Klirrende Verunsicherung

Glatteis-Warnung: Hammer Schulen müssen in Distanz-Modus wechseln – was das bedeutet

Der Wetterdienst warnt vor Glatteis am Montagmorgen. Was gilt in Sachen Schulpflicht? Der Hammer Stadtsprecher klärt auf, Schulministerin Feller schaltet sich ein.

Update vom 11. Januar um 15.45 Uhr: In ganz NRW sollen die Schulen am Montagmorgen, 12. Januar, in den Distanzunterricht wechseln. Das hat Schulministerin Dorothee Feller in einem Schreiben am Nachmittag bekannt gegeben. Zuvor hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Warnung ausgesprochen.

Nach Glatteis-Warnung: Müssen die Hammer am Montag ihre Kids zur Schule schicken?

[Erstmeldung] Hamm – Das Winterwetter hat auch Hamm fest im Griff, wenn auch bislang längst nicht so wie andere Landstriche von Nord- über Ost- bis Süddeutschland. Am frühen Sonntagmorgen, 11. Januar, waren bis zu -9 Grad im Stadtgebiet gemessen worden, auf den Straßen blieb es allerdings (erwartbar) ruhig.

Mit dem Rad früh morgens zur Schule? Am Montag könnte dies in Hamm richtig gefährlich werden.

Zum einen waren die meisten Haupt- und Verbindungsstraßen geräumt, zum anderen hatte es in der Nacht keinen weiteren Niederschlag gegeben. Somit konnten die meisten Hammer einen wunderbar sonnigen Wintertag erleben – bis sich spätestens am Nachmittag eine Sorge einschlich: Was passiert am Montagmorgen? Und wie sollen wir damit umgeben?

Wetterumschwung in der Nacht zu Montag

Laut den Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist mit einem Wetterumschwung zu rechnen, der zu gefährlichem Glatteis auch in Hamm führen könnte. Grundlage hierfür ist eine Kombination aus einer herannahenden Warmfront mit teils starkem Regen und den nach wie vor eiskalten Böden.

Der DWD hat eine Warnung ausgegeben, die zunächst von 0 bis 10 Uhr am Montag Bestand hat. Dies dürfte auch den Berufsverkehr innerhalb der Stadt betreffen und wirft schon am Sonntag in vielen Haushalten die Frage auf, ob man die Kinder und Jugendlichen Montagmorgen zur Schule schicken muss, soll oder überhaupt darf. Dies hatte in der Vergangenheit bereits zu Verwirrung geführt.

Stadtsprecher: Verwaltung kann nicht entscheiden

Fakt ist: Die Stadt Hamm selbst darf aufgrund der Wetterlage überhaupt keine Schulen schließen. Dies betonte Stadtsprecher Detlef Burrichter nochmals auf Nachfrage von wa.de am Sonntagmittag. „Eine Schulschließung könnte einzig vom Regierungspräsidenten in Arnsberg erfolgen. Die Stadtverwaltung hat hierzu keine Handhabe.“

Dass es von Arnsberg aus zu jener Verordnung kommt, ist indes aufgrund der Größe des Regierungsbezirks aber eher unwahrscheinlich. Schließlich dürften die Witterungsbedingungen und Verkehrsverhältnisse von Ort zu Ort stark variieren.

Wie im Bilderbuch: der Sonnenaufgang über dem Schacht Franz in Herringen am Sonntag.

Ihm zuvor kam am Sonntagnachmittag schließlich Schulministerin Dorothee Feller. Sie ordnete für ganz Nordrhein-Westfalen an, dass am Montag kein Präsenzunterricht stattfindet. Das gilt für alle Schulformen. Karin Diebäcker, Leiterin des Hammer Schulamts, hat demzufolge die Anweisungen aus Düsseldorf an die Schulen im Stadtgebiet weitergereicht.

In den Schulen sollen, so Stadtsprecher Detlef Burrichter, Pläne greifen, die für eine derartige Lage konzipiert wurden. Diese können von Schule zu Schule abweichen. Gewährleistet sein sollte dabei aber immer, dass eine Betreuung in den Schulräumen sichergestellt ist und dass Schüler, die zuhause bleiben, mit Aufgaben versehen werden.

Die Regelung gilt zunächst für Montag, 12. Januar, können aber auch noch für die Folgetage eingesetzt werden, je nach Wetterlage.

Die Eltern sind gefordert / Keine Einsatzbusse

Die Verantwortung liegt am Montagmorgen nun zunächst bei den Eltern. Können sie, insbesondere bei kleineren Kindern, die Betreuung zuhause sicherstellen, sollten die Kids zuhause bleiben, Ist dies nicht möglich, sollten Eltern dafür Sorge tragen, dass ihr Nachwuchs sicher in die Schulräume gelangt. Wie die Stadtwerke mitteilen, werden keine Einsatzbusse für den Schülerverkehr fahren. Je nach Bedingungen könne auch der ÖPNV eingestellt werden.

Mit dem schönen Winterwetter von Sonntag dürfte es aber definitiv erst einmal vorbei sein, womöglich bekommen zu Wochenbeginn auch die Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst wieder mehr zu tun. Die Feuerwehr hat diesbezüglich ein ruhiges Wochenende hinter sich.

Einen etwas kuriosen Einsatz hatte sie am Sonntagmittag am Kanal nahe der Schleuse Werries. Dort war angeblich ein Nutria festgefroren. Die Einsatzkräfte fuhren raus zu der Stelle und näherten sich dem Tier, dass sich dann aber recht schnell aufscheuchen ließ und selbst befreite.

Unterdessen hat auch die Sparkasse Hamm bekannt gegeben, dass sie am Montag ihre Geschäftsstellen später als üblich öffnet. Die Hauptstelle am Marktplatz ist am Montag ab 120 Uhr für Kunden geöffnet. Alle weiteren Geschäftsstellen nehmen den Betrieb nach der Mittagspause ab 14 Uhr auf. „Mit dieser Maßnahme trägt die Sparkasse Hamm der aktuellen Wetterlage Rechnung und möchte die Sicherheit von Kundinnen, Kunden sowie Mitarbeitenden gewährleisten“, heißt es in einer Mitteilung.

Die Polizei musste indes zu einem Unfall auf der Lippestraße ausrücken. Dort waren am Freitag zwei Autos zusammen gestoßen.

Rubriklistenbild: © Michael Knippenkötter

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