Umweltschützer starten Verbots-Initiative

Peta attackiert Terraristika-Kontrollen - Stadt widerspricht energisch

Auch Schlangen werden auf der Terraristika gehandelt.
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Auch Schlangen werden auf der Terraristika gehandelt.

[Update] Hamm - Die Tierrechte-Organisation Peta hat eine Online-Petition für ein Verbot der Reptilienbörse Terraristika gestartet. Der Vorwurf lautet "Tierquälerei und Plünderung der Natur". Auch die Stadt wird scharf attackiert.

Die Terraristika gilt als weltweit größte Reptilienbörse. Sie findet viermal im Jahr in den Zentralhallen im Hammer Süden statt - so auch am morgigen Samstag wieder. Die Veranstaltung steht nach Peta-Angaben neben Tierquälerei auch in der Kritik, weil in den Zentralhallen und in deren Umkreis immer wieder mit streng geschützten Arten gehandelt werde. Viele der angebotenen Tiere seien Wildfänge, "sodass für die Terraristika die letzten Regenwälder und Savannen geplündert werden, um die Nachfrage der Szene zu bedienen", heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Tierschutz-Bewegung.

Peta wirft den hiesigen Behörden vor, wegen der wirtschaftlichen Bedeutung regelmäßig beide Augen zuzudrücken, "obwohl mehrfach illegale Parkplatzgeschäfte und zahlreiche Tierschutzverstöße dokumentiert" seien. Daher fordert Peta, die schon seit vielen Jahren Stimmung gegen die Terraristika macht, die Verantwortlichen der Stadt Hamm, die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft nun mittels Online-Petition auf, die Börse zu verbieten.

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Stadt mit vielen Mitarbeitern vor Ort

Bei der Stadt weist man die Vorwürfe von Peta mit Nachdruck zurück: "Das ist eine Unterstellung, der wir deutlich widersprechen", erklärt Stadtsprecher Tobias Köbberling. Das Umweltamt werde am Samstag mit insgesamt zehn Mitarbeitern vor Ort sein (inkluisve zwei Veterinäre des Kreises Unna) und alle Stände sowie Verkäufer hinsichtlich der Einhaltung von Arten- und Tierschutz kontrollieren. Das werde seit vielen Jahren so gemacht.

Auch das direkte Umfeld der Zentralhallen werde von den Mitarbeitern hinsichtlich verdächtiger Aktivitäten beobachtet. Es seien auch durchaus Verstöße festgestellt worden, so Köbberling - allerdings in überschaubarer Zahl und überwiegend geringfügiger Art. Auch der Zoll und die Polizei führten im Zusammenhang mit der Börse Aktionen durch.

Aus jetziger Sicht gebe es für die Stadt als Kommunalverwaltung keine Möglichkeit, die "Veranstaltung umgehend zu verbieten", wie es in der Peta-Mitteilung gefordert wird, fasste Köbberling zusammen.

"Ausverkauf vor unseren Augen"

„Wir befinden uns inmitten eines gigantischen Artensterbens, und auf der Terraristika findet der Ausverkauf der Natur vor unseren Augen statt", argumentiert so Jana Hoger, Fachreferentin bei Peta. Im Minutentakt würden auch geschützte Arten über die Verkaufstische gereicht. Hoger weiter: "Händler geben zudem Tiere an Besucher ab, die sich spontan – und oft ohne jegliche Fachkenntnisse – für den Kauf der Exoten entscheiden."

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