p:os: Produktion von AC/DC-Bier endet zum Jahresende

Kein Produkt für die Ewigkeit: Andreas Osterhoff nimmt zum Jahresende sein AC/DC-Bier vom Markt.
+
Kein Produkt für die Ewigkeit: Andreas Osterhoff nimmt zum Jahresende sein AC/DC-Bier vom Markt.

Hamm - Rock’n’Roll und Dosenbier: Bei keiner musikalischen Fangemeinde auf unserem Globus funktioniert die Kombination aus kernigen Klängen und kühlem Gerstensaft dermaßen wie bei den trinkfesten Anhängern der australischen Hardrockband AC/DC.

Das Hammer Unternehmen p:os entdeckte 2011 dieses Phänomen und kredenzte den durstigen Gefolgsleuten eine eigene Biermarke – das AC/DC Bier in Dosen. Millionenfach wurden die schicken Büchsen fortan abgesetzt, doch Ende des Jahres soll Schluss sein mit der Produktion. „Es war eine sehr lustige Geschichte, aber es war auch von Anfang an klar, dass dies kein Produkt für die Ewigkeit sein konnte“, erklärt p:os-Geschäftsführer Andreas Osterhoff das Ende vom süffigen Liedes.

"Kein Produkt für die Ewigkeit"

Tatsächlich wurde das im englischen Pint-Maß (0,568 Liter) abgefüllte Getränk auf dem ganzen Globus verkauft – einer der stärksten Abnehmer war neben der deutschen Kundschaft Brasilien. 200 Millionen Platten haben die Kult-Rocker seit 1973 verkauft, etwas weniger Dosen waren es am Ende doch, die die im saarländischen Homburg beheimatete Karlsberg-Brauerei im Auftrag von p:os befüllte.

Mit dem Niedergang der immer heftiger kränkelnden Kult-Band – Gitarrist Malcom Young ist dement, Sänger Brian Johnson so gut wie taub und Schlagzeuger Phil Rudd wurde wegen Justizproblemen gefeuert – den immer wieder verschobenen Tourneen und Veröffentlichungstermine für das neue Album fehlte es am Ende an Aktionsimpulsen, wie Osterhoff sagt. „Solch ein Bier ersetzt einfach nicht die Hausmarke, die der Verbraucher üblicherweise kauft“, sagt der 47-jährige Geschäftsmann, dessen Unternehmen in der ehemaligen Stadtbücherei seinen Sitz hat.

Reichlich Anekdoten und ebenso viele Erfahrungen ranken sich um das schrille Produkt, das laut Osterhoff aber nie die tragende Säule des Unternehmens gewesen sei. Ende des Jahres laufen die markenrechtlichen Verträge aus, bis Mitte 2017 darf das Bier dann noch abverkauft werden. Kurz habe man im 30-köpfigen p:os-Team überlegt, ob man noch einen neuen Versuch mit einer anderen Band starten solle. „Aber ein Rock’n’Roll-Bier Nummer 2 wäre halt immer bloß eine Kopie gewesen.“ In Zukunft wird sich p:os auf das beschränken, was das Unternehmen seit mehr als 15 Jahren zum Marktführer gemacht hat: den Handel mit Lizenzprodukten aus dem Bereich Haushalt wie etwa Tellern, Trinkflaschen und Müslischalen im Design von weltbekannten Marken.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare