Dilek Dzeik-Erdogan und Stefan Heitkemper
SPD hat neue Führung: Das sind die Nachfolger von Marc Herter
Die SPD in Hamm hat eine neue Führung gewählt. Beim Parteitag im Kurhaus bekamen Dilek Dzeik-Erdogan und Stefan Heitkemper mit 87,5 respektive 78,5 Prozent der Stimmen deutlich das Vertrauen ihrer Genossen als Nachfolger von OB Marc Herter ausgesprochen.
Hamm – 114 Delegierte waren am Samstag in den Hammer Osten gekommen, um 18 Monate nach der Kommunalwahl die personelle Neuausrichtung der Partei vorerst abzuschließen. Herter hatte nach eigenem Bekunden eigentlich schon eher vor, die Verantwortung auf mehr Schultern zu verteilen und den Parteivorsitz nach fünf Jahren abzugeben. „Mit den Stimmen der Wähler halten wir gemeinsam auch ihr Vertrauen in den Händen. Dafür stehen wir als Partei in der Verantwortung. Stefan und ich haben richtig Bock, diese Verantwortung gemeinsam mit euch zu übernehmen“, sagte die 33-jährige Dzeik-Erdogan, die Richterin am Verwaltungsgericht in Arnsberg ist. „Dieses Vertrauen verdient es, dass wir jetzt alle mit breiten Schultern anpacken.“
Schon heute müsse an das „Hamm von Übermorgen“ gedacht werden. „Ein Hamm, in dem auch unsere Kinder gerne bleiben, vielleicht sogar selbst Familien gründen und alt werden“, so Dzeik-Erdogan.
Vorhandene Strukturen sollen dafür gestärkt werden. „Vereine und vernetzte Nachbarschaften in gut funktionierenden und versorgten Quartieren sind für uns das Herzstück einer lebenswerten Stadt. In vielen Bereichen ist aber genau das gefährdet“, meint Dzeik-Erdogan. Es bedürfe mehr Einsatz. Durch neue Formate und direkten Kontakt zu den Bürgern soll die Hammer SPD als „zentrale Mitmachpartei“ (Heitkemper) in Hamm gestärkt werden. „Viele Menschen haben das Gefühl, nicht mehr mitzukommen, abgehängt zu werden, herausgeschleudert zu werden aus dem Spiel des Lebens. Um diese Menschen wollen wir uns kümmern“, bekundete der 41-jährige neue Co-Vorsitzende, der das U in Dortmund leitet.
Änderung der Satzung war nötig
Für die Wahl der Doppelspitze musste zunächst eine Satzungsänderung durchgeführt werden. Einzelspitzen seien in der Hammer SPD aber auch künftig möglich. Mit einer weiteren Satzungsänderung wurde die Zahl der Delegierten künftiger Parteitage angesichts des hohen Organisationsaufwandes und Lehren aus der Pandemie-Situation reduziert.
Die SPD verabschiedete eine Resolution gegen den Ukraine-Krieg. Die Partei will künftig Städtepartnerschaften politischer ausrichten. Landtagskandidat Justus Moor trat mit einem Initiativantrag dafür ein, die energiepolitischen Abhängigkeiten von anderen Ländern – vor allem Russlands – zu reduzieren.
Neben Heitkemper und Dzeik-Erdogan gehören künftig auch Ismail Erkul und Soja Winter (beide stellvertretende Vorsitzende), Reinhard Bartsch (Kassierer), Seckin Dize (Mitgliederbeauftragter), Tina Ehlert (Bildungsbeauftragte) sowie die Beisitzer Andreas Anton, Erzina Brennecke, Ralf Jähn, Paul Kownatzki, Lore Müller, Heidrun Reichelt, Dirk Schmutzler und Sabine Zumbrink dem Vorstand der Hammer SPD an.