355.000 Euro, den Rest die KMT.
Zur Therapie gehört auch eine Wohlfühlatmosphäre
Ein „schönes Kleinod“, das hier entsteht, versprach Dr. Gerd Pickl-Gilberg, Vorsitzender des KMT-Beirats. Er sei froh, dass der „schnöde Parkplatz“ verschwinde: „Das neue Haus wird groß genug für die Bedürfnisse von Patienten, Ärzten und Therapeuten und klein genug, damit es sich einfügt in das bestehende Gebäude-Ensemble.“ Schließlich gehöre zur Therapie auch eine Wohlfühlatmosphäre. Pickl-Gilberg hofft, dass der Anbau wie geplant Ende 2023/Anfang 2024 fertiggestellt wird.
Besonderheiten der KMT erläuterte deren Geschäftsführer Karl Ehrmann. Demnach entstehen im Neubau Ein- und Zweibett-Zimmer, obwohl von der Gesetzlichen Krankenversicherung als Regelleistung Dreibett-Zimmer vorgesehen seien. Auch Uentrops Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch zeigte sich erfreut, dass der „Schandfleck Parkplatz“ verschwunden sei. Er lobte die KMT für ihr über den Klinikalltag hinausgehendes Engagement im Bezirk. So habe sie nicht nur die Sonnenuhr im Kurpark finanziert, sondern betreibe auch nebenan den öffentlich zugänglichen Fitness-Parcours an der Gottfried-Gutmann-Akademie.
Das Projekt
Rund 20 Millionen Euro investiert die Klinik für Manuelle Therapie in den dreistöckigen Neubau inklusive Staffelgeschoss und Tiefgarage. Die Bauarbeiten haben im Februar begonnen und sollen Ende 2023/Anfang 2024 abgeschlossen sein. Im Erdgeschoss entstehen Therapieflächen, in der ersten Etage Arzt- und Patientenzimmer, in der zweiten Etage Zimmer für Patienten mit Wahlleistungen und in der dritten Besprechungsräume.
