Nachfolger nominiert

Doppelspitze soll SPD in Hamm führen - Herter lässt Vorsitz fallen

Stefan Heitkemper und Dilek Dzeik-Erdogan wollen neue SPD-Vorsitzende in Hamm werden.
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Stefan Heitkemper und Dilek Dzeik-Erdogan wollen neue SPD-Vorsitzende in Hamm werden.

Oberbürgermeister Marc Herter gibt den Parteivorsitz der SPD in Hamm nach knapp fünf Jahren ab. Als Nachfolger wurden Dilek Dzeik-Erdogan und Stefan Heitkemper durch ihre beiden Ortsvereine Heessen und Uentrop sowie durch den Parteivorstand nominiert.

Hamm – Nachdem die Bündelung von Partei- und Fraktionsvorsitz unter Dennis Kocker gescheitert war, wurden schon 2017 beide Ämter bewusst auf Marc Herter und Justus Moor aufgeteilt. Eigentlich wollte Herter den Parteivorsitz nach der gewonnenen Kommunalwahl in der gleichen Logik schneller abgeben, um nicht wieder zwei Ämter bei nur einer Person zu bündeln. „Durch Corona hat das alles ein bisschen länger gedauert“, erklärt der OB.

Hinter ihm liege eine intensive Zeit als Parteivorsitzender mit jeweils einer gewonnenen Kommunal- und Bundestagswahl. Er sei stolz auf das Erreichte und darauf, dass vor allem im Rahmen von „Hamm von Morgen“ viele Bürger der Stadt eingebunden worden seien.

Herter gibt allerdings auch zu, dass bei der Kombination von OB-Amt und Parteivorsitz langfristig eine Rolle zu kurz gekommen wäre: „Wenn bei mir zuletzt zeitlich gekürzt wurde, dann an der Parteipolitik. Die SPD bekommt durch die Doppelspitze wieder mehr PS auf die Straße.“ Er sieht seine Partei künftig auch als ein Korrektiv seiner Arbeit als OB. „Durch die vielen Verbindungen in die Bürgerschaft ist die Partei ein guter Seismograph für Stimmungen und Entwicklungen“, so Herter.

„Wir können klarer machen, wofür die SPD steht“

Dzeik-Erdogan und Heitkemper sehen auch noch einen anderen Vorteil. Als OB müsse Herter seine Worte manchmal sorgsam wählen und könne mit Blick auf seine Regierungsverantwortung nicht so deutlich werden wie gewollt, erklären sie. „Da sind wir unabhängiger und können klarer machen, wofür die SPD steht“, meint die 33-jährige Dzeik-Erdogan, die Richterin am Verwaltungsgericht in Arnsberg ist.

Die SPD dürfte durch die Neubesetzung der Parteispitze auch verhindern wollen, dass die Partei in der Öffentlichkeit fast komplett hinter ihrem OB verschwindet, wie es zuletzt bei der CDU unter Ex-Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann der Fall gewesen ist.

Parteitag

Die Delegierten des mitgliederoffenen Parteitags kommen am Samstag, 26. März, ab 9.30 Uhr im Kurhaus zusammen.

„Eingeschlagenen Weg insgesamt fortsetzen“

Die beiden Kandidaten wollen den eingeschlagenen Weg insgesamt aber fortsetzen. Bei den vielen neu angestoßenen Projekten wie der Wasserstoffproduktion oder der Reaktivierung des Rangierbahnhofes gebe es viel zu besprechen, meint Heitkemper (41), der beruflich in Dortmund zuhause ist und dort das „U“ leitet. „Wir wollen die Foren für viele Gespräche bieten und den Fortschritt mitmoderieren.“

Dzeik-Erdogan ergänzt: „Am ,Hamm von Morgen‘ wird seit der Kommunalwahl täglich im Rathaus gearbeitet. Wir haben das ,Hamm von Übermorgen‘ im Blick.“ Der Gesamt-Vorstand soll auf dem Parteitag jünger, weiblicher und diverser werden.

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