Idee für Nachnutzung des Naturkundemuseums geplatzt
Vorläufig kein Indoor-Spielplatz für den Tierpark Hamm
Hamm - Einen Indoor-Spielplatz wird der Tierpark so schnell doch nicht bekommen. Die von Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann favorisierte Idee für eine Nachnutzung des Naturkundemuseums lasse sich nicht realisieren.
„Die Sanierung des Gebäudes wäre unwirtschaftlich“, sagte jetzt Tierpark-Aufsichtsratsvorsitzender Jörg Mösgen. Mindestens 700.000 Euro wären notwendig, um das Gebäude für eine langfristige Nutzung zu ertüchtigen. Das sei deutlich mehr Geld, als für den Tierpark aus Mitteln des Konjunkturpakets III zur Verfügung stehen. Jene 500.000 Euro gingen für den Tierpark aber nicht verloren. Damit würden bis 2018 einige Bestandsgebäude im Park instandgesetzt.
Nicht endgültig abgeschrieben
„Wir haben einen großen Sanierungsbedarf“, sagte Mösgen. Das Thema Indoorspielplatz sei nicht endgültig abgeschrieben. „Der Tierpark braucht mehr Aufenthaltsqualität bei schlechter Witterung.“ Da die Hauptzielgruppe junge Familien mit Kindern seien, werde man an der Idee weiter festhalten. Der Park sei groß genug, um zu einem späteren Zeitpunkt an anderer Stelle eine Halle zu errichten. Das ehemalige Naturkundemuseum müsse nicht abgerissen werden. Zurzeit ist dort die hauptamtliche Geschäftsführung untergebracht. Das größere Gebäudeteil werde weiterhin als Magazin und Lager genutzt, sagte Geschäftsführer Kay Hartwich.
Große Sprünge hat der Tierpark trotz der weiterhin guten Besucherresonanz auch in diesem Jahr nicht gemacht. Bis Ende September kamen bereits 15.000 Besucher mehr als zu dem gleichen Zeitpunkt im Vorjahr – ein Plus von knapp 14 Prozent. Insgesamt waren es schon 125.000 Gäste. Bis zu 25.000 weitere Besucher halte er in diesem Jahr noch für möglich, sagte Hartwich.
Mandrillhaus wird noch in diesem Jahr bezogen
„Wir haben es mit vielen kleinen Maßnahmen geschafft, die Neugierde auf uns immer wieder neu zu wecken. Wir haben mit vielen kleinen Dingen Qualität geschaffen.“ Die Besucher zeigen Langmut: Weder gab es in diesem Jahr den lange versprochenen Neuanfang in der Gastronomie noch wurde das neue Mandrillhaus fertiggestellt. „Das Geld ist knapp. Wir müssen immer wieder improvisieren und sind auf den guten Willen und die Hilfe von Sponsoren angewiesen“, sagte Hartwich. Das Mandrillhaus werde aber noch in diesem Jahr bezogen.
Einen Plan für ein zeitgemäßes gastronomisches Angebot gebe es ebenfalls. „Wir sind in aussichtsreichen Gesprächen. Zurzeit ist das aber noch nicht spruchreif“, sagte Mösgen. Der Tierpark sei ein Publikumsmagnet und die drittgrößte Freizeiteinrichtung in Hamm. „Deshalb kämpfen wir für einen echten Neuanfang.“ Das gelte sowohl für das Projekt Indoorspielplatz als auch für ein neues, ansprechendes Angebot in der Gastronomie.
Auch bei den bevorstehenden Beratungen des Doppelhaushalts 2017/18 wird der Tierpark Thema sein: 200.000 Euro Betriebskostenzuschuss pro Jahr sind äußerst knapp bemessen. Das Geld ist schon für Futter und Energiekosten verbraucht, bevor die neue Saison überhaupt begonnen hat und erste Eintrittsentgelte eingenommen werden.